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Premiere und Telekom kooperieren bei FußballDeutsche Fußball Liga will keinen Konkurrenten für Arena
Die Deutsche Telekom und der Pay-TV-Sender Premiere haben sich offenbar auf Eckpunkte einer weit reichenden Allianz verständigt. Wie die Financial Times Deutschland (FTD) unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Kreise berichtete, soll Premiere die geplanten Bundesliga-Übertragungen des Bonner Konzerns im Internet produzieren. Im Gegenzug könne Premiere das Fußballprogramm der Telekom seinen Kunden
zugänglich machen.
Die Telekom hatte im Dezember den Zuschlag für die Internetübertragungsrechte der Bundesliga erhalten. Für Premiere war die Übertragung der Fußball-Bundesliga bisher das wichtigste Verkaufsargument, der Verlust der Rechte daher ein herber Schlag. Analysten rechneten mit einer Kündigungswelle, denn zahlreiche Zuschauer haben Premiere nur der Liveübertragungen wegen abonniert. Jetzt könnte dem Sender dank der Telekom doch noch der Weg in die weitere Liga-Übertragung offen stehen. Indes prüft offenbar die Deutsche Fußball Liga (DFL), ob die Telekom-Pläne überhaupt mit den Angaben bei der Bewerbung um die Rechte übereinstimmen. Laut FTD, die sich auf mit dem Vorgang vertraute DFL-Mitarbeiter beruft, stemmt sich DFL-Chef Christian Seifert bislang dagegen, dass die Telekom dem Unternehmen Arena, das sich im Bieterrennen um die Pay-TV-Rechte gegen Premiere durchgesetzt hatte, Konkurrenz macht. Daran kann die DFL auch deswegen kein Interesse haben, weil die Liga selbst erwägt, bei Arena einzusteigen. Arena ist die Tochter eines Konsortiums von Kabelnetzbetreibern und kann die Bundesliga in den nächsten drei Spielzeiten live übertragen. Dafür zahlt Arena der Liga jeweils rund 210 Millionen Euro. Die Telekom erwarb für mehr als 40 Millionen Euro die Internetrechte. Spekulationen um einen Einstieg der Telekom bei Premiere hatten den Aktienkurs von Premiere am Donnerstag kräftig nach oben getrieben. Premiere legte mehr als fünf Prozent zu. Allerdings ist laut FTD eine direkte Beteiligung der Telekom an Premiere vom Tisch. Die Option sei zwar diskutiert, dann aber verworfen worden, hieß es demnach aus informierten Kreisen. Premiere-Chef Georg Kofler hält derzeit knapp 14 Prozent am Sender, Finanzinvestoren gehören weitere 8,5 Prozent. Der Rest wird frei an der Börse gehandelt. Ein Telekomsprecher wollte den Bericht nicht kommentieren. Ein Sprecher des Bezahlsenders sagte lediglich, das Unternehmen spreche mit Inhabern der Ligarechte. In dem geplanten Pakt von Telekom und Premiere geht es für beide Seiten um mehr als nur um die Bundesliga-Rechte. Wie die FTD weiter berichtete, will die Telekom das Inhalte-Portfolio von Premiere - Spielfilme, Dokumentationen und Erotik - nutzen, um Kunden in ihr geplantes neues Glasfasernetz zu locken. Das neue Telekom-Netz könnte im Gegenzug in Zukunft zur bevorzugten Verbreitungsform von Premiere werden: Der Abosender will sich dadurch unabhängiger von Kabel- und Satellitennetzbetreibern machen. (ji)
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