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SanDisks MP3-Player auf der IFA beschlagnahmtPatentstreit: Sisvel lässt Geräte beschlagnahmen
Wie das Unternehmen immerhin gegenüber Golem.de erklärte, bekam es am Freitag Besuch vom Zoll. Ob dieser, wie auf der Messe zu hören ist, die Geräte beschlagnahmt hat oder ob SanDisk sie freiwillig aus den Auslagen entfernt hat, ist nicht zu erfahren. Ebenso wenig wollte SanDisk sagen, welches konkurrierende Unternehmen oder welcher vermeintliche Lizenzinhaber die Aktion angestoßen haben könnte. Aber, so ein Sprecher des Unternehmens, von den gegenwärtigen
Rechtsstreitigkeiten seien auch noch 22 andere Firmen betroffen - ein kurzer Rundgang zeigt aber bei führenden Anbietern von MP3-Playern noch alle aktuellen Geräte.
SanDisk gibt sich in Berlin äußerst zugeknöpft und zieht bei Fragen nach dem Vorgang sofort einen Anwalt hinzu. Offenbar nimmt man die Situation äußerst ernst, und der Jurist meinte auch gegenüber Golem.de: "Man muss rechtliche Vorgänge ernst nehmen, weil man nur dann die entsprechenden Maßnahmen treffen kann." Weitere Aussagen gab es nicht, stattdessen eine vorbereitete schriftliche Erklärung, deren Übersetzung wir hier im vollen Wortlaut wiedergeben: "Es ist generell SanDisks Politik, schwebende rechtliche Verfahren nicht zu kommentieren. In einem gegenwärtig beim Amtsgericht Mannheim anhängigen Prozess zeigt SanDisk, dass seine MP3-Player mit einer Technologie arbeiten, die sich völlig von Übertragungs- und Wiedergabe-Techniken unterscheidet, wie sie für Philips und andere vor vielen Jahren patentiert wurden. Auch die Meinung eines Experten, der die MP3-Komprimierung von digitalem Audio mitentwickelt hatte, stützt SanDisks Position. In der gegenwärtigen Streitsache verletzt SanDisk keinerlei Patent." Von diesem Text sollte man sich aber nicht auf die falsche Fährte führen lassen. Hinter dem Besuch des Zolls bei SanDisk steckt die italienische Firma Sisvel, die dies auch gegenüber Golem.de bestätigte. Sisvel vermarktet nach eigenen Angaben MPEG-1- und MPEG-2-Patente (Level I, II und III) für deren Inhaber und hat auch schon andere Unternehmen zur Kasse gebeten und hat nach eigenen Angaben auch bei anderen Anbietern auf der IFA Geräte einkassieren lassen. Zu den Lizenznehmern zählen im Audio-Bereich laut Sisvel unter anderem Archos, BenQ Europe, Bose, Cowon, Creative, France Telecom, iRiver, Kenwood, Loewe, Marantz, Matsushita/Panasonic, Motorola, MSI, NEC, Netgear, Nokia, Samsung, Sharp, Sony, Sony Ericsson, TDK, TEAC, Toshiba, JVC, Yamaha und in Bezug auf MPEG 2 auch Thomsom, Mitentwickler von MPEG 1 Layer III alias MP3. Auch schon auf anderen Messen wie der IBC ließ Sisvel Beschlagnahmungen durchführen. Mehr zu den Hintergründen des Falls lesen Sie in unserem Artikel Sisvel vs. SanDisk: Krieg um MP3-Patente. (nie)
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