Microsoft nutzt im Vektorzeichenprogramm Expression 3.3 die Bibliothek Giflib, die unter der MIT-Lizenz verfügbar ist. Daran arbeitete auch Open-Source-Verfechter Eric S. Raymond mit, dessen Name nun im Endbenutzer-Lizenzvertrag der Software auftaucht.
Giflib wurde ursprünglich von Gershon Elber für DOS entwickelt, bevor Raymond die Bibliothek 1987 auf Unix portierte. Bei diesem Schritt fügte er auch neue Funktionen hinzu und räumte den Code auf. Als dann Abmahnungen aufgrund des GIF-Patents auftauchten, gab Raymond das Projekt an Toshio Kuratomi ab, der außerhalb der USA lebt. Er entwickelt heute den Nachfolger Libungif.
Nun setzt Microsoft die Giflib in der Software Expressions 3.3 ein, wie Raymond in
seinem Weblog
berichtet. Damit taucht Raymond, der sich selbst als Microsofts schlimmsten Albtraum bezeichnet, auch im Endbenutzer-Lizenzvertrag der Software auf. Das angegebene Copyright-Datum 1997 sei aber falsch, so Raymond.
Raymond schreibt, für ihn sei es in Ordnung, dass Microsoft seinen Code nutze - auch wenn er dem Software-Hersteller eher feindlich gesinnt ist. Vielmehr vermutet Raymond, dass Microsoft noch weiteren
Code von ihm einsetze, beispielsweise aus der Bibliotheken Libpng.
Die Giflib unterliegt der MIT-Lizenz, die die Verwendung von unter ihr lizenzierter Software auch in Programmen erlaubt, deren Quellcode nicht öffentlich ist.
(js)