Abo
  • Services:
Anzeige

Studie: Computerspiele haben auch positive Seiten

Fun, Anyone!? - RUB-Studie zur Faszination der Videospiele

Die große Faszination, die Videospiele auf Jugendliche ausüben, ruft immer wieder Besorgnis hervor, Spiele könnten gewalttätig machen oder den Kinden zumindest Zeit für wichtigere Dinge stehlen. Nikolaos Kyriakidis versuchte in seiner Magisterarbeit das Thema nun von einer anderen Seite zu betrachten: Was können die Spiele für die Sozialisation Jugendlicher eigentlich leisten?

Dabei kommt Kyriakidis zu dem Schluss, dass Spiele Heranwachsenden im Umgang mit Problemen durchaus helfen können. Die Spieler selbst gingen völlig entspannt mit den Spielen um, und die Gesellschaft täte gut daran, ebenfalls entspannt zu bleiben, so Kyriakidis.

Anzeige

Die Arbeit "Fun, Anyone!? Jugendliche Sozialisation und die Faszinationskraft von Video- und Computerspielen" entstand am Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft der Ruhr-Universität Bochum, betreut durch Prof. Dr. Franz R. Stuke. Dabei befragte Nikolaos Kyriakidis 274 Schülerinnen und Schüler zwischen 13 und 17 Jahren aus zwölf Klassen an vier Gymnasien und Hauptschulen über ihren Umgang mit Video- und Computerspielen.

Dabei gaben jeweils über 86 Prozent der männlichen Gymnasiasten und Hauptschüler an, mindestens an einem Tag pro Woche zu spielen, im Durchschnitt spielen Jungen an 4,3 Tagen wöchentlich. Die Hälfte der männlichen Befragten spielt sogar an fünf oder mehr Tagen in der Woche. Demgegenüber spielen nur ein knappes Viertel der Gymnasiastinnen und ein knappes Drittel der Hauptschülerinnen Computerspiele.

Diese Festlegung auf männliche Nutzer spiegelt sich in den Spielen wider: Nicht nur die Rollenstereotypen sind männlich, auch die Aufgaben scheinen männlich: Es geht z.B. um Erledigung, Kampf, Verbreitung, Ordnung, Ziellauf, Bereicherung, Prüfung und Bewährung. "Liegt für männliche Jugendliche das Hauptaugenmerk ihrer Sozialisationsbestrebungen auf dem Erlernen von Fähigkeiten, die Kampfbereitschaft und Durchsetzungsvermögen signalisieren, so bieten die aufgeführten Grundmuster dafür eine mediale Projektionsfläche - aber 'mit Köpfchen vorgehen' als Hauptmotivation", so Nikolaos Kyriakidis.

Einige sozialisationsspezifische Bedürfnisse männlicher Jugendlicher würden sich so von den Spielen tatsächlich befriedigen lassen. Die Entwicklung von Misserfolgresistenz, aktive Stressbewältigung unter kontrollierten Bedingungen und die Überwindung von Versagensängsten stünden dabei im Vordergrund.

Die meisten männlichen Nutzer spielen zwischen eine und vier Stunden pro Sitzung, meistens zwischen 16 und 20 Uhr. Die Spiele werden zu jeweils über 50 Prozent auf Kosten von Lernen und Hausaufgaben sowie Schlaf gespielt. Dabei zeige sich aber, dass "die Erledigung von Aufgaben, das Bewältigen von Problemen und die Entwicklung und der Einsatz von Lösungsstrategien extrem bedeutsam und vorrangig sind", erläutert Kyriakidis.

Über die möglichen Gefahren wie z.B. Sucht, Abstumpfung, Aggressivität, seien sich die Schüler und Schülerinnen dabei im Klaren, schätzen die Gefahr jedoch für sich selbst geringer ein als für andere. Der Realismusgehalt der beiden beliebtesten Spiel-Genres, Ego-Shooter und Action-Adventure, wird dabei als eher gering betrachtet. Realistischer erscheinen ihnen z.B. Sportspiele.

Zwischen dem Umgang mit Spielen bei Hauptschülern und Gymnasiasten gebe es nur geringe Unterschiede. "Allgemein zeigen die Ergebnisse, dass der Umgang männlicher Jugendlicher mit dem Bildschirmspiel mit Gelassenheit betrachtet und bewertet werden kann und muss, um die Potenziale dieses Phänomens erkennen und mittel- bis langfristig ausschöpfen zu können", unterstreicht Kyriakidis. "Denn nur so kann eine produktive Diskussion unter allen Beteiligten und Interessierten entstehen. Es liegt im Interesse der Gesellschaft, 'das Beste' daraus zu machen", so sein Fazit.


eye home zur Startseite
Markus Kenn 16. Dez 2008

Killerspiele gehören meines Erachtens verboten, denn man kann sie nicht mit "Cowboy und...

Ekelpack 21. Mär 2005

Im Zweifel in jeder Staatsbibliothek oder in den Fachbibliotheken der entsprechenden...

Ekelpack 21. Mär 2005

Zwischen Sweety dem Kueken und Doom3/HL2 besteht doch ueberhaupt kein Unterschied. Es...

Katsenkalamitaet 18. Mär 2005

Es ist wohl auch eine Triebabfuhr, ausschweifend über den Trieb der Anderen zu tönen...


pistolero.twoday.net / 17. Mär 2005

Fun, aber eben nicht Anyone



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Allianz Deutschland AG, Stutt­gart
  2. Kontron AG, Augsburg
  3. Robert Bosch GmbH, Abstatt
  4. Mobile Trend GmbH, Hamburg


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Gremlins 1+2 8,90€, Ace Ventura 1&2 8,90€, Kill the Boss 1+2 8,90€)
  2. (u. a. House of Wax, Der Polarexpress, Gravity, Mad Max)
  3. 142,44€

Folgen Sie uns
       


  1. Smartphones und Tablets

    Bundestrojaner soll mehr können können

  2. Internetsicherheit

    Die CDU will Cybersouverän werden

  3. 3D-Flash-Speicher

    Micron stellt erweiterte Fab 10X fertig

  4. Occipital

    VR Dev Kit ermöglicht Roomscale-Tracking per iPhone

  5. XPG SX8000

    Adatas erste PCIe-NVMe-SSD nutzt bewährte Komponenten

  6. UBBF2016

    Telefónica will 2G-Netz in vielen Ländern abschalten

  7. Mögliche Übernahme

    Qualcomm interessiert sich für NXP Semiconductors

  8. Huawei

    Vectoring erreicht bald 250 MBit/s in Deutschland

  9. Kaufberatung

    Das richtige Solid-State-Drive

  10. Android-Smartphone

    Huawei bringt Nova Plus doch nach Deutschland



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Recruiting: Uni-Abschluss ist nicht mehr das Wichtigste
Recruiting
Uni-Abschluss ist nicht mehr das Wichtigste
  1. Friends Conrad vermittelt Studenten für Serviceleistungen
  2. IT-Jobs Bayerische Firmen finden nicht genügend Programmierer
  3. Fest angestellt Wie viele Informatiker es in Deutschland gibt

X1D ausprobiert: Die Hasselblad für Einsteiger
X1D ausprobiert
Die Hasselblad für Einsteiger
  1. Modulares Smartphone Lenovo bringt Moto Z mit Moto Z Play nach Deutschland
  2. Hasselblad DJI hebt mit 50-Megapixel-Luftbildkamera ab

Osmo Mobile im Test: Hollywood fürs Smartphone
Osmo Mobile im Test
Hollywood fürs Smartphone
  1. In the Robot Skies Drohnen drehen einen Science-Fiction-Film
  2. Mavic Pro DJI stellt klappbaren 4K-Quadcopter für 1.200 Euro vor
  3. DJI Flugverbotszonen in Drohnensoftware lassen sich ausschalten

  1. Re: Warum nicht sicher landen...

    frostbitten king | 01:28

  2. Re: Pflaumen

    Moe479 | 01:17

  3. Die Reichweite nach Fahrzyklus NEFZ ist...

    Atalanttore | 01:14

  4. Tripple Level

    kernash | 01:14

  5. Re: Klingt ungesund...

    Moe479 | 01:08


  1. 19:24

  2. 19:05

  3. 18:25

  4. 17:29

  5. 14:07

  6. 13:45

  7. 13:18

  8. 12:42


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel