Symphony: Linux-Distribution mit ungewöhlichem Desktop

Mezzo und Orchestra: Neue Ansätze für einen einfach zu nutzenden Desktop

Eigentlich ist Symphony nur eine Linux-Distribution auf Basis von Debian und Knoppix, wäre da nicht der ungewöhnliche Desktop namens Mezzo. Dieser bricht mit allgemein als Standard akzeptierten Konzepten, um den Umgang mit dem Computer zu vereinfachen. Dabei basiert Mezzo auf Orchestra, einer Applikationsumgebung, die Mozillas Gecko-Engine zur Darstellung verwendet.

Anzeige

Symphony setzt auf Knoppix auf und nutzt dessen Hardware-Erkennung, verzichtet aber auf einen großen Teil der Software. Dafür bringt Symphony die Applikationsumgebung Orchestra mit, die aus einem lokalen Web-Server und einer angepassten Version von Mozilla besteht. Orchestra-Applikationen lassen sich so mit typischen Web- und Mozilla-Techniken wie Javascript/DHTML, Perl/CGI, Java (Applets), Flash und XUL entwickeln. Künftig sollen eventuell auch PHP, Python, Bash-Scripte, kompilierte CGI-Scripte und SVG-Grafiken unterstützt werden.

Auf diesem System setzt dann der Desktop "Mezzo" auf, der aber auch in anderer Hinsicht ungewöhnliche Wege geht. So will Mezzo die Ecken des Desktops stärker nutzen und führt dazu so genannte "Corner Targets" ein, Programm-Menüs, einen Mülleimer oder einen Knopf für den Dokumenten-Desktop und einen für die Hardware. Verschachtelte Menüs hingegen soll man in Mezzo nicht finden, denn viele Anwender tun sich mit entsprechenden Mausbewegungen (klicken, hoch, dann in einem 20 Pixel hohen Bereich nach rechts usw.) schwer.

Mezzo-Desktop in einer Alpha-Version
Mezzo-Desktop in einer Alpha-Version

Auch das Scrollen soll auf ein Minimum reduziert werden. Icons und Informationen werden dazu automatisch in der Größe angepasst. Mezzo will dem Nutzer möglichst wenig Einstellungsmöglichkeiten bieten, ihm die meisten Entscheidungen abnehmen. Auf Drag-and-Drop wird ebenfalls verzichtet und Fenster können nicht über den Rand des Desktops geschoben werden. Außerdem ist ein Teil des Desktops gesperrt, da hier die aktuell laufenden Applikationen in minimierter Form als Screenshot angezeigt werden und sich hier auch aufrufen lassen. Applikationen im Hintergrund müssen zudem auf die für Fenster typischen Bedienelemte verzichten, diese stehen nur der Applikation im Vordergrund zur Verfügung, was mehr Übersicht bringen soll.

Als Window-Manager wird dabei IceWM verwendet.

Auch beim Paket-Management geht Symphony ungewöhnliche Wege. Die Installation besteht aus einem schlanken Kern, so dass Anbieter von Applikationen diese leicht zusammen mit den notwendigen Bibliotheken liefern können.

Noch steckt Symphony in einem recht frühen Stadium, liegt in Form einer Alpha 3 vor und ist weit von einer Version 1.0 entfernt. Allerdings hat das Projekt kürzlich angekündigt, sich stärker für weitere Entwickler und Tester zu öffnen. Unter anderem soll Symphony künftig auf SourceForge gehostet und darüber die aktuellen Alpha-Versionen auch der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. In jedem Fall soll die geplante Alpha 4 aber zum Download angeboten werden.


H. Schiller... 13. Mai 2005

Dass die leute verschachtelte Menüs so ungern benutzen liegt doch wohl eindeutig an dem...

Nameless 13. Mai 2005

"Mezzo will dem Nutzer möglichst wenig Einstellungsmöglichkeiten bieten, ihm die meisten...

Peter Handrick 12. Mai 2005

Das Problem der Geschwindigkeit hat sich mit KDE3.4 relativiert. Ich arbeite bereits...

HW 11. Mai 2005

Web-Oberflächen sind auf jeden Fall langsamer als komprimiertes X11. Schau dir mal...

konbert 11. Mai 2005

Öh, so oft benutze ich das jetzt nicht ... solange es C&P gibt komme ich locker ohne...

Kommentieren



Anzeige

  1. Systemadministrator (m/w) Windows
    KDO Personaldienste, Oldenburg
  2. Gruppenleiter (m/w) für Software-Qualitätsmanagement
    TRUMPF GmbH + Co. KG, Ditzingen bei Stuttgart
  3. SAP Business Process Expert (m/w)
    Brüel & Kjaer Vibro GmbH, Darmstadt
  4. Consultant Software Asset Management (SAM) für Microsoft (m/w)
    FRITZ & MACZIOL group, deutschlandweit

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Makesmith CNC

    CNC-Fräse als Bausatz für 300 US-Dollar

  2. Sony

    Kamerasensor für mondlose Nächte

  3. Google Security Key

    Einfache Zwei-Faktor-Authentifizierung für Google-Dienste

  4. Festgelötetes RAM

    Apple verhindert Aufrüstung des Mac Mini

  5. Hoverboard

    Schweben wie Marty McFly

  6. Nepton 120XL und 240M

    Cooler Master macht Wasserkühlungen leiser

  7. Deutsche Telekom

    Umstellung auf VoIP oder Kündigung erst ab 2017

  8. HTC

    Desire 820 Mini mit Quad-Core-Prozessor und 5-Zoll-Display

  9. Merkel auf IT-Gipfel

    Netzneutralität wird erst im Glasfasernetz wichtig

  10. Elektromobilität

    Die Chipkarte für die Ladesäule



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



3D-Druck ausprobiert: Internetausdrucker 4.0
3D-Druck ausprobiert
Internetausdrucker 4.0
  1. Niedriger Schmelzpunkt 3D-Drucken mit metallischer Tinte
  2. Deltadrucker Magna Japanisches Unternehmen zeigt Riesen-3D-Drucker
  3. 3D-Technologie US-Armee will Sprengköpfe drucken

iMac mit Retina 5K angeschaut: Eine Lupe könnte helfen
iMac mit Retina 5K angeschaut
Eine Lupe könnte helfen
  1. Apple Tonga-XT-Chip mit 3,5 TFLOPs für den iMac Retina
  2. iFixit iMac mit Retina-Display ist schwer zu reparieren
  3. Apple iMac Retina bringt mehr als 14 Megapixel auf das Display

Data Management: Wie Hauptspeicherdatenbanken arbeiten
Data Management
Wie Hauptspeicherdatenbanken arbeiten

    •  / 
    Zum Artikel