Roboter durch Hirnaktivität steuern - ohne Training

Durchbruch bei nicht invasiver Hirn-Maschine-Schnittstelle von ATR und Honda

Roboter und Maschinen mit Kraft der Gedanken zu steuern klingt eher nach Stoff für einen Science-Fiction-Roman. In den letzten Jahren gab es aber Fortschritte auf dem Gebiet der operationslosen Hirn-Maschine-Schnittstellen - einen Durchbruch vermeldeten nun japanische Forscher des Advanced Telecommunications Research Institute International (ATR) und des Honda Research Institute Japan (HRI).

Anzeige

Schere-Handhaltung im Kernspintomografen
Schere-Handhaltung im Kernspintomografen
Das neue "Brain Machine Interface" (BMI) der Partner soll es ermöglichen, Roboter nur mittels Digitalisierung von Hirnaktivitätssignalen zu steuern - ohne Implantate. Dabei werden die natürlichen Hirnaktivitäten durch externe Sensoren aufgezeichnet, dekodiert und die gewonnenen Daten zur Steuerung eines Roboters in "Beinahe-Echtzeit" eingesetzt. Der Erfolg der Forscher - basierend auf Erkenntnissen von Dr. Yukiyasu Kamitani von ATR und Dr. Frank Tong von der Vanderbilt University - soll Honda zufolge neue Arten von Schnittstellen zwischen Maschinen und dem menschlichen Hirn ermöglichen.

HRI und ATR haben die Theorie in ein System für Echtzeit-Decoding von Hirn-Aktivitäten mittels Kernspintomografie (Magnetic Resonance Imaging, MRI) zur Robotik-Steuerung umgesetzt. Honda zufolge kann dadurch eine Roboter-Hand die Bewegungen der Hand einer Testperson nachahmen, indem die hämodynamischen Reaktionen des Hirns verfolgt werden. Es wird also die Bewegung des Blutes im Gefäßsystem überwacht.

... wird vom Computer erkannt
... wird vom Computer erkannt
Zwar redet Honda von Echtzeit oder Beinahe-Echtzeit, noch ist man aber mit einer Verzögerung von 7 Sekunden zwischen der Bewegung der Hand der Testperson und der nachgeahmten Bewegung der Roboter-Hand etwas davon entfernt. Immerhin soll die Dekodiergenauigkeit bei 85 Prozent liegen. Konkret erwähnt werden Stein-Schere-Papier-Handhaltungen.

Das System ist dazu ausgelegt, spezifische Bewegungen zu erkennen, nicht um Gedanken wie ja oder nein zu dekodieren. Ein aufwendiges Training der Anwender für die Nutzung des neuen BMI-Systems soll dabei nicht nötig sein - die Stein-Schere-Papier-Handhaltungen sollen auch bei Erstnutzern recht zuverlässig erkannt werden. Hierin liegt laut Honda der größte Durchbruch der neuen Technik.

... und auf Roboterhand übertragen.
... und auf Roboterhand übertragen.
"Die Technik ist potenziell mit anderen Typen nicht invasiver Hirn-Messungen einsetzbar, etwa für die elektrischen und magnetischen Felder sowie für Hirnwellen. Bei solchen Methoden könnten die gleichen Ergebnisse mit geringerer zeitlicher Verzögerung und kompakteren BMI-Systemen erzielt werden", heißt es seitens Honda. Im Moment muss der Proband noch in einem Kernspintomografen - also der altbekannten Röhre - liegen.

Ob und ab wann eine kommerzielle Anwendung erfolgen kann, wurde noch nicht bekannt gegeben. Es wird also noch eine Weile dauern, bis man sich Hondas Roboter Asimo virtuell "anziehen" und damit ferngesteuert durch die Gegend laufen kann.


RobertR 28. Mai 2006

Muss aber komisch sein, wenn die Versehrten dann auch den CT tragen müssen :\ Aber diese...

NGC7742 26. Mai 2006

ich finds vor allem für Verserte und Behinderte Super. Bald können voll funktionsfähige...

Moby 26. Mai 2006

der erste Schritt ist gesetzt... und es geht sogar ohne Hirnstöpsel... Von da aus kann es...

blacky 26. Mai 2006

Würdest du es nicht wollen, wenn du im Rollstuhl sitzt und nicht alleine vom Fleck...

Lurker 25. Mai 2006

Nicht versprochen, spekuliert. Und zumindest Flugautos gibt es ja, sie sind nur etwas...

Kommentieren




Anzeige
  1. Vice President - Research / Development (m/w)
    m:pro IT Consult GmbH, Wiesbaden
  2. Database Manager (m/w) im Dialogmarketing
    Teambank AG, Nürnberg
  3. Senior Software-Entwickler .NET (m/w)
    IDpendant GmbH, Unterschleißheim bei München (Reisebereitschaft)
  4. Manager IT Demand (m/w)
    QIAGEN GmbH, Hilden

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Meistgelesen
  1. Tablet-Nachfolger

    iPad-3-Teile aufgetaucht

  2. Gema-Vermerk

    Youtube sperrt irrtümlich Acta-Video von Bruno Kramm

  3. Tim Schafer

    40.000 US-Dollar für einen Konsolenpatch

  4. ProLiant Gen8

    HP macht Server unabhängig

  5. Linux-Handbuch

    Umfassendes Nachschlagewerk als Openbook erhältlich


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 270 | letzter Beitrag 13.02. 23:28

  2. Kommentare: 194 | letzter Beitrag 13:50 Uhr

  3. Kommentare: 186 | letzter Beitrag 15:40 Uhr

  4. Kommentare: 117 | letzter Beitrag 12:39 Uhr

  5. Kommentare: 96 | letzter Beitrag 15:22 Uhr

Mehr


  1. Deutsche Gamestage

    Call for Papers der Quo Vadis verlängert

  2. Vodafone

    LTE auf dem Smartphone kostet monatlich 10 Euro mehr

  3. Abmahnabzocke

    Maximal 100 Euro Abmahngebühr für Urheberrechtsverstöße

  4. Proview Technology

    Ausfuhrverbot soll Apple von iPad-Herstellern abschneiden

  5. HTC Velocity 4G

    Android-Smartphone mit LTE und 4,5-Zoll-Touchscreen

  6. Farmville & Co.

    Patentklage gegen Zynga

  7. Document Foundation

    Libreoffice 3.5 ist fertig

  8. Pegatron

    Übt Apple Druck auf OEM-Hersteller von Ultrabooks aus?

  9. Blackhole Toolkit

    Cryptome gehackt und mit Malware infiziert

  10. Piranha Bytes

    Risen 2 geht am 20. Februar in den geschlossenen Betatest



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Origami: Roboteraktoren nach dem Vorbild japanischer Faltkunst
Origami
Roboteraktoren nach dem Vorbild japanischer Faltkunst

Softbots sind biegsame Roboter aus Kunststoff. US-Wissenschaftler geben ihnen mehr Form, indem sie traditionelle japanische Papierfalttechniken anwenden.

  1. Transportroboter Darpa testet Alpha Dog im Gelände
  2. Smartphone-Roboter Romotive wirbt 1,5 Millionen US-Dollar für Romo ein
  3. Umfrage Roboter sollen schleppen, aufpassen, Fenster putzen

Datenskandal: Millionen Arztrezeptdaten offenbar illegal gehandelt
Datenskandal
Millionen Arztrezeptdaten offenbar illegal gehandelt

Illegal wurden jahrelang Daten gesammelt, die genau verraten, wer in Deutschland welche verschreibungspflichtigen Medikamente benötigt. Landesdatenschützer Thilo Weichert vermutet einen der größten Datenskandale der Bundesrepublik im Medizinbereich.

  1. Thilo Weichert Facebooks Timeline-Einführung ist "ultradreist"
  2. Like-Button Datenschützer will Facebook von Behördenseiten verbannen
  3. US Patriot Act Auch deutsche Cloud-Betreiber von Geheimdiensten bespitzelt

IMHO: Windows 8 - Microsofts Befreiungsschlag
IMHO
Windows 8 - Microsofts Befreiungsschlag

"Windows Reimagined", so bezeichnet Microsoft Windows 8. Es ist die größte Veränderung von Microsofts Betriebssystem seit Windows 95 und soll mit neuem UI und dem neuen API WinRT zum großen Befreiungsschlag für Microsoft werden.

  1. Beta Consumer Preview von Windows 8 am 29. Februar 2012
  2. Windows Explorer Windows 8 Beta mit weiteren Verbesserungen
  3. Sensor-Fusion Windows 8 soll Sensornutzung vereinfachen

Zum Artikel