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GPL ein Problem für Linux-Distributionsderivate?

Distributionen auf Basis anderer müssen kompletten Quellcode anbieten

Die Forderung der GPL, den Quelltext von Programmen bereitzustellen, könnte sich nun als Problem für Linux-Distributionen entpuppen, die auf anderen Distributionen basieren. Die Entwickler der Distribution Mepis wurden von der Free Software Foundation (FSF) gebeten, den kompletten Quelltext für alle Pakete der Distribution anzubieten, berichtet NewsForge. Bisher standen nur die Pakete zur Verfügung, die gegenüber Ubuntu veränderte Software enthalten.

Mepis-Entwickler Warren Woodford wurde laut NewsForge.com von der FSF auf den Absatz 3 der GPL hingewiesen. Dieser verlangt die Herausgabe des Quellcodes. Mepis basiert allerdings auf Ubuntu, so dass Woodford bisher nur Quelltext für von ihm geänderte Pakete angeboten hatte, beispielsweise den Kernel. Alle anderen Quellpakete sind über Ubuntu zu beziehen - dies reicht laut FSF aber nicht aus. In der GPL v3 soll dieses Problem sogar noch eindeutiger dargestellt werden: Leute wie Woodford, die ein anderes Projekt für ihr eigenes nutzen, sollen auch dessen kompletten Quelltext selbst anbieten.

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Dies sei notwendig, andernfalls wäre der Quelltext komplett verschwunden, würde das Ursprungsprojekt keinen Quellcode mehr anbieten, erläutert David Turner von der FSF gegenüber NewsForge. Auch Versionsunterschiede können für den Anwender zu Problemen führen, der Nutzer soll zu den von ihm eingesetzten Binarys passenden Quelltext erhalten können.

Andere Distributoren haben jedoch Vorkehrungen getroffen, wie NewsForge erfuhr. Klaus Knopper, dessen Knoppix-Live-CD auf Debian setzt, hat demnach ein Quelltextverzeichnis, das er auf Anfrage zugänglich macht. Auch die CentOS-Entwickler, deren Distribution auf Red Hat Enterprise Linux basiert, bieten sämtliche Quelltexte an. Andere wurden jedoch ebenfalls von der FSF angesprochen, wie John Andrews von Damn Small Linux. Auch er wusste nicht, dass er selbst für unmodifizierte Pakete den Quellcode zur Verfügung stellen muss, tut dies aber mittlerweile.

Auch Warren Woodford arbeitet nun daran, alle Quelltexte selbst anzubieten, ist jedoch mit der Anforderung weiterhin nicht einverstanden. Denn mit der GPL v3 würde es auch nicht mehr ausreichen, den Quelltext nur auf einem Wege zugänglich zu machen - für Mepis hieße dies also nicht nur einen Server aufzusetzen, sondern die Sourcepakete auch mit auf die CDs und DVDs zu packen. Mit der GPL v2 reicht es noch, den Quelltext auf einem Wege anzubieten. So ist Woodford davon überzeugt, dass diese Vorschrift zumindest die Kreativität in der Open-Source-Szene hemmen kann, wenn nicht sogar kleinere Distributionen zur Aufgabe bewegen könnte. Eine Ausnahme für Entwickler, die kleine Projekte pflegen, kommt für die FSF allerdings nicht in Frage, wie Turner gegenüber NewsForge sagte.

Turner schlägt vor, die so genannten Downstream-Distributionen sollten sich mit den Ursprungsdistributionen arrangieren. Dies klappt jedoch nicht in jedem Fall, das Fedora-Projekt beispielsweise hat gegenüber einer solchen Kooperation Bedenken, gab Max Spevack von Fedora gegenüber NewsForge an. Ein Lösung könnte daher rPath sein, ein kostenloses Werkzeug, um eine eigene Distribution zu erstellen. Damit müssen Entwickler zwar immer noch ihre eigenen Repositorys pflegen, aber keine eigenen Quellcodeverzeichnisse mehr aufsetzen.

Dennoch bleibt das Problem für kleine Distributionen: Bieten sie nicht sämtliche Pakete selbst an, verstoßen sie gegen die GPL. Sich darauf zu verlassen, dass alle ungeänderten Pakete über die Ursprungsdistribution erhältlich sind, reicht nicht aus.


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nicoledus 08. Jul 2006

hoffentlich darf ich dann auch meine Arbeitszeit mit einberechnen die ich habe um diese...

Kai F. Lahmann 28. Jun 2006

ja, aber eben jeder mit seinen eigenen Zielen, die sich eben nicht überschnitten haben...

BSDDaemon 28. Jun 2006

Wie kommst du von Lizenz auf Patent? Die Absicherung besteht darin, dass ein Projekt...

vergeben 28. Jun 2006

+v bitte /me

Tiberius Kirk 28. Jun 2006

...wenn die Quelltexte zugänglich sind. Wohin der Link zeigt, sollte dabei doch...



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