Die Frage, ob Computerspiele aggressives Verhalten fördern, sorgt immer wieder für höchst emotionale und kontroverse Diskussion. Jessica Nicoll und Kevin M. Kieffer von der Saint Leo Universität werteten vor diesem Hintergrund die entsprechende wissenschaftliche Forschung der letzten 20 Jahre aus und kamen zu einem klaren Schluss: Brutale Computerspiele können das aggressive Verhalten von Kindern und Heranwachsenden kurz- und langfristig steigern.
Laut Nicoll und Kieffer zeigen Jugendliche, die eine kurze Zeit brutale Videospiele spielen, im Anschluss ein gesteigertes aggressives Verhalten. Einer der ausgewerteten Studien zufolge neigten Personen, die nur 10 Minuten ein brutales Spiel spielten, nach eigener Einschätzung eher zu aggressivem Verhalten. Eine andere Studie unter 600 Acht- und Neunt-Klässlern kam zu dem Schluss, dass diejenigen, die mehr Zeit mit brutalen Spielen verbrachten, auch aggressiver gegenüber anderen
Kindern reagierten. Hier urteilten Lehrer über ihre Schüler. Zudem hätten diese Kinder sich stärker mit Autoritäten auseinander gesetzt und seien häufiger in körperliche Auseinandersetzungen mit anderen Schülern verwickelt gewesen. Ihre schulischen Leistungen ließen dabei zu wünschen übrig.
Die Spieler solcher Spiele versuchten das im Spiel an den Tag gelegte Verhalten in der Realität zu imitieren, so Dr. Kieffer, der als
Beispiel Karate-Spiele anführte. Er sieht im Spielen brutaler Computer- und Videospiele eine mögliche Gefahr.
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