Bill Gates von Microsoft hat in einem Interview mit der französischen Zeitung Le Figaro auf die Frage der Journalisten, wo er die technische Entwicklung in fünf Jahren sehen würde, unter anderem das baldige Ende der Print-Presse vorausgesagt: Seiner Einschätzung nach würden schon in fünf Jahren, bedingt durch die rapide Verbreitung des Internets in Privathaushalten, 40 bis 50 Prozent der Medien online konsumiert werden.
Zum Glück sei die Kompetenz der Presse nicht im Fällen von Bäumen begründet, so Gates schnippisch, sondern in der Fähigkeit, gute Artikel zu liefern, die ihre Position auch in einer geänderten Konsumweise sichern wird. Gates rät Presseunternehmen, ihre Internet-Angebote deutlich auszuweiten, da man mit immer mehr Onlinemedien konkurriere und sonst die Gefahr
von Abwanderungen der Leserschaft bestünde.
Im Interview mit
Le Figaro teilte Gates mit, wie und welche Zeitschriften und Zeitungen er liest: Zur Hälfte konsumiert er sein Lesefutter online, darunter das Wall Street Journal, die New York Times und The Economist. Außerdem liest er natürlich auch Online IT-Zeitschriften - welche, verriet Gates allerdings nicht. Bei Büchern hingegen
sind es weniger Romane als Enzyklopädien, Handbücher und Geschäftsdokumente, die Gates am Bildschirm verschlingt.
Auf die Frage, ob das Telefonieren irgendwann kostenlos sein wird, antwortete Gates ausweichend: Selbst wenn die Software, mit der man telefoniert kostenlos sei, die Breitband-Verbindung sei es nicht. Die reine Sprachübertragung jedoch sei kein zukunftsfähiges Produkt mehr - vielmehr sei beispielsweise bei den TV- Kabelgesellschaften zu
beobachten, dass die ihre Netze gleichzeitig für die Datenübertragung öffnen und die Telefongesellschaften auch Videos- und Daten übertragen wollen, was die Konkurrenzsituation insgesamt verschärfe.
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