EU will Telekom-Regulierung abbauen

Klare Absage an die VDSL-Pläne der Bundesregierung

Die Europäische Kommission strebt Änderungen im europäischen Telekommunikationsmarkt an. Die Vorabregulierung soll in mindestens 6 von 18 bestehenden Telekommunikationsmarktsegmenten auslaufen, einschließlich der Marktsegmente Inlands- und Auslandsverbindungen.

Anzeige

Für die Märkte, in denen der Wettbewerb noch nicht wirklich funktioniert - explizit genannt wird der Breitbandmarkt -, will die Kommission, dass die EU-Rechtsvorschriften wirksamer angewandt werden, um den Wettbewerb im gesamten Binnenmarkt anzukurbeln. Die Kommission spricht sich daher ganz deutlich gegen den Gedanken eines zeitweiligen Regulierungsverzichts zu Gunsten etablierter Betreiber aus, wie ihn die Bundesregierung für das VDSL-Netz der Telekom plant.

Darüber hinaus befürwortet die Kommission einen gemeinsamen, stärker marktorientierten Ansatz für die Zuweisung der Funkfrequenzen, die erforderlich sind, damit innovative Dienste und Geräte EU-weit funktionieren. Bestimmte Funkfrequenzbänder sollen durch eine stärkere Verwendung gemeinsamer, europaweit festgelegter Regeln effizienter verwaltet werden. Außerdem sollten die Funkfrequenzen verstärkt entsprechend der Marktnachfrage vergeben werden, um Unternehmen neue, europaweite Geschäftsmöglichkeiten zu eröffnen.

Ziel der Kommission sei die vollständige Umsetzung der neuen Rechtsvorschriften bis zum Jahr 2010. Dazu startete sie heute eine öffentliche Konsultation zu den politischen Optionen für eine Aktualisierung des "Rechtsrahmens für die elektronische Kommunikation", d.h. der EU-Telekommunikationsvorschriften aus dem Jahr 2002. Diese umfasst die Bereiche Festnetztelefonie, Mobilfunk und Breitbanddienste - ein Markt, der 2005 in der EU einen Wert von mehr als 270 Milliarden Euro darstellte.

"Die Telekom-Vorschriften der EU werden nur so lange in Kraft bleiben, bis wir in allen Märkten einen effektiven Wettbewerb erreicht haben", so Wettbewerbskommissarin Viviane Reding: "De facto herrscht bereits Wettbewerb in zwei Dritteln dieser Märkte. Auf den übrigen Märkten benötigen wir nun eine effizientere, zügigere und straffere Anwendung der EU-Vorschriften. Für den europäischen Binnenmarkt ist es ein ernstes Problem, wenn die einzelstaatlichen Gesetzgeber nicht gleichermaßen entschlossen sind, die vorhandenen Wettbewerbsprobleme möglichst rasch zu beseitigen. Bei Verzögerungen besteht die Gefahr einer Benachteiligung von Unternehmen aus anderen EU-Ländern."

Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes fügte hinzu: "Die Behörden sollten nicht in Märkten intervenieren, in denen der Wettbewerb bereits niedrigere Preise, hohe Qualität und innovative Dienste für den Verbraucher gewährleistet. Aber in anderen Bereichen dieses Sektors, wo eine Regulierung noch notwendig ist, muss diese europaweit effektiver gestaltet und harmonisiert werden." In den meisten Mitgliedsstaaten sei in den letzten Jahren durch die Vorabregulierung ein intensiver Wettbewerb bei Inlands- und Auslandsgesprächen entstanden. Auf diesen Märkten kann die Regulierung daher stufenweise abgebaut werden. Außerdem befragt die Kommission am heutigen 29. Juni 2006 die Interessengruppen, ob zwei weitere Märkte von der Liste der für eine Regulierung in Frage kommenden Märkte gestrichen werden können: die Großkundenmärkte für den Netzzugang und den Verbindungsaufbau in öffentlichen Mobilfunknetzen sowie der Markt für Rundfunkübertragungsdienste.

Insgesamt sei der Wettbewerb jedoch noch zu schwach, um auf eine sektorspezifische Regulierung in anderen Großkundenmärkten, z.B. im Breitbandbereich, verzichten zu können, heißt es von Seiten der EU-Kommission.


Paul0010101010 04. Jul 2006

Die Telekom hat ein großes Problem mit wettbewerb. Jeden monat verliert die telekom bis...

* ~ KARTAR ~ * 01. Jul 2006

hätte nicht gedacht, das man den monopolisten, wie der telekom nen riegel vorschieb...

Kommentieren


IPTV today / 09. Jul 2006

VDSL wird zunächst nicht reguliert



Anzeige
  1. Technical Consultant Mobile Anwendungen (m/w)
    BayWa AG, München
  2. Senior Web Developer (m/w)
    ckc ag, Braunschweig, Berlin
  3. Softwareentwickler (m/w) TargetLink Code-Generator
    dSPACE GmbH, Paderborn
  4. Anwendungsentwickler (m/w) für die Betreuung der Schriftgutsysteme
    Techniker Krankenkasse, Hamburg

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Anzeige
nicht verzweifeln

Meistgelesen
  1. Gema-Vermerk

    Youtube sperrt irrtümlich Acta-Video von Bruno Kramm

  2. Tablet-Nachfolger

    iPad-3-Teile aufgetaucht

  3. IBM-Mainframe

    Nasa schaltet letzten Großrechner ab

  4. ProLiant Gen8

    HP macht Server unabhängig

  5. Linux-Handbuch

    Umfassendes Nachschlagewerk als Openbook erhältlich


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 270 | letzter Beitrag 13.02. 23:28

  2. Kommentare: 192 | letzter Beitrag 11:50 Uhr

  3. Kommentare: 182 | letzter Beitrag 11:08 Uhr

  4. Kommentare: 116 | letzter Beitrag 13.02. 18:47

  5. Kommentare: 96 | letzter Beitrag 13.02. 16:40

Mehr


  1. Farmville & Co.

    Patentklage gegen Zynga

  2. Document Foundation

    Libreoffice 3.5 ist fertig

  3. Pegatron

    Übt Apple Druck auf OEM-Hersteller von Ultrabooks aus?

  4. Blackhole Toolkit

    Cryptome gehackt und mit Malware infiziert

  5. Piranha Bytes

    Risen 2 geht am 20. Februar in den geschlossenen Betatest

  6. Google

    EU und USA geben Kauf von Motorola frei

  7. Watchdog

    Mozilla visualisiert Wiederverwendung von Passwörtern

  8. Apple

    Apple-Aktie erreicht neuen Höchststand

  9. SSL

    Twitter macht HTTPS zum Standard

  10. Tim Schafer

    40.000 US-Dollar für einen Konsolenpatch



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Paypal: Nutzern von Kino.to drohen Strafverfahren
Paypal
Nutzern von Kino.to drohen Strafverfahren

Zahlenden Nutzern der im Juni 2011 geschlossenen Filmplattform Kino.to drohen dem Nachrichtenmagazin Focus zufolge Strafverfahren. Rechtsanwalt Udo Vetter befürchtet sogar Hausdurchsuchungen, "wenn die Strafverfolger sich auf glattes Parkett begeben". Noch im Februar 2012 will die GVU zudem gegen den Kino.to-Nachfolger Kinox.to Strafanzeige erstatten.

  1. Kino.to-Prozess Kein Unterschied zwischen Streaming und Herunterladen
  2. Kino.to Drei Jahre Haft wegen Links auf illegale Filmkopien
  3. Kino.to Haftstrafe wegen gewerbsmäßiger Urheberrechtsverletzung

Datenskandal: Millionen Arztrezeptdaten offenbar illegal gehandelt
Datenskandal
Millionen Arztrezeptdaten offenbar illegal gehandelt

Illegal wurden jahrelang Daten gesammelt, die genau verraten, wer in Deutschland welche verschreibungspflichtigen Medikamente benötigt. Landesdatenschützer Thilo Weichert vermutet einen der größten Datenskandale der Bundesrepublik im Medizinbereich.

  1. Thilo Weichert Facebooks Timeline-Einführung ist "ultradreist"
  2. Like-Button Datenschützer will Facebook von Behördenseiten verbannen
  3. US Patriot Act Auch deutsche Cloud-Betreiber von Geheimdiensten bespitzelt

Bing, Blekko, Duck Duck Go: Googeln ohne Google?
Bing, Blekko, Duck Duck Go
Googeln ohne Google?

Die überarbeitete Version der Google-Suche "Search, plus Your World" hat heftige Debatten ausgelöst. Vor allem der Datenschutz steht mal wieder im Vordergrund der Kritik. "Geht es eigentlich auch ohne Google?", fragen sich daher viele Nutzer. Der Blogger Marcel Weiß hat es 18 Monate lang getestet.

  1. "Focus on the User" Facebook und Twitter zeigen Google, wie soziale Suche geht
  2. Neuer Algorithmus Google straft Seiten mit zu viel Werbung ab
  3. Theseus-Projekt Quote soll die erste Zitate-Suchmaschine Deutschlands werden

Zum Artikel