Arcor mit WLAN-Handy, Wachstum und Kritik an Regulierer

Stöber: "In absoluten Zahlen wachsen wir schneller als der Markt"

Der Telekommunikationsanbieter Arcor gibt sich auf der CeBIT 2006 kämpferisch - einerseits sieht Arcor-Chef Harald Stöber im Jahr 2006 weiterhin große Wachstumschancen, andererseits wurde Widerstand gegen die staatliche Unterstützung der Telekom beim Ausbau des Glasfasernetzes angekündigt. Außerdem startet auch Arcor im Frühsommer mit dem Angebot von WLAN-Handys.

Anzeige

Stöber zufolge verzeichnet Arcor beim Breitband-Internet eine gesteigerte Nachfrage, die DSL-Kundenzahl des Unternehmens erhöhte sich auf knapp 1,1 Millionen. Im Vergleich zum Vorjahr (336.000 Stück) habe man damit ein Wachstum von 221 Prozent erzielt. Dies schlug sich auch in den ersten neun Monaten (April - Dezember 2005) von Arcors laufendem Geschäftsquartal nieder: Der Umsatz des Unternehmens stieg um 20 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro, das EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) um 39 Prozent auf 219 Millionen Euro.

Arcor erwartet, dass die Gesamtzahl der deutschen DSL-Anschlüsse bis Ende 2006 um rund 4 Millionen auf 14,5 Millionen ansteigt. Das Unternehmen selbst will sich in Zukunft auch weniger gut angebundenen Gebieten widmen.

Wie die T-Com mit ihrem T-One will auch Arcor im Juli 2006 in Partnerschaft mit Vodafone Pakete mit WLAN-Handys bieten, die im heimischen WLAN oder an öffentlichen Hotspots Internettelefonie erlauben und abseits davon als normale Mobiltelefone für beliebige Mobilfunkbetreiber dienen. Handys bzw. Smartphones mit WLAN haben mittlerweile viele Anbieter angekündigt, Arcor will zum Start eine Auswahl subventioniert anbieten. Die resultierenden Preise für die auch als Dual-Mode-Telefone bezeichneten Geräte wollte Stöber auf Nachfrage noch nicht nennen, sie seien aber vergleichbar mit denen von aktuellen Mobiltelefon-Angeboten.

Man muss als Arcor-Kunde für die WLAN-Handy-Nutzung nicht Vodafone-Kunde werden und kann beliebige SIM-Karten einsetzen, was der Arcor-Chef deutlich hervorhob. Dafür gibt es aber einen anderen Nachteil: Arcor zufolge ist kein nahtloser Wechsel zwischen WLAN/Internet-Telefonaten und Mobiltelefonie möglich - ist das WLAN außer Reichweite, wird die Verbindung schlicht gekappt. Stöber sieht dies als unerheblich an; wer telefoniere denn schon beim Anziehen der Jacke und dem Verlassen der Wohnung, wiegelte der Arcor-Chef die Fragen von Journalisten ab. Ob man diese Meinung nun teilt oder nicht, eine wirklich nahtlose Nutzung über die Netze hinweg wird wohl noch etwas auf sich warten lassen. Dabei gibt es bereits Software, welche genau solche fliegenden Wechsel beim Datenfunk am Notebook erledigt und Nokia hat mit dem 6136 ein UMA-Handy angekündigt, das genau dies leisten soll.

Das BREKO-Mitglied Arcor hat - nicht weiter überraschend - die Pressekonferenz am Vortag der CeBIT 2006 auch dazu genutzt, die Bundesnetzagentur und die Politik wegen der Subventionierung des Glasfaser- bzw. VDSL-Ausbaus der Telekom zu kritisieren. Man sei bereit, selbst ein eigenes VDSL-Netz aufzubauen und die Infrastrukturinvestitionen dafür zu erhöhen, die Voraussetzung sei aber, dass die Telekom ihre "zu Monopolzeiten" verlegten Glasfasern auch ihrer Konkurrenz entbündelt zur Verfügung stelle.

Eine andere Möglichkeit sei die Mitnutzung von Leerrohren der Telekom, wobei man kein Schmarotzer sein wolle, sondern auch zahlen würde. Stöber zufolge würde dies die Verlegekosten von rund 300,- Euro/Meter auf etwa 1,- Euro/Meter reduzieren. Im Moment sehe es aber seitens der Regulierung und Politik eher nach "Regulierungsferien" und einer Re-Monopolisierung des Festnetzmarktes aus, so Arcor-Chef Stöber.

Weitere Kritik übte Stöber auch an den in Deutschland zur Verfügung gestellten Funkfrequenzen für WiMax, was die neue Funktechnik nur für das "flache Land" interessant mache. Da im Vergleich etwa zu Österreich nur ein Drittel der erhofften Frequenzen zur Verfügung stünde, bedeute dies in städtischen Gebieten bei normaler Marktdurchdringung eine Bandbreite von vielleicht noch knapp 1 MBit/s anstatt der mit mehr Frequenzen möglichen 2 bis 3 MBit/s.


georg_de 08. Mär 2006

Kein Thema :)

LosUR 08. Mär 2006

Also ich bin sehr zufriedener Arcor-DSL-Kunde. Ich wohne in einem Gebiet wo kein T-DSL...

lumpi 08. Mär 2006

... ist mir klar. aber als "stück" möchte ich mich nicht bezeichnen lassen...

ji (Golem.de) 08. Mär 2006

Es sind natürlich 1,4 Milliarden Euro. Danke für den Hinweis. ... jens

georg_de 08. Mär 2006

"Der Umsatz des Unternehmens stieg um 20 Prozent auf 1,4 Millionen Euro, das EBITDA...

Kommentieren


ThoBlog / 08. Mär 2006

Voice over IP und Handys



Anzeige

  1. Softwareentwickler (m/w) Automatisierungstechnik
    Siemens AG, Nürnberg
  2. Assistant Vice President, Product Services Analyst (m/w)
    Markit Indices, Frankfurt
  3. IT-Projektleiter im technischen Infrastrukturbereich (m/w)
    ADAC e.V., München
  4. IT-Systemadministrator/-in
    Grüner Fisher Investments GmbH, Roden­bach bei Kaiserslautern

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Anzeige
DSL 4

  1. Spielebranche

    Crytek verkauft Homefront mitsamt Studio an Koch Media

  2. Anonymisierung

    Projekt bestätigt Angriff auf Tors Hidden Services

  3. Amazon

    Marketplace-Händler verliert Klage gegen schlechte Bewertung

  4. Groupon

    Gnome und die Tücken das Markenrechts

  5. Secusmart/Blackberry

    Krypto-Handys mit vielen Fragezeichen

  6. Selbsttötung

    Wieder ein toter Arbeiter bei Foxconn

  7. Linux

    Opensuse Factory wird Rolling-Release-Distribution

  8. Bau-Simulator 2015

    Schwere Maschinen am PC

  9. Gericht

    Kim Dotcom muss Filmindustrie sein Vermögen offenlegen

  10. Smartphone-Markt wächst

    Samsung verkauft weniger Smartphones



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Google: Youtube und der falsche Zeitstempel
Google
Youtube und der falsche Zeitstempel
  1. Spielevideos Google soll 1 Milliarde Dollar für Twitch.tv zahlen
  2. Videostreaming Youtube-Problem war ein Bug bei Google
  3. Videostreaming Telekom sieht Youtube-Problem erneut bei Google

Liebessimulation Love Plus: "Ich hoffe, du wirst für immer schön bleiben"
Liebessimulation Love Plus
"Ich hoffe, du wirst für immer schön bleiben"
  1. PES 2015 angespielt Neuer Ball auf frischem Rasen
  2. Metal Gear Solid - The Phantom Pain Krabbelnde Kisten und schwebende Schafe

LG 34UM95 im Test: Ultra-Widescreen-Monitor für 3K-Gaming
LG 34UM95 im Test
Ultra-Widescreen-Monitor für 3K-Gaming
  1. Free-Form Display Sharp zeigt LCD mit kurvigem Rahmen
  2. Eizo Foris FS2434 IPS-Display mit schmalem Rahmen für Spieler
  3. Philips 19DP6QJNS Klappmonitor mit zwei IPS-Displays

    •  / 
    Zum Artikel