Abo
  • Services:
Anzeige

RFID-Schnüffelchip-Detektor des FoeBuD: Prototyp ist fertig

Stiftung bridge unterstützt DataPrivatizer-Entwicklung mit weiteren 6.000 Euro

Der "DataPrivatizer" des Bürgerrechtler-Vereins FoeBuD e.V. soll es jedem ermöglichen, versteckte RFID-Chips und RFID-Scanner aufzuspüren. Ein etwa Walkman-großer Prototyp ist bereits fertig, in zwei Monaten will man das Gerät auf Feuerzeuggröße geschrumpft und zur Marktreife gebracht haben - von der Stiftung bridge gab es für die Weiterentwicklung eine erneute Förderung mit 6.000,- Euro.

"Wir sehen hier die große Chance, eine potenziell gefährliche Technologie, die noch in der Entwicklung ist, im Sinne digitaler Bürgerrechte zu beeinflussen", erklärte dazu Rena Tangens vom FoeBuD zur weiteren Förderung des Projekts. Der FoeBuD will Bürgerrechte und einen "schöpferisch-kritischen" Umgang mit Wissenschaft und Technik fördern. In dieser Tradition stehe auch das Projekt des DataPrivatizers.

Anzeige

Designstudie DataPrivatizer
Designstudie DataPrivatizer
RFIDs (Radio Frequency Identification) sind winzige Chips mit integrierter Antenne, die eine eindeutige, per Funk abrufbare Seriennummer enthalten. Industrie und Handel richten sich gerade darauf ein, mit RFIDs die Strichcodes auf den Waren zu ersetzen; im Gegensatz zu Strichcodes sollen die Identifikations-Chips auch direkt in die Produkte eingearbeitet werden, etwa in Kleidung. Dies stößt auf Kritik seitens Datenschützern und um ihre Privatsphäre fürchtende Bürger: Die RFID-Chips können versteckt angebracht werden, ohne Sichtkontakt aus einiger Entfernung (und damit vom Träger unbemerkt) ausgelesen und umfangreiche Datenbanken mit Bewegungsprofilen angelegt werden. Insbesondere in Verbindung mit RFID-Chips in Kredit- und Kundenkarten oder gar Ausweisen könnte sich bei unkontrolliertem RFID-Einsatz eine gänzlich neue Dimension von Überwachung, Kontrolle und Manipulation ergeben, befürchten die Datenschützer.

Mit dem Projekt des "DataPrivatizers" hatte der FoeBuD im November 2003 den mit 15.000,- Euro dotierten Ideenwettbewerb der Stiftung bridge gewonnen. Die jetzt beschlossenen 6.000,- Euro stellen eine Anschlussfinanzierung des Projekts dar. Die Stiftung bridge will gesellschaftlichen Wandel durch soziale Bewegungen fördern und unterstützt Projekte, die die Bürgerrechte in der digitalen Gesellschaft stärken.

Der 1986 gegründete FoeBuD beschäftigt sich seit längerem mit RFID-Technologie und hält sie für problematisch, wenn sie unkontrolliert und ohne öffentlichen Diskurs eingeführt wird. Im Oktober 2003 verlieh der FoeBuD der Metro AG (Galeria Kaufhof, real, Praktiker, Extra, Saturn, Media Markt und andere) den Datenschutz-Negativpreis "Big Brother Award" für einen RFID-Feldversuch im Versuchssupermarkt "Extra Future Store" in Rheinberg bei Düsseldorf. Im Februar 2004 deckte der FoeBuD auf, dass die Metro ohne Wissen der Kunden in den Payback-Kundenkarten ihres Future Store RFID-Chips untergebracht hatte. Der Handelskonzern gab schließlich nach und nahm seine Future-Store-Kundenkarten aus dem Verkehr. Kritik seitens des FoeBuD gibt es auch für die Politik: So würde etwa die Bundesregierung keinen Handlungsbedarf sehen, während der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar auf ein Gesetz zur Regelung des RFID-Einsatzes dränge.

Nachtrag vom 18. Juni 2004, 00:52 Uhr:
Auf Nachfrage durch Golem.de erklärte Padeluun vom FoeBuD, dass man hoffe, mit dem Preis für den fertigen DataPrivatizer bei unter 80,- Euro bleiben zu können. Das Gerät soll Scanner schon aus einer Entfernung von 5, evtl. aber auch aus 10 Metern Entfernung aufspüren, RFID-Tags lesen, zwischenspeichern und schreiben (Deaktivatorfuntion) können. Der Vertrieb soll in Form von Bookware über den Buchhandel vertreiben werden, also als Beilage zu einem Büchlein mit Texten zum Thema.


eye home zur Startseite
papa 21. Jun 2009

erkennt und auch zerstören kann, ohne dass der besitzer in den "genuß" der enthaltenen...

papa 21. Jun 2009

erkennt und auch zerstören kann, ohne dass der besitzer in den "genuß" der enthaltenen...

:-) 25. Jun 2004

Der Umzug nach Berlin war ja schon teuer..., was mag da erst der Umzug ins nördliche...

hmm 23. Jun 2004

DAS wär schon gut, wobei es bestimmt auch wieder Arbeit ist, alles zu katalogisieren. Und...

Homer Morisson 18. Jun 2004

Die Frage ist nur, was bringt mir der Detektor? Ich kann mir doch eh sicher sein, wenn...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. über Hays, Frankfurt
  2. Deutsche Telekom AG, Frankfurt am Main, Bonn
  3. QSC AG, Frankfurt, Hamburg, Oberhausen
  4. Gundlach Bau und Immobilien GmbH & Co. KG, Hannover


Anzeige
Top-Angebote
  1. 4,49€ (ohne Prime bzw. unter 29€-Einkauf zzgl. 3€ Versand)
  2. 4,49€ (ohne Prime bzw. unter 29€-Einkauf zzgl. 3€ Versand)
  3. 4,49€ (ohne Prime bzw. unter 29€-Einkauf zzgl. 3€ Versand)

Folgen Sie uns
       

Anzeige
Whitepaper
  1. Sicherheitsrisiken bei der Dateifreigabe & -Synchronisation
  2. Globale SAP-Anwendungsunterstützung durch Outsourcing
  3. Praxiseinsatz, Nutzen und Grenzen von Hadoop und Data Lakes


  1. Tinker-Board

    Asus bringt Raspberry-Pi-Klon

  2. Privatsphäre

    Verschlüsselter E-Mail-Dienst Lavabit kommt wieder

  3. Potus

    Donald Trump übernimmt präsidiales Twitter-Konto

  4. Funkchips

    Apple klagt gegen Qualcomm

  5. Die Woche im Video

    B/ow the Wh:st/e!

  6. Verbraucherzentrale

    O2-Datenautomatik dürfte vor Bundesgerichtshof gehen

  7. TLS-Zertifikate

    Symantec verpeilt es schon wieder

  8. Werbung

    Vodafone will mit DVB-T-Abschaltung einschüchtern

  9. Zaber Sentry

    Mini-ITX-Gehäuse mit 7 Litern Volumen und für 30-cm-Karten

  10. Weltraumteleskop

    Erosita soll Hinweise auf Dunkle Energie finden



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Begnadigung: Danke, Chelsea Manning!
Begnadigung
Danke, Chelsea Manning!
  1. Verwirrung Assange will nicht in die USA - oder doch?
  2. Nach Begnadigung Mannings Assange weiter zu Auslieferung in die USA bereit
  3. Whistleblowerin Obama begnadigt Chelsea Manning

Shield TV (2017) im Test: Nvidias sonderbare Neuauflage
Shield TV (2017) im Test
Nvidias sonderbare Neuauflage
  1. Wayland Google erstellt Gamepad-Support für Android in Chrome OS
  2. Android Nougat Nvidia bringt Experience Upgrade 5.0 für Shield TV
  3. Nvidia Das Shield TV wird kleiner und kommt mit mehr Zubehör

Nintendo Switch im Hands on: Die Rückkehr der Fuchtel-Ritter
Nintendo Switch im Hands on
Die Rückkehr der Fuchtel-Ritter
  1. Nintendo Vorerst keine Videostreaming-Apps auf Switch
  2. Arms angespielt Besser boxen ohne echte Arme
  3. Nintendo Switch Eltern bekommen totale Kontrolle per App

  1. Re: Wo ist das Problem

    MarioWario | 08:53

  2. Re: Es wird immer was vergessen

    LinuxMcBook | 08:53

  3. Re: ganz im gegenteil

    maze_1980 | 08:42

  4. Re: Warum wird Symantec nicht rausgeschmissen?

    deadeye | 08:41

  5. Re: Hyperloop BUSTED!

    quasides | 08:28


  1. 16:49

  2. 14:09

  3. 12:44

  4. 11:21

  5. 09:02

  6. 19:03

  7. 18:45

  8. 18:27


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel