22C3: Private Ermittlungen am Alexanderplatz

Erst das Hirn, dann den Computer einschalten

Seit 1984 findet mit dem Chaos Communication Congress der größte deutsche Hackerkongress statt. Die Teilnehmer erwarten in Berlin bis zum 30. Dezember 2005 vier Tage Vorträge, die sich neben der Technologie vor allem auch den Themen Politik und Ethik widmen.

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Unter dem Motto "Private Investigation" öffneten sich am Dienstagmorgen die Pforten des Berliner Congress Center (BCC) am Alexanderplatz für die Besucher des 22. Chaos Communication Congress (kurz 22C3). Kongress-Koordinator Tim Pritlove eröffnete die Vortragsreihe und stellte eine Reihe von Neuerungen vor. Dazu zählt die Verlängerung des Kongresses um einen Tag, um alle Vorträge platzieren zu können. Zusätzlich können Interessierte sich im 22C3 Public Wiki als Referenten für fünfminütige Lighting Talks und offene Workshops eintragen.

Pritlove stellte zum Beginn klar, dass es sich bei Hackern keineswegs um kriminelle und allmächtige Übergeeks handele. Hacker seien vor allem engagierte und besorgte Leute. Besorgt nicht nur um Technik, sondern auch um alle damit verbundenen Themen. In Anlehnung an das im letzten Jahr offensichtlich vom IP-Kreis des Kongresses ausgegangene Massen-Defacement lautete sein Appell an die Hacker-Gemeinde, erst das Hirn und dann den Computer einzuschalten. Zusätzlich stellt die Kongressleitung dieses Jahr erstmals eine "Hacker Ethics Hotline" zur Verfügung, die Hacker über die Konsequenzen ihres Tuns aufklären soll.

Die Keynote hielt Joi Ito, der nicht nur durch sein Engagement als Vorstandsmitglied bei der ICANN, den Creative Commons, der Open Source Initiative oder der Mozilla Foundation bekannt ist, sondern auch als Risikokapitalgeber der Blog-Dienste Sixapart und Technorati. Er hob hervor, dass das offene Internet mittlerweile ein zentrales Mittel der Demokratie sei. Dennoch bestehe die Gefahr, dass das Netz wieder geschlossen werde. Dazu trage sowohl die Monopolbildung im Telekomsektor als auch die Überregulierung seitens der Behörden bei. Diese könnten darüber hinaus auch ihre Funktion als Korrektiv gegen Monopole schon lange nicht mehr wahrnehmen.

Joi Ito forderte einen Wettbewerb der Ideen und die dafür erforderliche freie Meinungsäusserung für alle Länder. Ein offener Diskurs sei besser geeignet als Zensur, auch im Kampf gegen Hassprediger, denen man mit offener Diskussion viel effektiver den Boden entziehen könne.

Bis zum Freitag stehen im Kongresszentrum Vorträge zu kritisch beäugten Themen wie der elektronischen Gesundheitskarte, dem neuen ePass oder der Datenvorratsspeicherung an. Doch auch klassischen Themen wie Grundwissen zu Gefahren durch Puffer-Überläufe oder neuen Techniken wie AJAX haben die Organistoren Vortrags-Slots gewidmet. Im Vorjahr beliebte Einschübe wie das literarische Code-Quartett, das kritischen Quellcode aus Produktivsystemen begutachtet oder auch das Hacker-Jeoparty sind dieses Jahr ebenfalls wieder Teil des Programms. Die Übersicht über alle Vorträge liefert der 22C3 Fahrplan. [von Daniel Molkentin]


fdfds 30. Dez 2005

Du bist schon ein bisschen kleinkariert, oder? Scheint mir so, eine Persönlichkeit würde...

holger 30. Dez 2005

Anmerkung: "Deutsch tut es wohl nicht mehr" ist wohl auch nicht besonders gut formuliert...

armin 28. Dez 2005

Für ein internationales Treffen dann doch eher komplett richtig in englischer Sprache; so...

huehnerhose 28. Dez 2005

Nein, wenn es sich um ein internationales Treffen handelt nicht. Und der 22C3 dürfte...

fdfds 28. Dez 2005

Lighting Talks und offene Workshops, und so weiter. Deutsch tut es wohl nicht mehr.

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