Anzeige

GNU/Hurd-Portierung auf L4-Mikrokernel

Erste Programme laufen mit Hurd auf L4

Richard Stallman und das GNU-Projekt arbeiten schon seit geraumer Zeit an einem eigenen Betriebssystem namens Hurd. Die Portierung von dem langsamen Mach- zu dem modernen und schnelleren L4-Kern nähert sich nun der Vollendung.

Mit der Gründung des Projekts "GNU's Not Unix" 1984 verfolge Richard Stallman das Ziel, ein komplett freies Betriebssystem zu erstellen. Zuerst wandte man sich den normalen Userspace-Programmen wie dem C-Compiler, der C-Bibliothek und all den anderen Werkzeugen, die man so für die tägliche Arbeit benötigt, zu. All diese Programme haben auch großen Erfolg und sind heute praktisch Bestandteil so ziemlich jeder Linux- oder BSD-Distribution sowie einiger kommerzieller Betriebssysteme.

Anzeige

Die Arbeit an dem eigentlichen Kernel wurde erst später im Jahr 1990 begonnen, nachdem man einige andere Alternativen wie TRIX ausgeschlossen hatte. Der neue Kernel, an dem das GNU-Projekt arbeitete, wurde Hurd getauft und basierte auf dem GNU-Mach-Mikrokernel.

Mikrokernel-Architekturen haben den Vorteil, dass Treiber nicht mit der Priorität und im selben Adressraum wie der Kernel laufen, sondern eher wie normale Benutzer-Prozesse. Dies ermöglicht theoretisch wesentlich höhere Stabilität, da beispielsweise ein billiger Soundkartentreiber nicht aus Versehen andere Speicherbereiche überschreiben kann - was in den meisten Fällen zu einem Totalabsturz führen würde. Bei einem Mikrokernel wird in einem solchen Fall nur der Soundtreiber beendet oder sogar einfach neu gestartet.

Eine Mikrokernel-Architektur führt jedoch zu mehr oder weniger ausgeprägten Leistungsverlusten, da wesentlich öfter der CPU-Kontext umgeschaltet werden muss.

Die Entwicklung von Hurd verlief langsam - und wurde durch den Erfolg von Linux, das Entwickler wegen der bereits weiter fortgeschrittenen Funktionalität bevorzugten, noch weiter ausgebremst. So wurde erst kurz vor Weihnachten 2004 durch Ognyan Kulev vom Debian-GNU/Hurd-Projekt ein neuer Ext2-Dateisystemtreiber fertig gestellt, der auf Partitionen mit mehr als 2 GByte zugreifen kann. Zuvor wurden Partitionen immer komplett in den Adressraum der CPU eingeblendet, was die Größe mit x86-Prozessoren auf knapp 2 GByte begrenzte.

Als Hurd-Mach dann endlich einen X-Server und Browser ausführen konnte, entschied man sich aus Leistungsgründen, neu zu beginnen und auf dem Hochgeschwindigkeits-Mikrokernel L4 aufzubauen.

Vor einigen Tagen war der Hurd-Entwickler Marcus Brinkmann nun in der Lage, die ersten Programme unter Hurd mit L4 Kernel auszuführen. Man darf also weiter auf die schon so oft angekündigte Version 1.0 hoffen. [von René Rebe]


eye home zur Startseite
simsalabim 06. Feb 2005

Hatte die Arbeit an Hurd nicht schon vor Linux 0.x angefangen? Sehr Produktiv die Leuts...

Socki... 05. Feb 2005

Disziplin und Linux sind eben zwei verschiedene Paar Schuhe. Wenn ich mir die...

Slark 04. Feb 2005

Ehrm, und? Darf ich jetzt etwa nicht die Hurd Komponenten mit den von L4Linux...

Slark 04. Feb 2005

Denke ich eigentlich nicht. 1. existiert bei Hurd eine funktionierende Version 2. kann...

holzauge 04. Feb 2005

gugst du da http://l4ka.org/projects/l4linux/



Anzeige

Stellenmarkt
  1. eFulfilment Transaction Services GmbH, Ludwigsburg bei Stuttgart
  2. ASCONSIT GmbH, Lüneburg
  3. QRC Group, Nürnberg, Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt
  4. Robert Bosch GmbH, Gerlingen-Schillerhöhe


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 209,99€/219,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  2. 99,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Datenrate

    Telekom und M-Net gewinnen Connect-Festnetztest

  2. Star Wars Lego im Test

    Das Erwachen der Lustigkeit

  3. Video-Streaming

    Sky Online kommt aufs aktuelle Apple TV

  4. Extreme/Ultra Micro-SD

    Sandisk will die schnellste µSD-Karte mit 256 GByte haben

  5. BND-Gesetzreform

    Voller Zugriff auf die Kabel der Telekom

  6. Premier League

    Manchester City will Fußballdaten hacken lassen

  7. Grafikkarten

    Geforce GTX 1060 und Radeon RX 490 kündigen sich an

  8. Elektroauto

    Tesla muss ein Model X zurücknehmen

  9. Kompressionsverfahren

    Dropbox portiert Brotli auf Rust

  10. Amazon

    Smartphone-Kauf wird durch Werbeeinblendungen billiger



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Neue Windows Server: Nano bedeutet viel mehr als nur klein
Neue Windows Server
Nano bedeutet viel mehr als nur klein
  1. Windows 10 Microsoft zahlt Entschädigung für nicht gewolltes Upgrade
  2. Betriebssystem Noch einen Monat Gratis-Upgrade auf Windows 10
  3. Microsoft Patchday Das Download-Center wird nicht mehr alle Patches bieten

Autotracker Tanktaler: Wen juckt der Datenschutz, wenn's Geld gibt?
Autotracker Tanktaler
Wen juckt der Datenschutz, wenn's Geld gibt?
  1. Ubeeqo Europcar-App vereint Mietwagen, Carsharing und Taxis
  2. Rearvision Ex-Apple-Ingenieure entwickeln Dualautokamera
  3. Tod von Anton Yelchin Verwirrender Automatikhebel führte bereits zu 41 Unfällen

Battlefield 1 angespielt: Zeppeline, Sperrfeuer und die Wiedergeburtsspritze
Battlefield 1 angespielt
Zeppeline, Sperrfeuer und die Wiedergeburtsspritze
  1. Electronic Arts Battlefield 1 mit Wetter und Titanfall 2 mit Kampagne
  2. Dice Battlefield 1 spielt im Ersten Weltkrieg

  1. Re: Das hat mit WarpAntrieb aber nichts zu tun oder?

    Frank... | 14:10

  2. Re: Wann gibt's mal wieder richtige Tastaturen?

    smde | 14:10

  3. Re: An alle die wegen PCI nun verunsichert sind

    naxus | 14:09

  4. Re: Vielleicht einfach mal auf e-mails antworten.

    GrandmasterA | 14:08

  5. Re: Schön ist anders

    metalheim | 14:08


  1. 14:05

  2. 14:00

  3. 13:49

  4. 13:45

  5. 13:30

  6. 13:15

  7. 13:00

  8. 12:45


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel