22C3: Sonys XCP - Chronik eines Debakels

Dunkles Kapitel der Musikindustrie

"Sonys digitaler Hausfriedensbruch", so der Titel eines Vortrags zum XCP-Kopierschutz, mit dem Sony in diesem Jahr Schlagzeilen machte. Markus Beckedahl und "fukami" zeichneten dabei den zeitlichen Ablauf des Debakels nach, das geprägt war von langsamen Reaktionen seitens Sony. Sammelklagen gegen Sony wurden allerdings erst kürzlich beigelegt.

Anzeige

Die Geschichte beginnt bereits im Jahr 2000 mit aggressiven Aussagen von Sony zur Frage, wie man gegen Raubkopien vorgehen will und endet vorerst mit Klagevorbereitungen gegen Sony.

Dabei stand nicht nur der in Verruf geratene XCP-Kopierschutz im Fokus, auch die Seitenaspekte, die in diesem Zusammenhang zu Tage traten, wurden nachgezeichnet.

Da wäre unter anderem die Lizenzvereinbarung (EULA - End User License Agreement) von Sony BMG CDs, die unter anderem das Recht verweigert, die Musik auf einen Computer zu transferieren und von dem Nutzer verlangt, im Falle eines Bankrotts die Musik von seinem Computer zu löschen. Zudem verlangt die EULA, dass Updates eingespielt werden müssen, da man sonst die Musik auf dem Rechner verlieren kann. Pikant sind in diesem Zusammenhang die Probleme, die durch die Patchprogramme aufgeworfen wurden. Eigentlich zur Schadensbegrenzung entworfen, mussten diese Aktualisierungen teilweise zurückgezogen werden, da sie weitere Sicherheitsprobleme aufwarfen und selbst Microsoft dazu nötigten, am vergangenen Patchday gegen die "Schadsoftware" vorzugehen.

Mit hämischem Gelächter begleitete das Publikum die Fettnäpfchen, in die Sony BMG nach und nach trat. Thomas Hesse (Digital Business President Sony BMG Global) verharmloste in einem Radiointerview die Kopierschutzdebatte: "Ich denke, die meisten Leute wissen gar nicht, was ein Rootkit ist, was kümmert es sie also?"

Für ähnliche Stimmung sorgten die Hinweise, dass Sony BMG zum Schutz der eigenen Rechte die Rechte anderer verletzt haben soll. Sony BMGs Kopierschutzmechanismus soll sich beim LAME-Projekt und DRMS bedient haben.

Ein eher vernichtendes Fazit zogen die Vortragenden in Bezug auf Virenscanner, die auch Monate danach nicht in der Lage sind, den Schädling zu entdecken, wie Bruce Schneier anprangerte. Zudem waren die Hersteller von Antivirenscannern auffallend ruhig, was dieses Thema angeht. Kritisch wurde auch gesehen, dass Sony nach Ansicht der Vortragenden anders behandelt wurde als Kriminelle, die Vergleichbares tun würden.

Die Electronic Frontier Foundation, die gegen Sony Klage eingereicht hatte, hat sich derweil mit Sony geeinigt und sich damit der Beilegung weiterer Sammelklagen angeschlossen. Die Plattenfirma will den Kopierschutz nicht mehr auf CDs einsetzen und Kunden, die entsprechende CDs erworben haben, die Musik ohne DRM zur Verfügung stellen. Noch offen sind Klagen diverser US-Bundesstaaten gegen Sony.

Die Details der Geschichte fasst Markus Beckedahl in seinem Blog Netzpolitik.org zusammen.


Bla 03. Jan 2006

Da magst du Recht haben, aber wenn der Hersteller den Sitz in den USA hat, ist es...

DexterF 02. Jan 2006

Hoffentlich muss er dafür seinen Hut nehmen!

Lord Helmchen III 02. Jan 2006

Nö, der DMCA gilt nur in den USA, auch wenn die Amis das nicht gerne wahr haben wollen...

Marcel vom... 31. Dez 2005

Ich meine, in dem Satz zu Kriminellen fehlt das Wort "andere". So wäre der Satz richtig...

Bla 30. Dez 2005

Ich finde es falsch, gegen die Antivirenhersteller zu wettern. Ok, wenn denen die...

Kommentieren


JB-Net: Blog dir einen / 23. Feb 2006

Lieber Deutscher Phonoverband,



Anzeige
  1. Produktmanager / Produktmanagerin
    econda GmbH, Karlsruhe
  2. Java Web Developer Backend (SQLServer) im M-Commerce (m/w)
    über HRM CONSULTING GmbH, Berlin
  3. Referent (m/w) - Technischer Marktzugang
    Siemens AG, München
  4. Qualitätssicherungs-Verantwo- rtliche/r IT-Projekte
    Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, Stuttgart

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Meistgelesen
  1. Youporn-Betreiber

    Hacker will 350.000 Datensätze bei Pornoseite erbeutet haben

  2. Nortel Networks

    Nortel war fast zehn Jahre lang gehackt

  3. Unity Technologies

    Bessere Grafik und KI mit Unity 3.5 verfügbar

  4. Tim Schafer

    40.000 US-Dollar für einen Konsolenpatch

  5. Abmahnabzocke

    Maximal 100 Euro Abmahngebühr für Urheberrechtsverstöße


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 270 | letzter Beitrag 13.02. 23:28

  2. Kommentare: 200 | letzter Beitrag 14.02. 22:07

  3. Kommentare: 194 | letzter Beitrag 14.02. 13:50

  4. Kommentare: 117 | letzter Beitrag 14.02. 12:39

  5. Kommentare: 101 | letzter Beitrag 02:39 Uhr

Mehr


  1. Radeon HD 7770 und 7750 im Test

    Die Grafikkarte mit 1 GHz für 159 Euro

  2. Youporn-Betreiber

    Hacker will 350.000 Datensätze bei Pornoseite erbeutet haben

  3. TZ77XE4

    Biostar zeigt Mainboard für Ivy Bridge und Sandy Bridge

  4. Unity Technologies

    Bessere Grafik und KI mit Unity 3.5 verfügbar

  5. Fifa Street

    Last Man Standing auf dem Bolzplatz

  6. Isis Web Browser

    Neuer Browser für HPs WebOS

  7. Nortel Networks

    Nortel war fast zehn Jahre lang gehackt

  8. Thermosensor

    Schmetterlingsflügel macht Wärme sichtbar

  9. Deutsche Gamestage

    Call for Papers der Quo Vadis verlängert

  10. Vodafone

    LTE auf dem Smartphone kostet monatlich 10 Euro mehr



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Spielebranche: Diskussion über "stinkende Gamer"
Spielebranche
Diskussion über "stinkende Gamer"

Nach der Gamescom 2011 löste ein TV-Bericht von RTL über angeblich schlecht riechende Gamer Empörung aus. Jetzt folgt die Aufarbeitung der Szene beim Games Culture Circle in Berlin.

  1. Umfrage Zuschauer wollen mehr HD-Programme
  2. Golem.de guckt Wärmegedämmte Verschwörungstheorien
  3. Golem.de guckt George Orwell und der nigerianische Wahlkampf

IBM-Mainframe: Nasa schaltet letzten Großrechner ab
IBM-Mainframe
Nasa schaltet letzten Großrechner ab

Die Nasa hat den letzten IBM-Mainframe abgeschaltet. Damit gehe eine Rechnerära bei der Nasa zu Ende, schreibt deren IT-Chefin.

  1. Grail Nasa veröffentlicht Video von der Rückseite des Mondes

Blackhole Toolkit: Cryptome gehackt und mit Malware infiziert
Blackhole Toolkit
Cryptome gehackt und mit Malware infiziert

Cryptome ist gehackt und mit einer Schadsoftware infiziert worden. Der Schadcode hatte alle Seite das Angebotes befallen, das deshalb komplett wiederhergestellt werden musste.

  1. Evilshadow Microsoft Store in Indien gehackt
  2. Nach Hackerangriff Polizei-Webserver in Nordrhein-Westfalen seit 12 Tagen down
  3. Windows und Office 21 Sicherheitslücken in Microsofts Software

  1. Re: Trivialpatent - gehört wegen zu geringer...

    Der Kaiser! | 06:00

  2. Re: Patente sind toll, oder?

    Der Kaiser! | 05:57

  3. Und warum...

    Blablablublub | 05:55

  4. Re: Gema will Informationen über ACTA...

    LetTheBirdsFlyFree | 05:39

  5. Re: Und ich dachte erst, Canonical hätte mal mehr...

    EqPO | 05:32


  1. 06:01

  2. 18:20

  3. 18:13

  4. 17:41

  5. 17:36

  6. 16:57

  7. 16:51

  8. 15:59


Zum Artikel