Mensch gegen Technik: Alltagsgeräte überfordern Anwender

Aktuelle GEO-Ausgabe widmet sich "Nutzerfrust statt Nutzerlust" mit Studie

Das Institut für Demoskopie Allensbach hat für die Mai-2005-Ausgabe des GEO-Magazins eine Umfrage durchgeführt, die zeigt, wie für viele Menschen die "Techniklust" zum "Technikfrust" wird. Von den 2.000 befragten Bundesbürgern fanden es, über alle Geschlechts- und Altersgrenzen hinweg, rund 70 Prozent der Männer und Frauen unerträglich, dass Bedienungsanleitungen oft unverständlich formuliert sind.

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Geo Mai 2005
Geo Mai 2005
Ebenso ärgern sich drei Viertel aller Deutschen darüber, dass es sich meist gar nicht lohnt, ein defektes Gerät reparieren zu lassen, weil die Reparatur teurer wäre als eine Neuanschaffung. Jeder Zweite klagt über schwerfällige Sprachcomputer im Hotline-Einsatz und die wachsende Anzahl überflüssiger Funktionen in Alltagsgeräten, die den Nutzer überfordern, so GEO in einer Mitteilung.

Die wachsende Überforderung sei jedoch nicht nur ärgerlich, sondern auch sinnlos, teuer und gefährlich. Der wirtschaftliche Schaden durch fehlerhafte Bedienung elektronischer Gebrauchsgegenstände soll allein in Deutschland in die Milliarden gehen. In den USA werde etwa jedes dritte Bürosystem von den Anwendern als ungeeignet abgelehnt und aussetzende Elektronik sei in den Industriestaaten eine der Hauptursachen von Autopannen.

Seriösen Schätzungen zufolge sollen in den USA bereits mehr Menschen durch die Fehlbedienung untauglicher medizinischer Geräte ums Leben kommen als etwa durch Aids oder bei Verkehrsunfällen, berichtet GEO.

Dagegen ließe sich laut GEO einiges unternehmen: Längst existiere das Know-how für anwenderfreundliche Maschinen, sind die psychologischen Beschränkungen der menschlichen Aufnahmekapazität doch bekannt. Zudem gebe es spezielle Labors zum Test der Gebrauchstauglichkeit von Geräten.

Daran, dass dieses Wissen unzureichend genutzt wird, sollen auch die Verbraucher nicht ganz unschuldig sein: Weil sich zum Beispiel immer noch eine große Anzahl von Kunden durch eine Vielfalt von Funktionen zum Kauf eines Gerätes verleiten lasse, steige das Risiko, etwas falsch zu machen, "ins Unermessliche" - schon die Anordnung von nur neun Bedienelementen in einer Menüleiste erlaubt nicht weniger als 362.880 Varianten. Ein Lernen durch Verständnis sei so kaum mehr möglich: "Das frustrierende und zeitraubende Ausprobieren durch Versuch und Irrtum nimmt notwendigerweise zu", konstatiert GEO.

Erdulden könnten so etwas nur Menschen mit viel Zeit. Oder mit großer Neugier - also vor allem Kinder. Daraus erkläre sich GEO zufolge auch der allseits bekannte Wissensvorsprung von Jugendlichen gegenüber Erwachsenen auf dem Sektor der Unterhaltungselektronik. Da ihnen jedoch wirkliches Verständnis fehle, werden sie ihr Wissen kaum weitergeben können.

Helfen soll auch ein bewusster, besonnener Umgang mit dem überbordenden Angebot: In einer neuen Studie des Massachusetts Institute of Technology wurde laut GEO festgestellt, dass sich mit weniger, gezielt eingesetzter Technik ein wesentlich entspannteres Leben führen lässt.


borg 28. Apr 2005

Klar, die Übersetzungen mancher Anleitungen sind schon "klassisch". Nur, wer liest schon...

shroddy 26. Apr 2005

hmm also das mit der bedienung neuer fernsehgeräte kann ich aus eigener erfahrung nicht...

Cluster 25. Apr 2005

Latein als Programmiersprache... Das wäre doch mal was für fächerübergreifenden...

PT2066.7 25. Apr 2005

Ich sehe in dem Fall eher das Problem der "Betriebsblindheit". Defakto kennen die sich...

G.o.D 25. Apr 2005

ich erinnere mich noch an die zeiten, als in einer firma in der ich als...

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