Der Pakt zwischen Novell und Microsoft schmeckt der Free Software Foundation (FSF) ganz offenbar nicht. Gegenüber CNN erklärte FSF-Justiziar Eben Moglen, das Abkommen werde gegen die GPL v3 verstoßen, die derzeit entwickelt wird. Bis zu ihrer Fertigstellung, die für März 2007 geplant ist, werde die Lizenz noch entsprechend angepasst, so dass Vereinbarungen wie die zwischen Novell und Microsoft klar gegen die Lizenz verstoßen.
Der FSF geht es dabei nicht um das Marketing-Abkommen zwischen Novell und Microsoft. Microsofts Versprechen, mit seinen Patenten nicht gegen Novell-Kunden und nichtkommerzielle Entwickler vorzugehen ist es, was der FSF aufstößt. Das
berichtet Roger Parloff in seinem CNN-Money-Blog "Legal Pad" unter Berufung auf Eben Moglen.
Er sei von seinem Klienten [der FSF]
darüber informiert worden,
"dass die Version 3 Maßnahmen enthalten wird, die verhindern, dass es entsprechende Vereinbarungen in der Zukunft geben wird", zitiert Parloff Moglen.
Novell hält indes am Pakt mit Microsoft fest, die Zusammenarbeit mit Microsoft sei für die Open-Source-Community von großem Wert, teilt das Unternehmen in einer Stellungnahme zu den Plänen der FSF mit. Man habe die Vereinbarung mit Microsoft explizit so
gestaltet, dass die GPL in der aktuellen Version 2 nicht verletzt wird. Die GPL v3 sollte nicht dahingehend verdreht werden, eine Transaktion, die der Verbreitung von Linux im Unternehmenumfeld hilft, rückgängig zu machen, schreibt Novells Marketing-Chef John Dragoon.
(ji)