Interview: Mit mehr System zu schnellerem Debian-Release
Martin Michlmayr über Sarge, Ubuntu und künftige Herausforderungen für Debian
Martin Michlmayr ist seit rund zehn Jahren an diversen freien Softwareprojekten beteiligt, zuletzt von April 2003 bis April 2005 an "Debian Project Leader". Golem.de sprach mit Michlmayr im ersten Teil dieses Interviews über die lange Verzögerung von Debian Sarge, aktuelle Herausforderungen und Probleme der freien Linux-Distribution, das Verhältnis zu Ubuntu und Gentoo sowie die weitere Entwicklung des Projekts.
Golem.de: Debian gilt gemeinhin als stabile Plattform, auch dank langer Release-Zyklen und langer Lebensdauer. Sarge ließ aber fast drei Jahre auf sich warten und wurde wiederholt verschoben. Was waren die konkreten Gründe?

Martin Michlmayr
Martin Michlmayr: Es gibt eine Reihe von Gründen, die für die große Verspätung von Sarge verantwortlich sind. Ursprünglich war der neue Installer einer der Haupt-Blocker. Seit Jahren hören wir, dass Debian sehr schwer zu installieren sei. Da das alte System eine schlechte Architektur hatte und somit schwer zu verbessern war, haben wir beschlossen, einen komplett neuen Installer zu entwickeln, der benutzerfreundlicher ist und stärker modular aufgebaut ist, was weitere Entwicklungen erleichtern wird. Diese Arbeit hat sich auch ausgezahlt, doch leider benötigte der Installer mehr Zeit als erwartet.
Als diese Arbeit letztendlich abgeschlossen wurde und wir dachten, dem Release nahe zu sein, hat sich aber leider das nächste Hindernis aufgetan: Die Infrastruktur, um Security-Updates für Sarge bereitzustellen, war nicht vollständig implementiert. Das ist sehr unglücklich, da ein ähnliches Problem schon im letzten Release aufgetreten war. Leider dauerte die Implementierung dieser Infrastruktur, die ursprünglich als sehr einfach dargestellt wurde, viel länger als geplant. Zudem haben wir im Hinblick auf Sarge auch oft unrealistische Release-Pläne gesehen. Das hat dazu geführt, dass viele Entwickler den Glauben an das Release verloren und folgende Release-Pläne einfach ignoriert haben.
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siehe hier: http://www.pro-linux.de/cgi-bin/NB2/nb2.cgi?show.8203.3013.20000010004. Hier...
ist so keiner will KDE! so!
Exakt.
Warum ist KDE 3.4.1 eigentlich bei Debian experimental? Aus KDE Sicht ist das eine Stable...
Und dann experimental? Der Name ist kein Zufall ... Mal sehen, wie lange die Freude...
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