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Arcor mit WLAN-Handy, Wachstum und Kritik an ReguliererStöber: "In absoluten Zahlen wachsen wir schneller als der Markt"
Stöber zufolge verzeichnet Arcor beim Breitband-Internet eine gesteigerte Nachfrage, die DSL-Kundenzahl des Unternehmens erhöhte sich auf knapp 1,1 Millionen. Im Vergleich zum Vorjahr (336.000 Stück) habe man damit ein Wachstum von 221 Prozent erzielt. Dies schlug sich auch in den ersten neun Monaten (April - Dezember 2005) von Arcors laufendem Geschäftsquartal nieder: Der Umsatz des Unternehmens stieg um 20 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro, das EBITDA (Gewinn vor Zinsen,
Steuern und Abschreibungen) um 39 Prozent auf 219 Millionen Euro.
Arcor erwartet, dass die Gesamtzahl der deutschen DSL-Anschlüsse bis Ende 2006 um rund 4 Millionen auf 14,5 Millionen ansteigt. Das Unternehmen selbst will sich in Zukunft auch weniger gut angebundenen Gebieten widmen. Wie die T-Com mit ihrem T-One will auch Arcor im Juli 2006 in Partnerschaft mit Vodafone Pakete mit WLAN-Handys bieten, die im heimischen WLAN oder an öffentlichen Hotspots Internettelefonie erlauben und abseits davon als normale Mobiltelefone für beliebige Mobilfunkbetreiber dienen. Handys bzw. Smartphones mit WLAN haben mittlerweile viele Anbieter angekündigt, Arcor will zum Start eine Auswahl subventioniert anbieten. Die resultierenden Preise für die auch als Dual-Mode-Telefone bezeichneten Geräte wollte Stöber auf Nachfrage noch nicht nennen, sie seien aber vergleichbar mit denen von aktuellen Mobiltelefon-Angeboten. Man muss als Arcor-Kunde für die WLAN-Handy-Nutzung nicht Vodafone-Kunde werden und kann beliebige SIM-Karten einsetzen, was der Arcor-Chef deutlich hervorhob. Dafür gibt es aber einen anderen Nachteil: Arcor zufolge ist kein nahtloser Wechsel zwischen WLAN/Internet-Telefonaten und Mobiltelefonie möglich - ist das WLAN außer Reichweite, wird die Verbindung schlicht gekappt. Stöber sieht dies als unerheblich an; wer telefoniere denn schon beim Anziehen der Jacke und dem Verlassen der Wohnung, wiegelte der Arcor-Chef die Fragen von Journalisten ab. Ob man diese Meinung nun teilt oder nicht, eine wirklich nahtlose Nutzung über die Netze hinweg wird wohl noch etwas auf sich warten lassen. Dabei gibt es bereits Software, welche genau solche fliegenden Wechsel beim Datenfunk am Notebook erledigt und Nokia hat mit dem 6136 ein UMA-Handy angekündigt, das genau dies leisten soll. Das BREKO-Mitglied Arcor hat - nicht weiter überraschend - die Pressekonferenz am Vortag der CeBIT 2006 auch dazu genutzt, die Bundesnetzagentur und die Politik wegen der Subventionierung des Glasfaser- bzw. VDSL-Ausbaus der Telekom zu kritisieren. Man sei bereit, selbst ein eigenes VDSL-Netz aufzubauen und die Infrastrukturinvestitionen dafür zu erhöhen, die Voraussetzung sei aber, dass die Telekom ihre "zu Monopolzeiten" verlegten Glasfasern auch ihrer Konkurrenz entbündelt zur Verfügung stelle. Eine andere Möglichkeit sei die Mitnutzung von Leerrohren der Telekom, wobei man kein Schmarotzer sein wolle, sondern auch zahlen würde. Stöber zufolge würde dies die Verlegekosten von rund 300,- Euro/Meter auf etwa 1,- Euro/Meter reduzieren. Im Moment sehe es aber seitens der Regulierung und Politik eher nach "Regulierungsferien" und einer Re-Monopolisierung des Festnetzmarktes aus, so Arcor-Chef Stöber. Weitere Kritik übte Stöber auch an den in Deutschland zur Verfügung gestellten Funkfrequenzen für WiMax, was die neue Funktechnik nur für das "flache Land" interessant mache. Da im Vergleich etwa zu Österreich nur ein Drittel der erhofften Frequenzen zur Verfügung stünde, bedeute dies in städtischen Gebieten bei normaler Marktdurchdringung eine Bandbreite von vielleicht noch knapp 1 MBit/s anstatt der mit mehr Frequenzen möglichen 2 bis 3 MBit/s. (ck)
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