Interview: Ownloads - Eine Chance für Video-Downloads?
Golem.de: Ist denn geplant, auch mal direkt mit Künstlern oder unabhängigen Filmern zusammenzuarbeiten, beispielsweise Kurzfilm-Pakete zu verkaufen?
Brunner: Noch haben wir keine Kurzfilme, aber ich habe mal ein Kurzfilmportal gegründet. Insofern: Für so was schlägt mein Herz. (lacht) Dadurch, dass wir eben eine Peer-to-Peer-Plattform sind und breit streuen können, können wir natürlich langfristig ein sehr breites Angebot machen. Das ist wiederum ein Vorteil gegenüber der zentralen Streamingtechnologie, die alles zentral auf Servern hat, einen Cachingserver braucht und so weiter. Den in2movies-Dienst möchten wir auch durchaus in Richtung Filmkompetenz entwickeln und deswegen denken wir auch genau über Spezialitäten nach und nicht nur über die großen Blockbuster. Kurzfilm ist ein schönes Thema, weil es ein Markt ist, in dem ich mich selber lange getummelt habe, es gibt eine sehr dezidierte Kurzfilmgemeinde in Deutschland. Diese Leute gehen auf Kurzfilmfestivals und treffen sich. Aber Kurzfilme auf DVDs gibt es relativ wenige, weil das nicht die Zielgruppe ist, die man mit einer DVD erreicht.
Golem.de: Das Berliner Stadtmagazin Tipp hatte mal eine DVD mit Kurzfilmen anlässlich eines Filmfestes beigepackt.
Brunner: Es gibt tolle Filme. Dieselben Filmemacher, die am Anfang ihrer Karriere Kurzfilme machen, sind es, die später in Deutschland TV-Serien und TV-Movies und große Filme machen. Florian Henkel von Dallersmark zum Beispiel, der jetzt "Das Leben der anderen" gemacht hat, von dem stammt ein Dreiminutenfilm namens Dobermann, ein ganz fantastischer Film.
Golem.de: Ist in2movies zufrieden mit dem DRM-System von Microsoft?
Brunner: Ja, würde ich sagen. Das ist der Marktstandard, die Leute kennen das System aus dem Musikbereich. Natürlich kann man an dem in2movies-System - wie immer wenn man neu in einen Markt geht und entwickelt - noch ganz, ganz viel verbessern. Und das werden wir eben kontinuierlich tun. Aber wir haben jetzt eine Version, mit der wir gut in den Markt gehen können und - wir haben sie eben diesbezüglich auch noch mal auf Herz und Nieren geprüft und viel an Kleinigkeiten verbessert.
Golem.de: Wird es irgendwann auch den großen in2movies-Shop geben, wo es nicht nur Filme, sondern auch Musik gibt?
Brunner: Ausschließen kann man nichts. Aber, wie gesagt, wir konzentrieren uns ganz bewusst auf den Filmmarkt, denn das ist neu.
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