Half-Life 2: Verbraucherschützer mahnen Vivendi und Valve ab

Internetverbindung als Hinweis auf Beschränkungen nicht ausreichend?

Die Zwangskoppelung von Half-Life 2 an den Online-Dienst Steam, die zumindest zur ersten Installation benötigte Internet-Verbindung und die Verhinderung des Weiterverkaufs haben nicht nur Spieler auf die Palme gebracht. Der deutsche Dachverband der Verbraucherzentralen und verbraucherorientierten Verbände, die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), hat nun sowohl den Publisher Vivendi als auch den Spieleentwickler Valve abgemahnt.

Anzeige

Die Verbraucherschützer werfen Vivendi Universal Games und Valve in den Golem.de vorliegenden Abmahnschreiben vor, auf der deutschsprachigen Verpackung bei den Systemvoraussetzungen nur den Stichpunkt "Sonstiges - Internetverbindung" angegeben zu haben. Dies sei jedoch irreführend, so der vzbv: "Unter dem Begriff 'Internetverbindung' versteht der Durchschnittsverbraucher lediglich, dass, wie bei allen gängigen Singleplayerspielen, das Spiel von jeglichem Internetzugang aus betrieben werden kann."

Tatsächlich könne das Spiel Half-Life 2 nur sehr eingeschränkt genutzt werden. Das Spiel sei mit dem erworbenen Datenträger nicht alleine nutzbar; die Softwarevertriebsplattform Steam werde zwangsweise installiert und lade über das Internet wichtige Programmteile für das im Laden gekaufte Spiel herunter. Die zur Nutzung erforderliche Seriennummer, die Steam verlangt, ist dabei an eine Person gebunden. Dem Käufer werde damit die Möglichkeit genommen, das Spiel später gebraucht weiterzuverkaufen. "Ein Hinweis auf diese gravierenden außergewöhnlichen Einschränkungen erfolgt nicht auf der Verpackung des Spiels", mahnt der vbzv. Der allgemeine Hinweis auf die Erforderlichkeit einer Internetverbindung sei stattdessen irreführend und völlig intransparent.

Der zweite Punkt auf der am 24. Januar 2005 an Vivendi und Valve gegangenen strafbewehrten Unterlassungserklärung ist das "Steam Subscriber Agreement", das nur in englischer Sprache vorliegt. Bei Verträgen mit einem inländischen Verwender und dessen deutschen Kunden setze die Verständlichkeit der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) voraus, dass diese in deutscher Sprache abgefasst sind. Dem vzbv lägen jedoch nur englischsprachige AGB-Texte vor. Die Klausel "This Agreement is written only in the English language, which language will be controlling in all aspects" erwecke aber den Eindruck, dass die AGB trotz fehlender Einbeziehung gelten würden und sei demnach unwirksam.

In einem Punkt hat der vzbv sich allerdings geirrt - die Verbraucherschützer gehen davon aus, dass das Spiel nur auf einem Rechner und nicht auch weiteren Systemen installiert werden kann. Steam erlaubt es, einen Account auch auf mehreren Rechnern zu nutzen - auf nur einem davon darf Half-Life 2 aber gleichzeitig laufen.

Der Verbraucherschutzdachverband fordert Vivendi und Valve mit der Abmahnung auf, nicht mehr mit dem knappen Hinweis "Systemvoraussetzungen... Sonstiges... Internetverbindung" für Half-Life 2 zu werben, ohne darüber aufzuklären, dass das Spiel nach Registrierung nicht weitergegeben werden kann und auch der Verkauf des Benutzerkontos nicht möglich ist. Zudem dürfe nicht mehr behauptet werden, dass die englischsprachigen AGBs in jeder Hinsicht wirksam seien.

Sollten Vivendi und Valve die Unterlassungserklärung unterzeichnen, die Mängel aber nicht ausbessern, droht ihnen eine Konventionalstrafe von 6.000 Euro für jeden Fall der Zuwiderhandlung. Vivendi Universal Games Deutschland konnte gegenüber Golem.de noch keine Stellungnahme abgeben.


LOWMAN 21. Okt 2006

ich hatte genau das selbe problem auf einmal wurde mein acc gesperrt ich weiß bis heute...

STEAMISSCHEISSE 05. Sep 2006

NUR SO zu info mein account wurde gesperrt also VAC gesperrt anngeblich<---- ich habe in...

Jo-int 12. Feb 2006

Genau das selbe ist mir auch passiert und ich bekomme langsam aber sicher...

M!$TM@D3 Inc. 11. Feb 2006

Mir wurde aus unersichtlichen Gründen der Account gesperrt,so das ich nicht mehr auf die...

Matthew2324 11. Feb 2006

Ich finde Steam sollte wieder abgeschafft werden, da dieses Programm extrem bescheiden...

Kommentieren


Dimension 2k / 27. Jan 2005

Valve & Co wurden abgemahnt



Anzeige
  1. IT-Projektmitarbeiter (m/w) DB / Logistiksoftware
    transmed Transport GmbH, Regensburg
  2. Akademische Räte / Rätinnen
    Universität Passau, Passau
  3. Softwareentwickler/in Java / JEE
    BBF GmbH, München
  4. Software-Entwickler/in (.NET)
    neveling.net GmbH, Hamburg

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Engine

    Unity-Basis kostenlos mit Mobile-Werkzeugen

  2. Drosselung

    Ein Drittel aller Filme wird als Video-on-Demand geliehen

  3. Wikileaks

    Wau-Holland-Stiftung kann nur noch die Server bezahlen

  4. Surface Pro im Test

    Microsofts Tablet überzeugt als Notebook

  5. Briefkastenfirmen

    Apple ist "einer der größten Steuervermeider" der USA

  6. Yahoo Japan

    Daten von 22 Millionen Nutzern kompromittiert

  7. Flying Wild Hog

    Der Shadow Warrior kämpft wieder

  8. Sony

    Die Playstation 4 ist schwarz - und verschwommen

  9. Palava

    Videokonferenzlösung auf Basis von WebRTC

  10. Browser

    Opera für Android mit Webkit-Engine ist da



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Bundestags-LAN: Rösler will Spiele-Champions
Bundestags-LAN
Rösler will Spiele-Champions

Wirtschaftsminister Rösler bekennt sich bei einer Gaming-Veranstaltung im Bundestag ausdrücklich zu Großproduktionen aus Deutschland - und erzählt, welchen Heimcomputer-Klassiker er als Jugendlicher hatte.

  1. Clark Asay Defensive Patente mit freier Software nicht vereinbar?
  2. Verfassungsgericht Anti-Terror-Datei ist in Teilen verfassungswidrig
  3. 2. Politiker-LAN Der Bundestag spielt wieder

Sony, Nintendo, CIA: Lange Haftstrafen für Lulzsec-Mitglieder
Sony, Nintendo, CIA
Lange Haftstrafen für Lulzsec-Mitglieder

Ein Londoner Gericht schickt drei Mitglieder des Kollektivs Lulzsec ins Gefängnis. Ein vierter Angeklagter hat eine Bewährungsstrafe erhalten.

  1. Sony, Nintendo, CIA Lulzsec-Cracker gestehen Cyberangriffe
  2. Defacement Reuters-Redakteur soll Anonymous geholfen haben

Drosselung: Piratenchef fordert Verstaatlichung der Netze der Telekom
Drosselung
Piratenchef fordert Verstaatlichung der Netze der Telekom

Piratenchef Schlömer holt die alte Forderung "Netze in Nutzerhand" wieder hervor und will das Festnetz der Deutschen Telekom wegen der DSL-Drosselungspläne verstaatlichen.

  1. Vectoring Vodafone wird VDSL mit 100 MBit/s anbieten
  2. Vectoring der Telekom Bundesnetzagentur genehmigt VDSL mit 100 MBit/s
  3. Kündigungsgrund Wenn der Telefon-DSL-Anschluss nicht voll funktioniert

Zum Artikel