Die Open-Source-Initiative räumt auf

Neue Ordnung für Open-Source-Lizenzen

Die Open-Source-Initiative (OSI) macht bei ihren Aufräumarbeiten im Dschungel der Open-Source-Lizenzen Fortschritte. Das "License Proliferation Committee" legte jetzt einen ersten Entwurf einer neuen Ordnung für Open-Source-Lizenzen fest.

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Die OSI reagiert damit auf die Kritik an der ausufernden Zahl von Open-Source-Lizenzen, denn die zahlreichen Lizenzen würden die weitere Verbreitung von Open Source zunehmend bremsen, hatte die Initiative im April 2005 erklärt. Zwar kann die OSI niemandem untersagen, neue Lizenzen zu schaffen oder zu benutzen, man will sich aber für eine Besinnung auf das Wesentliche stark machen.

Zudem kann die Open-Source-Initiative dafür sorgen, dass nicht unnötig neue Lizenzen zertifiziert werden. Im letzten Jahr hat die OSI dazu bereits strengere Regeln für die Zertifizierung von Open-Source-Lizenzen festgelegt. Seitdem müssen zertifizierte Lizenzen drei neue Kriterien erfüllen: Sie dürfen andere Lizenzen nicht duplizieren, sie müssen klar und verständlich formuliert sowie wiederverwendbar sein.

Zudem arbeiten Prof. Jennifer Urban und Prof. Sameer Verma an einem webbasierten Werkzeug, das die Auswahl einer passenden Lizenz vereinfachen soll.

Darüber hinaus hat die OSI die einzelnen Open-Source-Lizenzen neu klassifiziert und fasst diese in fünf Gruppen zusammen: Populäre Lizenzen oder solche mit einer starken Community, Spezial-Lizenzen, redundante Lizenzen, die durch populärere ersetzt werden könnten, nicht wiederverwendbare sowie sonstige Lizenzen.

In die erste Gruppe, also die populären Lizenzen, fallen die Apache License 2.0, die neue BSD-Lizenz, die GNU General Public License (GPL), die GNU Library or "Lesser" General Public License (LGPL), die MIT-Lizenz, die Mozilla Public License 1.1 (MPL), Suns Common Development and Distribution License, IBMs Common Public License sowie die Eclipse Public License. Drei Lizenzen fallen unter die Spezial-Lizenzen: die Educational Community License, die von Regierungen und Verwaltungen genutzte Lizenz der NASA und die Lizenz der Open Group Test Suite speziell für Test-Suiten.

Als redundant gelten die Academic Free License (ersetzbar durch Apache 2.0), die Attribution Assurance Licenses (BSD), die CUA Office Public License (MPL 1.1), die Eiffel Forum License V2.0 (BSD), die Fair License (BSD), die Historical Permission Notice and Disclaimer (BSD), die Lucent Public License Version 1.02 (CPL), die University of Illinois/NCSA Open Source License (BSD) und die X.Net License (MIT). Weitere 24 Lizenzen wurden als nicht wiederverwendbar eingestuft, darunter die Apple Public Source License, die IBM Public License, die Nokia Open Source License, die PHP License, die Python-Lizenz, die Real Networks Public Source License V1.0, die Sleepycat License, die Sun Public License, die W3C-Lizenz und die Zope Public License.

Weitere fünf Lizenzen wurden von ihren Schöpfern bereits zu den Akten gelegt, darunter die Intel Open Source License, die Jabber Open Source License und die Sun Industry Standards Source License (SISSL).


ich2 21. Aug 2006

"...als nicht wiederverwendbar eingestuft..." ist IMHO etwas unglücklich formuliert. Aus...

heiß 21. Aug 2006

Das passt besser in's heise Forum!

Der Lizenz-Keks 21. Aug 2006

Da müsste mindestens ein weiterer Fall bei sein, in dem es zu einer Verhandlung kam...

gepeellt 21. Aug 2006

Wo sollen da die vielen GPL-Gerichtsenturteile (nicht Einlenken vor einer Verhandlung...

NN 20. Aug 2006

Also die Anti-OSS Sprüche sind noch besser als das Win/Linux geflame. Bei den...

Kommentieren


Fedora-Blog.de / 20. Aug 2006

Aufräumarbeiten im OS-Lizenzdschungel



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