Tauziehen um europäisches Patentwesen

Anzeige

Weder das im Oktober 2000 beschlossene Londoner Protokoll ("Übereinkommen über die Anwendung von Artikel 65 EPÜ") noch das EPLA sind Bestandteil des EU-Rechts. Vielmehr gehören sie zum Europäischen Patentabkommen (EPÜ), das die Grundlage für die Aktivitäten des Europäischen Patentamts (EPA) bildet. Anders als der Name nahe legt, ist das EPA eine Institution außerhalb der EU und unterliegt nicht deren Kontrolle.

Gegenstand des Londoner Protokolls ist ein vereinfachter Patentprozess. Demnach müssten europäische Patente nur noch in einer der drei EU-Amtssprachen Englisch, Französisch oder Deutsch veröffentlicht werden, um in allen Unterzeichnerstaaten des EPÜ durchsetzbar zu sein. Damit werden für Patentinhaber die Kosten für Patentverletzungsklagen deutlich reduziert. Bisher haben Großbritannien, Deutschland und acht weitere Mitlieder des EPÜ, nicht jedoch Frankreich, das Londoner Protokoll unterzeichnet.

Die Initiative für die Schaffung eines Europäischen Abkommens zur Regelung von Patentstreitigkeiten (EPLA) ging von einer Pariser Regierungskonferenz im Juni 2000 aus. Damals wurde eine "Arbeitsgruppe Streitregelung" ins Leben gerufen, die mit zwei Aufgaben betraut wurde: "Den Entwurf eines fakultativen Protokolls zum Europäischen Patentübereinkommen [vorzulegen], mit dem sich die Unterzeichnerstaaten auf ein integriertes Gerichtswesen mit einheitlichen Verfahrensregeln und einem gemeinsamen Berufungsgericht einigen würden", und "die Modalitäten für die Schaffung und Finanzierung einer gemeinsamen Einrichtung [festzulegen], auf die die nationalen Gerichte im Rechtsstreit als Gutachter zurückgreifen könnten, soweit es um Rechtsgültigkeit oder Verletzung eines Patents geht".

Kurz gesagt: Es soll eine Gerichtsbarkeit für Patentstreitigkeiten außerhalb des EU-Rahmens geschaffen werden, die als höchstes Gericht über allen nationalen Gerichten stehen würde. Ein solches Gericht wäre nicht dem Europäischen Gerichtshof unterstellt, da das EPÜ nicht Bestandteil des EU-Rechts ist. Die Position des Europäischen Patentamtes, das eine sehr softwarepatentfreundliche Rechtsprechung verfolgt, würde damit erheblich gestärkt. Da ein solches Gericht in Patentfragen über den nationalen Gerichten stehen soll, wäre Softwarepatenten Tür und Tor geöffnet.

EU-Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy sieht zwar Verbesserungsbedarf beim Entwurf für das EPLA, nichtsdestotrotz befürwortet er dessen Grundsätze. In seiner Rede vor dem JURI-Komitee des EU-Parlaments vom 21. November heißt es dazu: "Das Gemeinschaftspatent und das EPLA schließen sich nicht gegenseitig aus und es sollte unser Ziel sein, dass beide am Ende im Gemeinschaftspatent aufgehen." [von Robert A. Gehring]

 Tauziehen um europäisches Patentwesen

patentfrei.de 06. Dez 2006

Weitere informationen zu EPLA und Softwarepatente findet man auf unserer Internetseite...

guidoh 05. Dez 2006

Die bleiben hoffentlich aus. Es ist zwar schade, daß Mandriva sich in der Arbeitsgruppe...

Bend J. Nink 04. Dez 2006

dahinter muss noch /WilhelmNiemeierDe beim Einfügen verschwindet das.

Bend J. Nink 04. Dez 2006

Sorry, habe falsch kopiert http://wiki.ffii.org/WilhelmNiemeierDe

Bend J. Nink 04. Dez 2006

Wenn ich mir die Vita des Abteilungsleiters der zuständigen Abteilung III. des BMJ ins...

Kommentieren




Anzeige
  1. Projektmanager E-Commerce (m/w)
    SETON – Division of Brady GmbH, Egelsbach
  2. Software Developer (m/w)
    Fraunhofer Institute for Cell Therapy and Immunology, Leipzig
  3. Sourcing Manager Hardware (m/w)
    Wacker Chemie AG, Burghausen
  4. Software-Entwickler/in
    Elsner Elektronik GmbH, Gechingen

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Meistgelesen
  1. F2, F8, F12

    Windows 8 startet zu schnell

  2. Via APC

    Android-PC zum Selbstbauen für 49 US-Dollar

  3. IMHO

    Warum ich nicht Diablo 3 spiele

  4. iPhone 5

    Kleinerer Dock-Connector im Gespräch

  5. Maschinenlesbar

    Science-Fiction-Autorin fordert Barcode für Menschen


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 246 | letzter Beitrag 11:48 Uhr

  2. Kommentare: 211 | letzter Beitrag 14:41 Uhr

  3. Kommentare: 145 | letzter Beitrag 14:08 Uhr

  4. Kommentare: 120 | letzter Beitrag 17:10 Uhr

  5. Kommentare: 116 | letzter Beitrag 22.05. 16:17

Mehr


  1. Solar Impulse

    Solarflugzeug fliegt nach Marokko

  2. Acer Iconia Tab A700

    Android-4-Tablet mit 10-Zoll-Full-HD-Display kommt im Juni

  3. Tablets

    Samsung überholt Amazon

  4. Take 2

    Warten auf GTA 5, Borderlands 2 & Co.

  5. Streaming-Client

    Media Markt stellt Settopbox Volksbox Movie für 69 Euro vor

  6. IMHO

    Warum ich nicht Diablo 3 spiele

  7. Doodle

    Google baut Moog-Synthesizer als Web-App nach

  8. Dragon Drive

    Nuance bringt Autos zum Reden

  9. Samsung Galaxy Beam

    Android-Smartphone mit eingebautem Projektor kommt Ende Juni

  10. Google Play Store

    O2-Kunden bezahlen Android-Apps per Handyrechnung



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Wissenschaft: Luftblasen werden zu lasergesteuerten Robotern
Wissenschaft
Luftblasen werden zu lasergesteuerten Robotern

US-Forscher haben Mikroroboter mit Laserantrieb entwickelt: Die Roboter bestehen aus Luftblasen, die mit einem Laser bestrahlt werden. So können viele der Blasenroboter individuell gesteuert und zu Strukturen angeordnet werden.

  1. Kickstarter Hexy, der sechsbeinige Open-Source-Roboter
  2. Clothbot Roboter klettert am Hosenbein hoch
  3. Roboter HYQ wird zum robotischen Zentaur

Ascent: Spiel um Game of Thrones auf Facebook
Ascent
Spiel um Game of Thrones auf Facebook

Der US-Serienerfolg Game of Thrones bekommt einen dritten Spieleableger: Das Entwicklerstudio Disruptor Beam arbeitet unter dem Titel Ascent an einem Socialgame, das Story mit Strategie verbinden soll - zur Freude von Fantasyautor George R.R. Martin.

  1. dtp Entertainment Hoffen auf den Insolvenzverwalter und neue Spiele
  2. Spielepublisher in Not dtp Entertainment meldet Insolvenz an
  3. Color-Grading Von Game of Thrones 2 bis Drakensang Online

Fachkräftemangel: 45 Prozent der IT-Beschäftigten sind überlastet
Fachkräftemangel
45 Prozent der IT-Beschäftigten sind überlastet

858.000 Beschäftigte hat die IT-Branche. Fast die Hälfte ist infolge knapper Personalressourcen überlastet, so die IT-Unternehmen.

  1. Freie Softwareentwickler Welche Programmiersprachen angesagt sind
  2. Umfrage Jugendlichen ist das Smartphone wichtiger als Sex
  3. Youporn und Xvideos 30 Prozent des Internet-Datentraffics sind Pornovideos

Zum Artikel