Schützt Microsoft Kunden vor Sony-BMGs DRM-Software? (Upd.)

Anwalt reicht Klage gegen Sony BMG wegen DRM-Software ein

Microsoft erwägt gegen die in Verruf geratene DRM-Software "XCP1 Burn Protect" vorzugehen, berichtet das Online-News-Magazin eWeek.com. Die von Sony BMG auf einigen Musik-CDs zu findende DRM-Verwaltung sorgte in den vergangenen Tagen für Unmut, weil typische Schadsoftware-Routinen darin zum Einsatz kommen. Aus diesem Grunde wurden in den USA bereits Klage gegen Sony BMG eingereicht.

Anzeige

Gegenüber dem Online-News-Magazin eWeek.com erklärte ein Microsoft-Sprecher, dass Redmond sich um die Sicherheit seiner Anwender sorge und daher überlege, wie das Unternehmen gegen die DRM-Software vorgeht, die Sony BMG auf ihren Musik-CDs verwendet. Noch sei keine Entscheidung darüber gefallen, wie und ob Microsoft reagieren werde.

Im kalifornischen Los Angeles wurde bereits am 1. November 2005 eine Klage gegen Sony BMG eingereicht, durch die der weitere Verkauf von Musik-CD mit der DRM-Software "XCP1 Burn Protect" verhindert werden soll, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Mehrere Konsumenten werfen Sony BMG in der Klage vor, dass die Software ihre Rechnersysteme infiziert habe. Zudem sammelt die Electronic Frontier Foundation (EFF) Informationen darüber, auf welchen Musik-CDs das DRM-System zum Einsatz kommt, um dann zu entscheiden, ob man eine Klage gegen Sony BMG einreicht.

Verschiedene Anbieter von Virenscannern klassifizieren die von Sony BMG auf verschiedenen Musik-CDs eingesetzte DRM-Software bereits als Schadsoftware. Denn bereits die Erkenntnisse über die Arbeitsweise der Software zeigen alle Merkmale, die sonst nur von Schadsoftware bekannt sind. Kurz nachdem die Arbeitsweise aufgedeckt und kritisiert wurde, veröffentlichte Sony BMG einen Deinstaller für die DRM-Software, der aber weiterhin nur auf ausdrückliche Anfrage heraus gerückt wird.

Das DRM-System "XCP1 Burn Protect" installiert sich beim Einlegen der CD ins Windows-System, erlaubt in Verbindung mit einer speziellen Audio-Software nur drei Kopiervorgänge und erstellt DRM-versehene Musik-CDs, die ebenfalls mit dem Kopierschutz versehen, aber nicht weiter kopiert werden dürfen. Dazu nistet sich die Software in Schadsoftware-Manier so tief ins System ein, dass eine Deinstallation eben nur mit einem speziellen Deinstaller möglich ist. Nach derzeitigem Kenntnisstand kommt das DRM-System nur auf Musik-CDs zum Einsatz, die in den USA im Handel sind.

Anders als vom XCP-Entwickler First 4 Internet und Sony BMG angegeben, ergibt sich also durchaus ein zusätzliches Sicherheitsrisiko durch das DRM-System - es bietet anderen Dateien Unterschlupf, die ebenso wenig versteckt sein sollten wie das DRM-System selbst.

Nachtrag vom 10. November 2005 um 16:50 Uhr:
Die Labore der Antivirenhersteller haben mittlerweile sogar eine Backdoor-Software im Internet erspäht, die versucht, das von Sony BMG eingesetzte DRM-System dazu zu missbrauchen, sich vor dem Anwender zu verbergen. Laut F-Secure arbeitet die betreffende Backdoor aber fehlerhaft, so dass derzeit keine hohe Gefahr davon ausgeht. Dies könnte sich aber ändern, wenn diese Fehler in einer anderen Schadsoftware nicht mehr stecken, die sich die Möglichkeiten des DRM-Systems zu Nutze macht.


Obertonvision 22. Nov 2005

... perfekt praktiziert ;)

pcpete 12. Nov 2005

ich sehe das nicht so gelassen, die Sony-Software installiert sich als Standard...

robin 11. Nov 2005

Vmware, bochs, Virtual PC, qemu. ich hoffe ich habe nichts vergessen soll man das für...

TP 11. Nov 2005

Dass ich das noch erleben darf, dass das böse Microsoft ein Freund gegen einen noch viel...

Bibabuzzelmann 11. Nov 2005

"Die NTFS-Metadaten werden doch auch in Rootkit-Manier versteckt und lassen es dem...

Kommentieren


Sebastians Blog - V2 / 14. Aug 2007

Sony BMG plant dubiosen Kopierschutz auch für Europa

ThoBlog / 28. Nov 2005

Update Sony DRM



Anzeige
  1. (Junior) IT Berater (m/w) Java / Datenbank-Entwicklung
    cimt ag, Düsseldorf
  2. Projekt-Qualitätsmanager (m/w)
    Continental AG, Nürnberg (Reisebereitschaft)
  3. Webentwickler (m/w)
    Global Group Dialog Solutions AG, Idstein
  4. Research Fellow (m/w)
    Universität Passau, Passau

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Xbox One

    Handel muss Gebrauchtspiele de-registrieren

  2. Lenovo

    "Wir können uns jede Übernahme leisten"

  3. Bundesdatenschützer

    Jobcenter sollen nicht bei Facebook recherchieren

  4. Navigation

    Google Maps erhält Routenplanung per Fahrrad

  5. Test Call of Juarez Gunslinger

    Hör-Spiel im Wilden Westen

  6. Fonic All-Net Flat

    Telefon-, SMS- und Datenflatrate für 25 Euro

  7. Drosselung

    Die Mär vom teuren Traffic oder wie viel kostet ein GByte?

  8. Telekom

    Bundestagspetition gegen Drosselung erreicht 50.000

  9. E-Ink

    Das E-Paper errötet

  10. Security

    WLAN-Suche als Einfallstor bei Android und iOS



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Blackberry Z10 im Langzeittest: Tausche Android gegen Blackberry
Blackberry Z10 im Langzeittest
Tausche Android gegen Blackberry

Mit dem Z10 versucht Blackberry ein Comeback im Smartphone-Markt. Auch Android-Anwendungen lassen sich auf dem Gerät installieren. Golem.de-Autor Tobias Költzsch hat zwei Wochen lang sein Galaxy S3 gegen das Z10 getauscht und im Langzeittest überprüft, wie schwer ein Umstieg ist.

  1. Smartphones Blackberry Q5 im Juli, Blackberry 10.1 wird verteilt
  2. Mobilfunk Fast drei Viertel der Smartphones laufen mit Android
  3. Blackberry-Chef "In fünf Jahren gibt es keine Tablets mehr"

Need for Speed Rivals: Verfolgungsjagden zwischen Cops und Rasern
Need for Speed Rivals
Verfolgungsjagden zwischen Cops und Rasern

Eine offene Spielumgebung, sehr schnelle Autos und spannende Verfolgungsjagden kündigt EA für Need for Speed Rivals an. Das Rennspiel auf Basis der Frostbite-3-Engine erscheint auch für die Next-Gen-Konsole.


Surface Pro im Test: Microsofts Tablet überzeugt als Notebook
Surface Pro im Test
Microsofts Tablet überzeugt als Notebook

Ein bisschen dicker, ein bisschen schwerer und dafür viel schneller: Das ist Microsofts Surface Pro im Vergleich zum Surface RT. Wir haben das Windows-8-Gerät auf seine Stärken hin untersucht und stellen fest, dass auch Microsoft Probleme mit einem kleinen Full-HD-Display hat.

  1. Microsoft Verkauf des Surface Pro startet am 31. Mai
  2. XPS 10 und Surface Deutliche Preissenkungen bei Windows-RT-Tablets
  3. Neue Firmware Update macht das Surface RT lauter

Zum Artikel