Spieletest: Stalker - Spät, aber gut

Stalker (PC)
Abhängig vom eigenen Verhalten und Vorgehen sowie dem Anschluss an die diversen Fraktionen variiert auch der Spielverlauf - es gibt mehrere unterschiedliche Endsequenzen, was natürlich auch den Wiederspielwert von Stalker erhöht. Das ist umso erfreulicher, da der Multiplayer-Modus leider kaum von den gelungenen Ideen der Einzelspieler-Kampagne inspiriert wurde - hier gibt es im Grunde nur genreübliche Standards wie (Team) Deathmatch und eine Capture-The-Flag-Variante.

Stalker (PC)
Viel diskutiert wurde im Vorfeld der Veröffentlichung von Stalker natürlich über die Optik - da die Entwickler auf der einen Seite den Anspruch hatten, eine immens lebendige und detaillierte Welt zu erzeugen, gleichzeitig die lange Entwicklungszeit aber nicht spurlos am Spiel vorbeigehen konnte. Das Endergebnis spiegelt das beides wider: Einerseits ist es wirklich beeindruckend, wie akribisch detailliert die Szenerien wirken - vor allem die Außenlevel haben unzählige kleine Feinheiten zu bieten, die begeistern und die recht hohen technischen Hardware-Anforderungen des Spiels plausibel erscheinen lassen.

Stalker (PC)
Auch Wettereffekte wie den Himmel durchziehende und wunderbar inszenierte Blitze sorgen stellenweise für Staunen. In den Innenleveln überzeugt dafür das realistische Licht- und Schattenspiel - etwa, wenn mit der Taschenlampe die dunklen Gänge beleuchtet werden. Andererseits ist Stalker aber sicherlich nicht das Beste, was technisch am PC derzeit möglich wäre - wer den Titel etwa mit dem schon länger erhältlichen Half-Life 2 vergleicht, wird oft Probleme haben, einen Sieger auszumachen.

Stalker (PC)
Nicht verschwiegen werden sollte natürlich auch, dass Stalker trotz der langen Entwicklungszeit immer noch mit Bugs zu kämpfen hat: Während des Tests hing sich das Programm zweimal auf, ab und zu gab es kleinere Clipping-Fehler und laut diversen Foreneinträgen soll es derzeit noch Probleme mit der Kompatibilität unter Windows Vista geben. Auch die Sprachausgabe hat so ihre Tücken - der heftige russische Akzent mag gut gemeint sein, zur Verständlichkeit der Story und der Gespräche trägt er allerdings nicht wirklich bei. Da ein Großteil der Geschichte durch Bildschirmtexte wie Journal-Einträge erzählt wird, lässt sich das aber verschmerzen.
Stalker ist seit dem 23. März 2007 im Handel für Windows-PCs erhältlich und kostet etwa 40,- Euro. Der Titel hat von der USK keine Jugendfreigabe erhalten und darf somit nur von Personen ab 18 Jahren erworben werden.
Fazit:
Stalker ist vielleicht nicht die erhoffte Revolution im Shooter-Genre geworden, ein herausragender Action-Titel ist den Entwicklern von GSC Game World nach den vielen Jahren Wartezeit aber allemal gelungen: Atmosphärisch immens beeindruckend und unzählige spielerische Freiheiten bietend stellt Stalker einen ebenso beklemmenden wie spannenden Trip in eine postatomare Zukunft dar, den sich PC-Spieler nicht entgehen lassen sollten.
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