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Papst: Sex und Gewalt in Videospielen sind perversBotschaft zum Medientag der Kirche fordert "Erziehung der Medien"
Jedes Jahr ruft die katholische Kirche zum 20. Mai den "Welttag der sozialen Kommunikationsmittel" aus, auch Medientag genannt. Im Vorfeld veröffentlicht der Papst dazu eine Botschaft, die jeweils am 24. Januar erscheint, dem Gedenktag des Pressepatrons Franz von Sales. In diesen Botschaften nimmt die katholische Kirche Stellung zu aktuellen Entwicklungen in den Massenmedien, sie stehen jeweils unter einem eigenen Motto. Für das Jahr 2007 hat Papst Benedikt die
Überschrift "Kinder und Soziale Kommunikationsmittel: eine Herausforderung für die Erziehung" gewählt.
Der Papst gesteht modernen Medien in seiner Botschaft unumwunden einen großen Einfluss auf junge Menschen zu und stellt neben Kirche und Schule vor allem die Verantwortung der Eltern heraus. Papst Benedikt geht es aber nicht nur um die Erziehung von Kindern, er nimmt auch die Medienwirtschaft in die Pflicht und stellt deren Verantwortung heraus. Die gesellschaftlichen Kräfte hätten hier einen besonderen Auftrag: "Die Erziehung der Kinder ist das eine; das andere - vielleicht weniger offenkundige, aber nicht weniger wichtige - ist die Erziehung der Medien." Medienkonsumenten ruft der Papst zu einer kritischen Beteiligung auf. Die Eltern sollten Folgendes beherzigen: "Medienerziehung sollte positiv sein. Wenn man Kindern das, was ästhetisch und moralisch herausragend ist, vermittelt, hilft man ihnen, Wertschätzung, Klugheit und Urteilsvermögen zu entwickeln." Unter wirtschaftlichem Druck dürften sich die Medienunternehmen nach Meinung des Papstes nicht immer "niedrigeren Standards verschreiben. Als Beispiel wählt der Papst ungewohnt harte Worte: "Jeder Trend, Programme - einschließlich Filme und Videospiele - zu produzieren, die im Namen der Unterhaltung Gewalt verherrlichen und antisoziales Verhalten oder die Banalisierung menschlicher Sexualität darstellen, ist eine Perversion - um so abstoßender, wenn diese Programme für Kinder oder Jugendliche gemacht werden." Das Wort "Perversion", das in der offiziellen deutschen Übersetzung der Papst-Botschaft bei Radio Vatikan zu finden ist, beschreibt außerhalb der katholischen Kirche eine behandlungswürdige psychologische Störung. Seine Botschaft beschließt Benedikt mit einem deutlichen Aufruf an die Medienwirtschaft: "Ich appelliere erneut an die Verantwortlichen der Medienwirtschaft, die Produzenten anzuleiten und zu ermutigen, das Gemeinwohl zu schützen, die Wahrheit zu bekräftigen, die Menschenwürde jedes einzelnen zu verteidigen und die Achtung vor den Bedürfnissen der Familie zu fördern." (nie)
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