Linux Standard Base 3.0 veröffentlicht (Update)

Red Hat, Novell, Debian und Asianux unterstützen LSB 3.0

Die Free Standards Group hat die Linux Standard Base (LSB) in der Version 3.0 veröffentlicht. Dabei handelt es sich um eine Spezifikation, welche die Kompatibilität unterschiedlicher Linux-Distributionen untereinander sicherstellen soll, denn für LSB-Systeme entwickelte Applikationen müssen nicht mehr auf die einzelnen Distributionen angepasst werden.

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Unterstützt wird die Linux Standard Base mittlerweile von zahlreichen Linux-Anbietern. Zur Veröffentlichung der LSB 3.0 haben die Debian Common Core Alliance, Red Hat, Novell und Asianux bereits zugesagt, die nächste Ausgabe ihrer Distributionen an der LSB 3.0 auszurichten. Auf Seiten der Applikationshersteller hat sich zuletzt auch Computer Associates (CA) der LSB-Bewegung angeschlossen.

So hoffen die Linux-Distributoren, durch einen einheitlichen Standard eine Zersplitterung der Linux-Landschaft zu verhindern, wie sie einst Unix erfahren musste. Die LSB soll sicherstellen, dass sich an LSB-Standards haltende Applikationen auf allen LSB-konformen Linux-Distributionen laufen, was Entwicklern einen großen Aufwand und die mit der Anpassung an verschiedene Distributionen entstehenden Kosten sparen soll.

Entwickelt wird die Linux Standard Base von der "Linux Standard Base Workgroup", einer Arbeitsgruppe der Free Standards Group. Die Spezifikation legt eine Basis von APIs, Bibliotheken und Interoperabilitätsstandards fest, die alle LSB-konformen Distributionen unterstützen müssen. Zudem werden Test- und Entwicklungsumgebungen, Beispielumsetzungen und eine umfangreiche Dokumentation bereitgestellt.

In der Version 3.0 wartet die LSB unter anderem mit einem neuen Application Binary Interface (ABI) für C++ auf, das erstmals von allen großen Linux-Distributionen unterstützt wird. Auch wurde die POSIX-Kompatibilität erweitert und mit Echtzeit-Bibliothek (librt) in die LSB aufgenommen. Insgesamt werden sieben Architekturen unterstützt, darunter IA32 und IA64, PowerPC (32- und 64 Bit), S390, S390X sowie x86_64 alias AMD64.

Die LSB-Spezifikation steht unter freestandards.org zum Download bereit.

Nachtrag vom 19. September 2005, 17:03 Uhr:
Die LSB hat nicht nur Freunde, Linux-Entwickler Ulrich Drepper übt harsche Kritik an der LSB in der aktuellen Form. Es seien vor allem finanzielle Interessen, welche die LSB treiben, schreibt Drepper in seinem Blog.


AFAIK 20. Sep 2005

Das Ding heißt LSB und nicht "LBS"... Bitte nicht mit der Bausparkasse verwechseln ;)

melow 20. Sep 2005

Da habe ich leider das 'r' vergessen. Tut mir leid, er heißt natürlich Drepper.

melow 20. Sep 2005

Herr Depper arbeitet an der glibc und nicht am Linux-Kernel (wird allerdings von RedHat...

Dear Hunter 19. Sep 2005

ich kann Dir nur zustimmen. Aber abgesehen von dieser Kleinigkeit; ein wirklicher...

Sven 19. Sep 2005

Erstens ist die DCC Alliance nicht Debian, daher ist der Untertitel, dass (u.a.) Debian...

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