Die Gewaltspieldebatte geht weiter - Spitzer gegen Horx

"Eltern investieren Milliarden, um unseren Nachwuchs im Töten auszubilden"

In der Diskussion um einen schärferen Jugendschutz ist Manfred Spitzer, der Leiter der psychiatrischen Uni-Klinik in Ulm, durch seine deutliche Kritik an Computer- und Videospielen aufgefallen. Im populärwissenschaftlichen Magazin P.M. äußert sich Spitzer nun über das "Tötenlernen per Software", wirft Eltern vor, Milliarden für diese "Ausbildung" auszugeben und streitet Spielen jegliche positiven Auswirkungen ab.

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Die Hauptthese von Spitzer lautet "zu viel Medienkonsum macht unsere Kinder dick, dumm und gewalttätig". Während per Fernsehen und Videofilme Gewalt jedoch nur konsumiert werde, sollen Computerspielen sie aktiv trainieren. Im Grunde ein unglaublicher Vorgang, so Spitzer: "Wohlmeinende (aber unwissende) Eltern investieren Milliarden, um unseren Nachwuchs im Töten auszubilden", so der Wissenschaftler. Das Töten werde immer realistischer und immer grausamer eingeübt.

Mit seinem Text, der im P.M. Magazin 9/2006 erschien und auch online zu lesen ist, schießt sich Spitzer auf den Trendforscher Matthias Horx ein, der eine Ausgabe (P.M. Magazin 8/2006) zuvor über die Chancen und Möglichkeiten von Computerspielen nachdachte. Die Folgen von elektronischen Spielen sieht Spitzer in einer Abstumpfung gegenüber realer Gewalt und dem Anstieg von Gewalt in allen Lebensbereichen. Der größte Schaden würde in Schulen und Familien angerichtet, bleibe jedoch verborgen. Nur Extreme würden gelegentlich sichtbar werden, etwa Gewalttaten an Schulen, deren Namen Spitzer herunterrattert, als ob unerschütterlich fest stehe, dass Medienkonsum und insbesondere Spiele verantwortlich sind. Die persönlichen Lebensumstände der jeweiligen Täter erwähnt Spitzer dabei nicht.

Von anderen stammende positive Aussagen zu Spielen hält Spitzer für falsch. Eine Intelligenzsteigerung lasse sich nicht ausmachen, ebenso wie noch keine Steigerung des Selbstvertrauens belegt worden sei. Die soziale Kompetenz werde auch nicht gesteigert, Studien hätten das Gegenteil gezeigt: "Diese Medien führen zu Vereinsamung und zu Depression", so Spitzer in seinem Kommentar. Auf das wachsende Interesse am gemeinsamen Spiel, die steigene Vernetzung, öffentliche Tagebücher (Blogs), weitere moderne Kommunikationsformen sowie Offline-Treffen zwischen Spielern geht Spitzer nicht ein.

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Brompf 17. Jun 2008

Denken schadet ja auch, lach und spiel nicht so viel, dann ist alles gut, mein Kind

Frank87 03. Okt 2007

hier gibt es auch Importgames,günstig, gut und schnell: http://www.wogalzey.de

Hvoralek 21. Nov 2006

Wahrscheinlich sind viele hier selbst Spieler (*meld*). Und wo liegt Dein Problem? Wenn...

Thomas F 21. Nov 2006

Merkt Ihr nicht, dass * (fast) alle Argumentationsketten FÜR die Spiele laufen? * Ihr...

Bibabuzzelmann 12. Nov 2006

Und auserdem, wie soll man dann herausbekommen, wie sich das Kind selbst entscheiden...

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