Uni-Satellit UWE-1 - Internet-Tests in der Erdumlaufbahn

Informatiker wollen Internet-Protokolle Weltraum-fähig machen

Der von Studenten entwickelte "Universität Würzburg Experimentalsatellit" mit der klangvollen Abkürzung UWE-1 hat am 27. Oktober 2005 einen erfolgreichen Start absolviert. Nun soll der Würfel mit lediglich zehn Zentimetern Kantenlänge und einem Gewicht von einem Kilogramm dafür genutzt werden, um die im Internet verwendeten Methoden der Datenübertragung auch für Weltraumbedingungen fit zu machen.

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Auf der Erde funktioniert der Transport von Daten im Web sehr zuverlässig, berichtet das UWE-1-Team. Im Weltraum sollen jedoch Verzögerungen und Störungen auftreten, die Probleme aufwerfen. Darum gelte es, die gängigen Internet-Protokolle an diese erschwerten Bedingungen anzupassen.

Zudem soll UWE "vernünftig ins Erdnetz eingebunden" werden. Aus diesem Grunde ist die Würzburger Bodenkontrollstation über Internet mit weiteren Empfangsantennen in Stanford (USA) und Tokio vernetzt. Dadurch verlängert sich Schilling zufolge auch die Zeit, in der die Wissenschaftler Kontakt zu ihrem Satelliten haben: UWE benötige etwa 90 Minuten für eine Erdumkreisung. Etwa drei Mal pro Tag fliege er über Würzburg, was es den Informatikern ermögliche, durchschnittlich zehn Minuten lang auf direktem Weg Daten zu empfangen und Steuerbefehle zu senden.

UWE-1 dient auch als Testfeld für hoch effiziente Solarzellen, deren Haltbarkeit und Leistungsfähigkeit im Orbit untersucht werden sollen. Trotz der geringen Größe von UWE-1 soll es sich um einen vollwertigen Satelliten und zudem um den ersten Pico-Satelliten aus Deutschland handeln.

Uni-Satellit UWE-1 umkreist die Erde (Foto: Uni Würzburg)
Uni-Satellit UWE-1 umkreist die Erde (Foto: Uni Würzburg)

Gebaut wurde das Gerät in Würzburg, es wurde am von Professor Klaus Schilling geleiteten Lehrstuhl für Technische Informatik (Robotik und Telematik) konzipiert und gebaut. Seit dem Projektstart Ende 2003 waren Studierende aus Deutschland, Kanada, Indonesien, Japan, Rumänien und Indien beteiligt. Das Herz von UWE-1 ist ein stromsparender Hitachi-Prozessor vom Typ H8S-2674R, auf dem ein Embedded-Linux-Betriebssystem ("µClinux") läuft.

Im Sommer 2005 wurde der Kleinstsatellit an seinen Startplatz geschickt, den russischen Weltraumbahnhof Plesetsk. UWE-1 hat seine Umlaufbahn um die Erde wohlbehalten erreicht, nachdem er am 27. Oktober 2005 um 8:50 Uhr zusammen mit weiteren Satelliten an Board einer Kosmos-Trägerrakete ins All geschossen wurde. Schon kurz nach 12.00 Uhr soll die Bodenkontrollstation im Institut für Informatik der Uni Würzburg den ersten Kontakt mit dem funktionierenden Satelliten gehabt haben.

Die Umlaufbahn des Würzburger Satelliten liegt in etwa 800 Kilometern Höhe. Wenn nichts schief geht, soll UWE dort drei bis fünf Jahre lang funktionsfähig bleiben. Danach werde er in die Erdatmosphäre eintauchen und darin verglühen. "Aber bis dahin dreht hoffentlich schon UWE-2 seine Runden um die Erde", heißt es hoffnungsvoll in einer Mitteilung von Schilling und seinem Team anlässlich des erfolgreichen Starts.

Einige Daten des Pico-Satelliten lassen sich auch online betrachten.


Kein Kostverächter 23. Dez 2005

Das hängt vom Anwendungszweck ab. Beim GPS muss die Zeitdilatation der z.T. gegenläufig...

TS 01. Nov 2005

Du bist so blöd, daß es schon weh tut!

Chaoswind 31. Okt 2005

GPS lebt von den Signallaufzeiten, daher sind genaueste Berechnungen tatsaechlich...

Chaoswind 31. Okt 2005

Nicht mal annaehernd. Die Geschwindigkeiten dort oben sind eher im Promillebereich der...

Yeeeeeeeeeeha 31. Okt 2005

Tun sie tatsächlich, nämlich mit einer anderen Geschwindigkeit ;) dank der Relativität...

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