Datenschützer: Bürger werden "immer mehr" überwacht

Peter Schaar warnt vor einer Entwicklung hin zu einer Überwachungsgesellschaft

Die Überwachung von Bürgern hat "deutlich" zugenommen, so das Fazit des Bundesbeauftragten für den Datenschutz, Peter Schaar, fünf Jahre nach den Anschlägen auf die USA. Deutschland entwickle sich immer mehr zu einer Überwachungsgesellschaft, beklagt Schaar im Interview mit der Netzeitung.

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Kurz vor der Sondersitzung der Innenminister zur Einführung einer Anti-Terror-Datei hat der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar, vor Aktionismus im Kampf gegen den Terrorismus gewarnt. Er sehe mit Sorge, dass sich Deutschland "immer mehr" zu einer Überwachungsgesellschaft entwickle, sagte Schaar im Interview mit der Netzeitung. "Das ziellose Erheben und Auswerten von Daten halte ich nicht nur für einen wenig effizienten, sondern auch für einen verfassungsrechtlich höchst problematischen Weg."

Die Innenminister von Bund und Ländern hoffen an diesem Montag bei ihrer Sonderkonferenz in Berlin trotz anhaltender Differenzen und nach jahrelangem Streit auf einen Durchbruch bei der Anti-Terror-Datei. Der Datenschützer beklagte, dass die Diskussion über das Problem der Überwachung "vielfach verkürzt geführt" werde. "Bisweilen wird ausgeblendet, was die jeweilige Maßnahme bewirken kann und ob es Alternativen gibt, die angestrebten Ziele, insbesondere mehr Sicherheit im öffentlichen Raum, zu erreichen", sagte Schaar. Das sehe ich außerordentlich kritisch, zumal die Überwachung ganz überwiegend Unverdächtige betrifft."

Dass es "deutlich mehr Überwachung" gebe, ist nach Ansicht von Schaar auch eine Folge der Terroranschläge auf die USA am 11. September 2001. Gleichwohl sei Deutschland kein Überwachungsstaat, sondern ein Rechtsstaat, den es zu verteidigen gelte. "Es kann nicht sein, dass nach jedem geglückten oder vereitelten Anschlag an der Gesetzesschraube gedreht wird", warnte der Datenschützer. "Die Politik sollte immer eine genaue Vorstellung davon entwickeln, was effektive Maßnahmen sind und wie die Freiheitsrechte der Bürgerinnen und Bürger gewahrt werden können."

Ungeachtet dessen besteht nach Ansicht Schaars die Gefahr, dass gerade der Rechtsstaat überfordert sein könnte, wenn es um die Abwehr einer so genannten asymmetrischen Bedrohung geht - einer Gefährdung durch nichtstaatliche Akteure wie terroristische Netzwerke. "Der Rechtsstaat selbst basiert ja darauf, dass man nicht pauschal verurteilt, inhaftiert und überwacht, sondern dass man die Freiheitsrechte der Bürgerinnen und Bürger wahrt", erläuterte der Datenschützer.

Daher dürften auch angesichts einer asymmetrischen Bedrohung die rechtsstaatlichen Prinzipien nicht aufgegeben werden. "Wenn man sie aufweicht, wäre damit eine Entwicklung eingeleitet, wie sie von Terroristen gewünscht ist", warnte Schaar. Überreaktionen im Kampf gegen den Terror seien deshalb "immer falsche Reaktionen", argumentierte er. "Es muss immer mit kühlem Kopf, hoher Sensibilität und Rechtsstaatsempfinden gehandelt werden."

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Snakebite 21. Sep 2006

Es tut mir leid, das sagen zu müssen, aber wenn hier einer runterzieht, dann so Leute...

Michael - alt 06. Sep 2006

Hast schon ein merkwürdiges Verständnis von Humor. Hab mal so einen Tip: Geh mal auf...

Tele Tullyban 05. Sep 2006

Hui, vielleicht tut insgesamt ein wenig Mäßigung bei diesem Thema gut. Abgedroschen aber...

Michael - alt 05. Sep 2006

Jooo Kindchen, lach Du nur. Ich hoffe daher, daß Du nie in die Situation kommst hoffen...

k-man 05. Sep 2006

Da soufliert mir der Gedanke eines Zeitungartikels: hehe

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