China: Kommunistisches Online-Spiel soll Werte vermitteln

Mitbürgern helfen und die Stadt sauber halten, statt Monster vermöbeln

Glaubt man einem Bericht der LA Times, so plant die chinesische Regierung mit einem eigenen Online-Spiel, traditionelle Werte in Kindern und Jugendlichen zu stärken. Statt Monster zu jagen, gilt es etwa, alte Frauen zu retten, unzählige Socken zu stopfen und Mitbürger vom Beschmutzen der Stadt abzuhalten.

Anzeige

Das "Chinese Hero Registry" getaufte Spiel soll im Geiste der jungen Spieler rund 100 Vorbilder aus der Geschichte Chinas lebendig machen und etwaigen negativen Einflüssen von kampfzentrierten Videospielen entgegenwirken. Entwickelt wird das Spiel mit finanzieller Unterstützung der Regierung vom größten chinesischen Online-Spieleentwickler, Shanda. Chinese Hero Registry soll günstiger sein als die Konkurrenz und bald fertig werden, ein Startdatum wurde aber noch nicht genannt.

Um Spieler vor zu langem Online-Spiele-Konsum zu schützen, hatte die chinesische Regierung bereits ein Gesetz erlassen, das eine Art Spielzeitbegrenzung vorsieht und seit 20. Oktober 2005 in die Testphase bei den großen chinesischen Online-Spiele-Betreibern gegangen ist. Ob es der Regierung auch gelingen wird, mit einem belehrenden Spiel die Jugend auf den kommunistischen Pfad der Tugend zu bringen, bleibt eher zu bezweifeln.

Besonders aufregend klingt der Spielinhalt nicht, was der LA Times zufolge auch einige junge Chinesen bestätigten, die an Testphasen teilnahmen. Schon nach wenigen Minuten verloren die meisten die Lust daran, virtuelle Passanten davon abzubringen, Rasenflächen zu betreten, die Straße zu verschmutzen oder zu fluchen. Eine Online-Umfrage soll das Desinteresse ebenfalls recht deutlich gezeigt haben.

Ein chinesischer Gelehrter will die Probleme anders angehen, er plant eine Sammelklage gegen die Spieleentwickler, um diese auf ihre gesellschaftliche Verantwortung hinzuweisen und in die Pflicht zu nehmen. Zhang Chunliang gab gegenüber der LA Times an, dass ihm bereits über 700 Vorfälle vorlägen, in die Spiele involviert waren - als Beispiel führt er extreme Fälle an, in denen Kinder ihre Eltern angegriffen haben, weil diese sie vom Spielen abhalten wollten. "Jeder dieser Fälle ist eine persönliche Tragödie", so Zhang. Er will, dass die Online-Spiele-Unternehmen anfangen, die Verantwortung für die Geschehnisse zu übernehmen.

In China sollen derzeit rund 100 Millionen Menschen das Internet nutzen und davon 20 Millionen Nutzer online spielen. Etwaige Konflikte könnten dort auch ganz andere Ursachen haben, als schlicht das Spielen von Online-Rollenspielen. Immerhin ist China ein Land, in dem man als Internetnutzer bei allzu freimütiger öffentlicher Kritik an der Regierung durchaus im Gefängnis verschwinden kann und in dem der Lebensstandard nur erst bei einem Bruchteil der Bevölkerung westliche Maßstäbe erreicht.


SHADOW-KNIGHT 11. Nov 2005

Jetzt gibt das ganze einen Sinn... Oh oh, böhöööse Gruß, SHADOW-KNIGHT

Der Panzerfahrer 11. Nov 2005

Hallo. Auch ich diskutiere gerne mit Dir, da Du sachlich und mit fundiertem Wissen...

Lawrence 10. Nov 2005

Aber ja Khalid. Wir halten uns weiterhin zurück und gucken zu. Man wird uns sicher...

Grima 10. Nov 2005

Meine Aussage bezog sich unter Anderem auf die folgende Aussage, die du in einem...

denkste 10. Nov 2005

Na wenn sich da nicht jemand was vormacht. Zeig mir einen kleinen Fleck auf der Erde...

Kommentieren




Anzeige
  1. Oracle Datenbankentwickler (m/w)
    ckc ag, Region Braunschweig
  2. Software Developer (m/w) – LINUX EXPERT
    OMICRON electronics GmbH, Klaus (Austria)
  3. Senior Web Developer (m/w)
    Zieltraffic AG, München
  4. Softwareentwickler Java (m/w)
    Payment Network AG, Wetzlar bei Frankfurt

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Anzeige

Die neuesten Browsergames auf browserhits.de


Meistgelesen
  1. Tablet-Nachfolger

    iPad-3-Teile aufgetaucht

  2. Tim Schafer

    40.000 US-Dollar für einen Konsolenpatch

  3. Gema-Vermerk

    Youtube sperrt irrtümlich Acta-Video von Bruno Kramm

  4. ProLiant Gen8

    HP macht Server unabhängig

  5. Abmahnabzocke

    Maximal 100 Euro Abmahngebühr für Urheberrechtsverstöße


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 270 | letzter Beitrag 13.02. 23:28

  2. Kommentare: 194 | letzter Beitrag 13:50 Uhr

  3. Kommentare: 192 | letzter Beitrag 20:00 Uhr

  4. Kommentare: 122 | letzter Beitrag 19:20 Uhr

  5. Kommentare: 100 | letzter Beitrag 18:09 Uhr

Mehr


  1. Youporn-Betreiber

    Hacker will 350.000 Datensätze bei Pornoseite erbeutet haben

  2. TZ77XE4

    Biostar zeigt Mainboard für Ivy Bridge und Sandy Bridge

  3. Unity Technologies

    Bessere Grafik und KI mit Unity 3.5 verfügbar

  4. Fifa Street

    Last Man Standing auf dem Bolzplatz

  5. Isis Web Browser

    Neuer Browser für HPs WebOS

  6. Nortel Networks

    Nortel war fast zehn Jahre lang gehackt

  7. Thermosensor

    Schmetterlingsflügel macht Wärme sichtbar

  8. Deutsche Gamestage

    Call for Papers der Quo Vadis verlängert

  9. Vodafone

    LTE auf dem Smartphone kostet monatlich 10 Euro mehr

  10. Abmahnabzocke

    Maximal 100 Euro Abmahngebühr für Urheberrechtsverstöße



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Spielebranche: Diskussion über "stinkende Gamer"
Spielebranche
Diskussion über "stinkende Gamer"

Nach der Gamescom 2011 löste ein TV-Bericht von RTL über angeblich schlecht riechende Gamer Empörung aus. Jetzt folgt die Aufarbeitung der Szene beim Games Culture Circle in Berlin.

  1. Umfrage Zuschauer wollen mehr HD-Programme
  2. Golem.de guckt Wärmegedämmte Verschwörungstheorien
  3. Golem.de guckt George Orwell und der nigerianische Wahlkampf

IBM-Mainframe: Nasa schaltet letzten Großrechner ab
IBM-Mainframe
Nasa schaltet letzten Großrechner ab

Die Nasa hat den letzten IBM-Mainframe abgeschaltet. Damit gehe eine Rechnerära bei der Nasa zu Ende, schreibt deren IT-Chefin.

  1. Grail Nasa veröffentlicht Video von der Rückseite des Mondes

Blackhole Toolkit: Cryptome gehackt und mit Malware infiziert
Blackhole Toolkit
Cryptome gehackt und mit Malware infiziert

Cryptome ist gehackt und mit einer Schadsoftware infiziert worden. Der Schadcode hatte alle Seite das Angebotes befallen, das deshalb komplett wiederhergestellt werden musste.

  1. Evilshadow Microsoft Store in Indien gehackt
  2. Nach Hackerangriff Polizei-Webserver in Nordrhein-Westfalen seit 12 Tagen down
  3. Windows und Office 21 Sicherheitslücken in Microsofts Software

Zum Artikel