Urheberrechtsabgaben: Druck aus Brüssel

Anzeige

Gegenwärtig existieren in 20 der 25 EU-Mitgliedsstaaten Systeme für Geräteabgaben. Dabei werden auf Geräte und Leermedien, mit denen Privatkopien von urheberrechtlich geschützten Werken angefertigt werden können, durch die Verwertungsgesellschaften pauschale Abgaben erhoben und an ihre Mitglieder verteilt. In Deutschland wurden die Sätze für Geräte- und Leermedien bisher vom Gesetzgeber festgelegt; mit der Urheberrechtsnovelle (2. Korb) soll sich das ändern. Dann soll die Höhe der Abgaben zwischen "den Beteiligten" individuell ausgehandelt werden.

Das nationale Monopol garantiert den Verwertungsgesellschaften und ihren Mitgliedern eine gute Position bei der Rechtedurchsetzung und vergleichsweise hohe Einnahmen. So hat etwa die GEMA im vergangenen Jahr 852 Millionen Euro eingesammelt, von denen rund 14 Prozent für Verwaltungsaufwendungen einbehalten wurden. Der Rest wurde an die GEMA-Mitglieder - Musikschaffende und Verwerter - nach einem komplizierten Verteilungsschlüssel ausgeschüttet. Wegen der Verteilung der Einnahmen wird den Verwertungsgesellschaften nicht nur aus Brüssel, sondern auch von Teilen ihrer Mitglieder immer wieder der Vorwurf der "Undurchsichtigkeit" und der "Eigennützigkeit" gemacht. Aus diesem Grund drängt Brüssel schon seit geraumer Zeit auf Reformen bei den Verwertungsgesellschaften.

Unter dem Druck haben einige Verwertungsgesellschaften angefangen, die europaweite Kooperation zu verstärken. McCreevy gehen die Schritte jedoch nicht weit genug. Die technologischen Entwicklungen der letzten Jahre und "die neuen Möglichkeiten, Inhalte zu genießen", erforderten Anpassungen. Die Verwertungsgesellschaften sollten daher "offen für Veränderungen" sein. Dass es ihm ernst damit ist, machte er deutlich: "Politiker stehen in der Verantwortung, die unterschiedlichen Standpunkte anzuhören und eine Angelegenheit in ihrer Gesamtheit zu betrachten. Aber irgendwann ist der Punkt erreicht, wo eine Entscheidung zu fällen ist und gehandelt werden muss."

Ganz so ernst scheint es ihm mit dem Handeln aber doch nicht zu sein, was einen Konflikt mit dem EU-Parlament heraufbeschwört. McCreevy möchte seine Vorschläge in eine "Empfehlung der Kommission" verpacken. Damit würde zwar signalisiert, welche Position die Kommission verträt. Rechtlich verbindlich für die Mitgliedsstaaten ist eine solche Empfehlung jedoch nicht - es läge daher in deren Belieben, ob sie entsprechende Maßnahmen ergreifen.

Dem Rechtsausschuss des EU-Parlaments geht ein solcher "weicher" Ansatz zur Lösung der Probleme im Bereich der Rechteverwaltung nicht weit genug. Stattdessen schlug die ungarische Sozialistin Katalin Levai vergangene Woche "einen verbindlichen Rechtsakt [...] in Form einer Richtlinie" vor, um "eine Harmonisierung auf diesem wichtigen Gebiet" zu erreichen. Die österreichische Sozialistin Maria Berger unterstützt diesen Vorschlag: "Verbindliche Regeln verändern die Dinge, andernfalls reagiert der Markt." [von Robert A. Gehring]

  1. 1
  2. 2

AlgorithMan 03. Dez 2006

du zahlst für ein musik album 15€... 3,00 € Handel 3,45 € Vertrieb 0,60 € Herstellung 2...

Frankie 01. Dez 2006

Aussagen einiger Leute zu diesem Thema sind sehr durcheinander und zeugen von sehr viel...

derlinzer 01. Dez 2006

"Stattdessen sollten DRM-Technologien eine größere Rolle spielen." WIR WOLLEN NICHT NOCH...

craesh 01. Dez 2006

Ich frage mich immer wieder: warum glaubt die IT-Industrie genau zu wissen, was Künster...

the_spacewürm 01. Dez 2006

"_Das_ österreichische Sozialisting Maria Berger unterstützt diesen Vorschlag...

Kommentieren




Anzeige
  1. JAVA-Entwickler/in
    über Schlagheck Radtke Oldiges Executive Consultants GmbH, Süddeutschland
  2. Testmanager / Teamleiter für Verbundtests von Werkzeugketten (m/w)
    dSPACE GmbH, Paderborn
  3. Senior Web Developer (m/w)
    Zieltraffic AG, München
  4. Java-Entwickler (m/w) - Bereich ERP
    HALTEC Hallensysteme GmbH, Korntal-Münchingen

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Meistgelesen
  1. Radeon HD 7770 und 7750 im Test

    Die Grafikkarte mit 1 GHz für 159 Euro

  2. Youporn-Betreiber

    Hacker will 350.000 Datensätze bei Pornoseite erbeutet haben

  3. Smartphone-App

    Remove löscht störende Menschen im Bild

  4. Google

    Wir haben den größten DNS-Dienst

  5. Nortel Networks

    Nortel war fast zehn Jahre lang gehackt


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 270 | letzter Beitrag 13.02. 23:28

  2. Kommentare: 202 | letzter Beitrag 10:20 Uhr

  3. Kommentare: 194 | letzter Beitrag 14.02. 13:50

  4. Kommentare: 117 | letzter Beitrag 14.02. 12:39

  5. Kommentare: 106 | letzter Beitrag 10:30 Uhr

Mehr


  1. Sicherheitslücke

    Groupware Horde enthält Backdoor

  2. Zynga

    2,9 Millionen zahlende Kunden bei Castleville & Co.

  3. Cloud-Smartphone

    Acer bestätigt Cloud Mobile mit Android 4

  4. Ron was wrong, Whit is right

    RSA-Schlüssel unsicherer als gedacht

  5. Bioware

    Kurz die Welt retten in der Demo zu Mass Effect 3

  6. Adobe

    Photoshop CS6 mit Content-Aware Move

  7. Google

    Wir haben den größten DNS-Dienst

  8. Lensbaby

    Teleobjektiv mit absichtlicher Unschärfe

  9. Smartphone-App

    Remove löscht störende Menschen im Bild

  10. Radeon HD 7770 und 7750 im Test

    Die Grafikkarte mit 1 GHz für 159 Euro



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Eye-Tracking: Bewegungsabhängige Bildschirmoberfläche von Apple
Eye-Tracking
Bewegungsabhängige Bildschirmoberfläche von Apple

Apple hat in den USA einen Patentantrag eingereicht, der eine Benutzeroberfläche beschreibt, die sich der Position des Nutzers vor dem Bildschirm anpassen kann. Die Frontkamera erfasst den Blick des Anwenders und ändert zum Beispiel den Schattenwurf der Icons.

  1. Apple Apple-Aktie erreicht neuen Höchststand
  2. Nicht-Abwerbe-Pakt Google hat mit Apple und Intel gemauschelt
  3. John Browett Apple will mit neuem Chef seine Ladenkette ausweiten

IMHO: Windows 8 - Microsofts Befreiungsschlag
IMHO
Windows 8 - Microsofts Befreiungsschlag

"Windows Reimagined", so bezeichnet Microsoft Windows 8. Es ist die größte Veränderung von Microsofts Betriebssystem seit Windows 95 und soll mit neuem UI und dem neuen API WinRT zum großen Befreiungsschlag für Microsoft werden.

  1. Beta Consumer Preview von Windows 8 am 29. Februar 2012
  2. Windows Explorer Windows 8 Beta mit weiteren Verbesserungen
  3. Sensor-Fusion Windows 8 soll Sensornutzung vereinfachen

Test X-Plane 10: Flugsimulator mit Openstreetmap und vielen Rechnern
Test X-Plane 10
Flugsimulator mit Openstreetmap und vielen Rechnern

Ernsthafte Flugsimulationen gibt es kaum noch. Eine der letzten verbliebenen ist X-Plane 10 für Windows, Mac OS X und Linux. Golem.de hat sich ins virtuelle Cockpit gesetzt und den Flugsimulator mit mehreren Rechnern und iPads als Instrumente gespielt.


Zum Artikel