Wikipedia: Keine neuen Artikel von anonymen Nutzern

Freie Enzyklopädie reagiert auf falsche Artikel mit verändertem Konzept

In den letzten Wochen gab es einigen Wirbel um die Wikipedia, aufgrund falscher Artikel in der englischen Ausgabe, die längere Zeit stehen blieben, sowie in größerem Umfang aus einem DDR-Lexikon kopierte Texte in der deutschen Variante. Als Konsequenz aus diesen Vorkommnissen wagt die freie Enzyklopädie nun ein Experiment: Nicht mehr jeder kann ohne weiteres in der US-Version einen neuen Artikel einstellen.

Anzeige

Einer der Grundpfeiler des Erfolgs der Wikipedia ist deren Offenheit, doch gerade dieser Punkt ruft immer wieder Kritiker auf den Plan. Deren Argument, jeder könne falsche Artikel einstellen oder bestehende verfälschen, begegnete man seitens der Wikipedia bislang mit dem Argument, die Scharen von Wikipedianer sorgen für ausreichend Kontrolle. Und in der Tat: Bei entsprechenden Tests zeigte sich wiederholt, wie gut dieses Prinzip funktioniert.

Es gibt aber auch Ausnahmen, wie die letzten Wochen zeigen. Zwar haben die Wikipedia-Autoren durchaus bestehende, vorzugsweise die eigenen Artikel im Blick, doch bei neu eingestellten scheint sich von Zeit zu Zeit unbeobachtet etwas eingeschlichen zu haben, der Knackpunkt war wohl der Fall Seigenthaler: Ein anonymer Nutzer veröffentlichte eine Biografie des US-Journalisten und Beraters von Robert F. Kennedy, in der behauptet wurde, Seigenthaler habe möglicherweise Robert F. Kennedy und evtl. auch John F. Kennedy ermordet. Der falsche Artikel war mehrere Monate online und erst Seigenthaler selbst entdeckte den Fehler.

Die Wikipedia reagiert nun mit einem Experiment: Seit Montag, dem 5. Dezember 2005, können anonyme Nutzer in der englischen Wikipedia keine neuen Artikel mehr einstellen. Die Gefahr, dass damit auch gute Beiträge anonymer Nutzer es nicht mehr in die Wikipedia schaffen, nimmt man in Kauf.

Allerdings können anonyme Nutzer auch weiterhin Artikel editieren, denn, so Wikipedia-Gründer Jimmy Wales, die meisten Änderungen sind gut und geschehen aus einem Impuls heraus. Würde man auch hier ein Sperre einziehen, wäre der Effekt laut Wales eher kontraproduktiv: Man verliere viele gute Änderungen von anonymen Nutzern, ohne ernsthaft den Vandalsimus einzuschränken. Bei neuen Artikeln sehe dies anders aus und sei es wert, getestet zu werden. Zudem ist das Experiment derzeit auf die englischsprachige Wikipedia beschränkt.


esgibtbesseres 05. Jun 2006

Der flog zwei mal raus mit der Begründung: "Schleichwerbung". Da war wohl ein Neider am...

Yorick 12. Dez 2005

http://www.wikipedia-watch.org/ http://www.spiegel.de/netzwelt/netzkultur/0,1518,389949...

DingDongDoedel 11. Dez 2005

Ich glaube nicht das alles was hier steht auf fackten basiert

OriPedia 11. Dez 2005

oh je, soviel sinnvolle replik, da muss ich auch noch mal ;) war auch nicht wirklich...

:-) 09. Dez 2005

Zumindest gibt es einen, der es nicht tut :-) Ich nehme mal das Beispiel mit dem...

Kommentieren


hirnrinde.de - was in unseren Köpfen herumspukt... / 16. Dez 2005

Lern! - Wikipedia schließt weitere (Bildungs-)Lücken

ThoBlog / 14. Dez 2005

beinahe-rufmord-durch-wikipedia.htm

problematik.net / 13. Dez 2005

streit um wikipedia - eskaliert?

Faris SEO Blog / 06. Dez 2005

Wikipedia bremst anonyme Schreiber aus

Webmaster & SEO Blog / 06. Dez 2005

Wikipedia: Keine neuen Artikel von anonymen Nutzern



Anzeige
  1. IT Servicetechniker (m/w) Prozess- und Steuerungssoftware
    Marel Food Systems über Mercuri Urval GmbH, Großraum Osnabrück
  2. Softwareentwickler (m/w)
    DMG Automation GmbH, Hüfingen
  3. Produktmanager / Produktmanagerin
    econda GmbH, Karlsruhe
  4. IT-System-Administrator (m/w)
    Endress+Hauser Conducta Gesellschaft für Mess- und Regeltechnik mbH & Co. KG, Gerlingen, Waldheim bei Dresden, Groß-Umstadt bei Darmstadt

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Meistgelesen
  1. Tablet-Nachfolger

    iPad-3-Teile aufgetaucht

  2. Tim Schafer

    40.000 US-Dollar für einen Konsolenpatch

  3. Gema-Vermerk

    Youtube sperrt irrtümlich Acta-Video von Bruno Kramm

  4. ProLiant Gen8

    HP macht Server unabhängig

  5. Youporn-Betreiber

    Hacker will 350.000 Datensätze bei Pornoseite erbeutet haben


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 270 | letzter Beitrag 13.02. 23:28

  2. Kommentare: 200 | letzter Beitrag 14.02. 22:07

  3. Kommentare: 194 | letzter Beitrag 14.02. 13:50

  4. Kommentare: 117 | letzter Beitrag 14.02. 12:39

  5. Kommentare: 100 | letzter Beitrag 14.02. 18:09

Mehr


  1. Youporn-Betreiber

    Hacker will 350.000 Datensätze bei Pornoseite erbeutet haben

  2. TZ77XE4

    Biostar zeigt Mainboard für Ivy Bridge und Sandy Bridge

  3. Unity Technologies

    Bessere Grafik und KI mit Unity 3.5 verfügbar

  4. Fifa Street

    Last Man Standing auf dem Bolzplatz

  5. Isis Web Browser

    Neuer Browser für HPs WebOS

  6. Nortel Networks

    Nortel war fast zehn Jahre lang gehackt

  7. Thermosensor

    Schmetterlingsflügel macht Wärme sichtbar

  8. Deutsche Gamestage

    Call for Papers der Quo Vadis verlängert

  9. Vodafone

    LTE auf dem Smartphone kostet monatlich 10 Euro mehr

  10. Abmahnabzocke

    Maximal 100 Euro Abmahngebühr für Urheberrechtsverstöße



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Spielebranche: Diskussion über "stinkende Gamer"
Spielebranche
Diskussion über "stinkende Gamer"

Nach der Gamescom 2011 löste ein TV-Bericht von RTL über angeblich schlecht riechende Gamer Empörung aus. Jetzt folgt die Aufarbeitung der Szene beim Games Culture Circle in Berlin.

  1. Umfrage Zuschauer wollen mehr HD-Programme
  2. Golem.de guckt Wärmegedämmte Verschwörungstheorien
  3. Golem.de guckt George Orwell und der nigerianische Wahlkampf

IBM-Mainframe: Nasa schaltet letzten Großrechner ab
IBM-Mainframe
Nasa schaltet letzten Großrechner ab

Die Nasa hat den letzten IBM-Mainframe abgeschaltet. Damit gehe eine Rechnerära bei der Nasa zu Ende, schreibt deren IT-Chefin.

  1. Grail Nasa veröffentlicht Video von der Rückseite des Mondes

Blackhole Toolkit: Cryptome gehackt und mit Malware infiziert
Blackhole Toolkit
Cryptome gehackt und mit Malware infiziert

Cryptome ist gehackt und mit einer Schadsoftware infiziert worden. Der Schadcode hatte alle Seite das Angebotes befallen, das deshalb komplett wiederhergestellt werden musste.

  1. Evilshadow Microsoft Store in Indien gehackt
  2. Nach Hackerangriff Polizei-Webserver in Nordrhein-Westfalen seit 12 Tagen down
  3. Windows und Office 21 Sicherheitslücken in Microsofts Software

Zum Artikel