Interview: Was kostet uns Web 2.0?
Netzeitung: Aber uns geht es doch nicht schlecht im Netz. Nehmen Sie die Netzmedien. Die meisten kann man jederzeit aufrufen, ständig wird etwas aktualisiert, und das Ganze kostet keinen Cent.
Lovink: Die große Aufgabe einer Netzkritik 2.0 wäre die Enttarnung des Kostenfreiheitsmythos. Es ist erstaunlich, wie verbreitet die Idee ist, im Netz sei alles umsonst. Die Herstellung und Weiterführung der Websites kosten Geld. Es gibt Programmierer, Designer, Hardware, Bürokosten. Irgendwie muss das alles doch bezahlt werden. Der Benutzer zahlt zwar nicht für die Inhalte, aber für die Geräte, für das Surfen im Netz, vielleicht auch für die Software. Genau da wird das Geld ausgegeben - und verdient.
Netzeitung: Ja, sicher. Aber das Abo einer Tageszeitung ist teurer als das, was ich meinem Anbieter fürs Surfen bezahlen muss, ein umfassendes Lexikon kostet ein paar hundert Euro, ist aber nicht viel besser als Wikipedia und längst nicht so aktuell.
Lovink: Wenn Sie etwas von der Internetökonomie verstehen wollen, müssen Sie erstmal von Ihrer Inhaltsobsession wegkommen. Die Herstellung von Inhalten kostet gar nichts mehr. Das heißt, die Kosten sind privatisiert und unsichtbar gemacht, jetzt im Moment kommuniziere auch ich kostenfrei.
Netzeitung: Erklären Sie mir doch bitte die Internetökonomie.
Lovink: Inhalte werden zum großen Teil entweder von den alten Medien erzeugt - nehmen Sie "Spiegel-Online" - oder von einzelnen Benutzern produziert und umsonst ins Netz gestellt. Eine kollektive und vernetzte Herstellung von Inhalten ist Ausdruck eines sozialen Wandels, den wir Alteuropäer nun mal nicht kapieren wollen. Der Großteil des Wissens ist schlicht und einfach da, er kann in digitaler Form problemlos reproduziert werden.
Netzeitung: Welchen sozialen Wandel meinen Sie, den wir Alteuropäer nicht verstehen?
Lovink: Es ist ein Wandel von einer kontrollierten Inhaltsproduktion der alten Medien zu einer Herstellung von Text, Bild und Musik, bei der jeder Medienproduzent sein kann. Die Umstellung war gerade in Westeuropa über lange Zeit schwer vorstellbar, weil die Medienberufe oft durch lang laufende Verträge, Krankenversicherungen und eine relativ gute Absicherung von Freiberuflern geschützt waren.
Netzeitung: Bitte, das ist doch längst vorbei.
Lovink: Ja, heute gehört das Ganze der Vergangenheit an, auch weil keine Alternativen zu den öffentlich-rechtlichen Medien entwickelt wurden.
Netzeitung: Wenn wir diesen Umbruch nicht verstehen, wer versteht ihn denn?
Lovink: Wir reden hier über Umwälzungen und darüber, wer sich Medienschaffender nennen darf und was wir als wichtig beurteilen. Es gibt längst Regionen, die sich schon tief im 21. Jahrhundert befinden. Wen zum Beispiel interessiert es denn noch, wer gerade im Suhrkamp Verlag das Sagen hat? Warum werden neue Medien nicht ernst genommen, sondern als Kommerz und Popkultur zur Seite geschoben? Es wird oft immer noch so getan, als ob das Ganze marginal oder sekundär sei. Aber das ist nur für eine bestimmte Generation so. Ich nenne keine Namen.






Meines Wissens sind Taschenrechner in den unteren Klassen immernoch verboten. Jeder der...
Troll dich...
Na ja kommt auf den Standpunkt an, gelle? Moechte Ihnen ja nicht unterstellen, dass der...
"Der Begriff Web 2.0 beschreibt eher vage eine veränderte Wahrnehmung und Benutzung des...
Keine Fakten, keine Trends, keine Technik -- nur launige Soz-Päd-Schwafeleien wie aus dem...
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