Australische Schulen könnten schon bald gezwungen sein, ihren Zugang zum Internet zu kappen. Grund: Die zuständige Verwertungsgesellschaft will eine Abgabe auf das Websurfen im Klassenraum erheben. Nun geht der Streit vor Gericht.
Schulen in Australien zahlen bislang jährlich 31 Millionen australische Dollar (etwa 19 Millionen Euro) Abgaben für Fotokopien, die für den Unterricht erstellt werden, berichtet die landesweit erscheinende Tageszeitung
The Australian. Geht es nach dem Willen der Copyright Agency Limited, der australischen Verwertungsgesellschaft, müssen sie in Zukunft
zusätzlich eine Gebühr zahlen, wenn Schüler im Unterricht das Web nutzen.
"Wie um alles in der Welt sollen wir Bildung im 21. Jahrhundert vermitteln?", zitiert The Australian Delia Browne, die die Verhandlungen für das Bildungsministerium führt.
"Wenn wir bezahlen müssen, müssen wir in den Schulen das Internet ausschalten", so Browne weiter.
Unter den Gebühren würden vor allem Schulen auf
dem Land leiden, da dort Kinder am meisten auf das Web angewiesen seien, erklärt Sui-Linn White, Kunstlehrerin an einer Schule in Sydney. Sie verweist auf Webseiten bekannter Kunstmuseen, die speziell für den Kunstunterreicht gemacht sind, wie etwa bei der New South Wales Art Gallery:
"Lehrer auf dem Land sind auf derartige Angebote angewiesen."
Bereits im September hatte das Copyright Council, die für Urheberrechtsfragen zuständige
Regierungsbehörde, eine mehrtägige Anhörung zum Thema veranstaltet, bei der sich Bildungsministerium und Verwertungsgesellschaft aber nicht einigen konnten. Nun muss im Lauf des Jahres der Federal Court entscheiden, einer der australischen Bundesgerichtshöfe.
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