WOS4: Mehr Freiheit!
Bericht von der Eröffnung der Berliner Konferenz "Wizards of OS"
Dieses Jahr findet zum vierten Mal die Konferenz "Wizards of OS", kurz WOS 4, in Berlin statt. Unter dem Titel "Information Freedom Rules" werden drei Tage lang Veranstaltungen zu den Themen "Autorenschaft und Kultur", "Wirtschaft und Arbeit" sowie "Regeln und Werkzeuge der Freiheit" angeboten. Das Panel "Freedom Expanded" beschäftigte sich mit Fragen der kulturellen Innovation, ihren technischen Voraussetzungen und möglichen Visionen.
Unter der Diskussionsleitung von Felix Stalder, Dozent an der Zürcher Kunstakademie und Mitbegründer von Openflows.org, fanden sich Vertreter aus mehreren Ländern zusammen, um Projekte und theoretische Standpunkte zu präsentieren.
Den Anfang machte Alexei Blinov aus London, der die Idee von Hive Networks vorstellte. Sein Ausgangspunkt war eine Kritik an den etablierten Strukturen im Publikationsbereich, die er folgendermaßen charakterisierte: "Große, globalisierte Infrastrukturbesitzer zusammen mit großen, globalisierten, kommerziellen Verlegern." Auf der anderen Seite sieht er "individuelle, schlecht miteinander vernetzte, naive Anwender". Zwischen beiden Seiten würde ein "Ungleichgewicht" bestehen, den Hive Networks überwinden sollten.

Felix Stalder, Rasmus Fleischer, Doma Smolja, Carmen Weisskopf, Alexei Blinov (v.l.n.r)
Statt sich der Ausbeutung durch die etablierten Publikationsstrukturen auszusetzen, die zudem mit einem allgegenwärtigen Verlust an Privatsphäre einherginge, sollten die Leute eine eigene Publikationskultur aufbauen. Eine Reihe von Bausteinen dafür würde bereits existieren, so Alexei Blinov: "Peer-to-Peer-Netzwerke; Mesh-Netze; gemeinsamer Besitz von Netzwerken; billige, vernetzbare Geräte der Handheld-Klasse." Zusammen mit "demokratischen Werkzeugen für Vernetzung und Publizieren" lasse sich so der Traum vom "individuellen Fluss der Informationen" verwirklichen. Im Rahmen der WOS 4 soll der aktuelle Stand der Entwicklung der Hive-Technologien live vorgeführt werden.
Als Zweite waren Carmen Weisskopf und Doma Smoljo von der Mediengruppe Bitnik aus Zürich an der Reihe. Bitnik setzt den Schwerpunkt der Aktivitäten auf "kulturelle und künstlerische Software". Eine besondere Rolle spielen dabei "Mapping und Hacking". Beim Mapping werden globale Zusammenhänge wie zum Beispiel die Verteilung von Computern in der Welt sichtbar gemacht. Auch wird die Funktionsweise von technischen Systemen visuell erschlossen. Mittels Hacking werden Systeme hingegen ganz konkret "fürs Mitmachen geöffnet".






Kommentieren