Intels Senior Vice President Pat Gelsinger traf sich in Feldkirchen bei München zu einem ausführlichen Interview mit Golem.de. Im ersten Teil kündigte er an, dass Intel im nächsten Jahr zu einer neuen CPU-Architektur wechseln wird, die Pentium III und Pentium M ähnelt.
Golem: Heißt das, dass mit dem Wechsel auf die neue Architektur die Taktfrequenzen in Zukunft noch mehr an Bedeutung verlieren?
Pat Gelsinger: Wir sind jetzt beim Pentium 4 im Bereich von, sagen wir mal, 4 GHz (lacht). Beim Pentium M sind wir deutlich unter 3 GHz. Bei der neuen Architektur werden wir vermutlich da anfangen
[Anm. d. Red.: Gelsinger meint die aktuellen Takte des Pentium M und erklärte dies anhand einer Skizze] und mit der Zeit wahrscheinlich Frequenzen erreichen, die noch über dem liegen, was wir mit dem Pentium 4 schon vorgeführt haben.
Golem: Das Gigahertz-Rennen ist damit vorbei?
Gelsinger: Es wird nicht diese bisherige rasante Beschleunigung geben, sondern nur mäßige Steigerungen. Die echten Verbesserungen liegen beim
Einsatz mehrerer Cores und anderen leistungssteigernden Mechanismen, die nicht auf der Taktfrequenz basieren. Sie werden da Dinge wie "Micro-Ops Fusion" sehen, das wir mit dem Pentium M eingeführt haben
[A.d.R.: Micro Ops-Fusion ist eine Technik des Pentium M, die Befehle und Datentypen automatisch zur schnelleren Verarbeitung zusammenfasst und gilt als Kern der hohen Effizienz dieses Prozessors]. Das war ein sehr cleverer Weg zu mehr Leistung, der aber nicht wesentlich
mehr Strom benötigt hat.
Golem: Dann ist eine niedrigere Leistungsaufnahme bei Intel jetzt in allen Bereichen eine wesentliche Designvorgabe? Der Prescott-Kern brauchte drei Steppings, um unter 80 Watt zu kommen, und die neue Extreme Edition 840 mit zwei Kernen ist derzeit mit 130 Watt der leistungshungrigste Desktop-Prozessor.
Gelsinger: Der Rahmen, in dem ein Prozessor elektrische Leistung aufnehmen darf, wird sich nicht ändern. Die Grenzen sind
da genau abgesteckt.
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