Anzeige

Gesellschaft für Informatik warnt vor RFID

Sachverständige fordern klare Regeln für den Einsatz von RFID-Chips

Der Kritik an einer flächendeckenden Einführung von RFID-Chips schließt sich jetzt auch die Gesellschaft für Informatik (GI) an. Sie sieht in der Technik erhebliche Risiken in Bezug auf den Datenschutz. Deshalb fordern Sachverständige der GI die Bundesregierung auf, eine Expertenkommission einzusetzen, um Vertrauen in die neue Technik sicherzustellen.

Anzeige

Die unter dem Namen Radio Frequency Identification (RFID) bekannte Technik basiert auf winzigen Computerchips, die per Funk Informationen an Sensoren übermitteln, ohne dass dies bemerkbar ist. Diese Computerchips (RFID-tags) werden auch Transponder genannt. Sie sind kleiner als 0,5 Quadratmillimeter und können auf Grund ihrer geringen Größe auf jede Art von Transport- und Produktverpackung angebracht und sogar unbemerkt als so genannte "Smart Labels" in Textilien eingearbeitet werden.

Industrie und Handel setzen dabei vor allem auf passive Transponder, die keine eigene Stromversorgung brauchen. Diese können ihre Daten dauerhaft speichern, wenn die Chips nicht zerstört oder der Inhalt überschrieben wird. Ein RFID-Lesegerät ist in der Lage, 200 Transponder in Sekundenschnelle aus einer Entfernung von einem Zentimeter bis zu maximal 50 m auszulesen.

Insgesamt soll mit dieser Technik die Warenkennzeichnung über Barcodes abgelöst werden. Lesegeräte könnten dann automatisch und beinahe ohne Verzögerung den Inhalt eines Warenkorbes erfassen. Denkbar ist aber auch, dass die Transponder zur weiteren Verfolgung eines beliebigen Gegenstandes oder eben auch Menschen eingesetzt werden könnten. Ebenso ist vorstellbar, dass die Informationen, die ein Transponder enthält, innerhalb eines derart automatisierten Einkaufssystems mit personenbezogenen Daten in Verbindung gebracht werden. Ein Kunde, der im Supermarkt dann gleichsam "eincheckt", würde gezielt an die von ihm bevorzugten Produkte herangeführt. Auf die in solchen Verfahren entstehenden Informationen selbst und deren Auswertung in einem Transpondersystem haben die Betroffenen keinen Einfluss, und sie erhalten auch keine Kenntnis davon, da es keine im öffentlich-rechtlichen Sinne verantwortliche Instanz gibt, die das Verfahren steuert, so die Gesellschaft für Informatik.

Nach den Worten von GI-Präsidenten Matthias Jarke steht die GI dem Einsatz der RFID-Technik grundsätzlich sehr positiv gegenüber. Die Vorteile für Industrie und Verbraucher gegenüber dem jetzigen, sehr viel undifferenzierteren und zeitaufwendigeren Barcode-Verfahren lägen auf der Hand. Diese Vorteile kämen aber nur zur Geltung, wenn die Technik bei den Verbrauchern eine hohe Akzeptanz finde.

Der Arbeitskreis "Datenschutz und IT-Sicherheit" des GI-Präsidiums hat deshalb unter anderem gefordert, bestimmte Anwendungen von Transpondern gesetzlich zu verbieten. Transponder dürften in keinem Fall zur Verfolgung von Bürgern genutzt werden, auch nicht indirekt durch Kleidung, Konsumgüter oder andere Gegenstände wie PKWs. Transponder dürften generell nicht benutzt werden, um Anonymität zu verringern oder zu verhindern. Deshalb sei es auch nötig, dafür zu sorgen, dass die auf Waren angebrachten Transponder nach dem Kauf der Waren zweifelsfrei deaktiviert werden. Ebenso dürften RFID-Tags nicht an Zahlungsmitteln wie Geldscheinen oder Münzen angebracht werden. Andernfalls, so fürchten die Sachverständigen der Gesellschaft für Informatik, sei mit erheblichen Widerständen gegen die an sich begrüßenswerten RFID-Verfahren zu rechnen. Der Eindruck, hier werde eine Technik geschaffen, die eine unbeschränkte Überwachung breiter Bevölkerungskreise ermögliche, müsse durch eine differenzierte und sachkundige Begleitung von vorneherein ausgeräumt werden.


eye home zur Startseite
lewdfrh rpevlf 16. Apr 2008

lpjvsoc qwcebal hezawpsx ediwlah zpeyjgbk gekm tzhob

lolmaster 12. Jun 2004

Wieso regen sich die Leute erst immer über Technologien auf, wenn man Ihnen davon...

Tikker 08. Jun 2004

Du meinst, die Affenschande besteht darin, dass Projekte irgendwann nicht mehr gestoppt...

glupp 08. Jun 2004

...die Geister sind schon gerufen worden, die Hexen rühren den Kessel und allem...

mrmojo 08. Jun 2004

Dann lauf ich nackt rum (juhu, endlich hab ich nen grund dafür... :D) und ess nur noch...

Kommentieren



Anzeige

  1. Professional IT Consultant Automotive Marketing und Sales (m/w)
    T-Systems International GmbH, Leinfelden-Echterdingen
  2. Technischer Redakteur (m/w)
    über Hanseatisches Personalkontor Stuttgart, Crailsheim
  3. Mitarbeiter/in im Bereich IT Helpdesk für den 1st-Level-Support
    Bosch Communication Center Magdeburg GmbH, Berlin
  4. IT-Service Designer/in
    Landesbetrieb IT.Niedersachsen, Hannover

Detailsuche



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. VORBESTELLBAR: X-Men Apocalypse [Blu-ray]
    19,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  2. TIPP: Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere [3D Blu-ray]
    9,99€
  3. VORBESTELLBAR: Warcraft: The Beginning (+ Blu-ray)
    32,99€

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Bezahlsystem

    Apple will Pay zügig in Europa ausweiten

  2. Überwachung

    Aufregung um Intermediate-Zertifikat für Bluecoat

  3. Virtual Reality

    Googles Daydream benötigt neues Smartphone

  4. Cortex-A73 Artemis

    ARMs neuer High-End-CPU-Kern für 2017

  5. Tony Fadell

    iPod-Erfinder baut Elektro-Gokarts für Kinder

  6. Riesiges Produktionsgebäude

    Ende Juli wird die Tesla Gigafactory eröffnet

  7. Maas kontra Dobrindt

    Bundesjustizminister verweigert autonomen Autos Sonderrechte

  8. Section Control

    Bremsen vor Blitzern soll nicht mehr vor Bußgeld schützen

  9. Beam

    ISS-Modul erfolgreich aufgeblasen

  10. Arbeitsbedingungen

    Apple-Store-Mitarbeiterin gewährt Blick hinter die Kulissen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Xiaomi Mi5 im Test: Das fast perfekte Top-Smartphone
Xiaomi Mi5 im Test
Das fast perfekte Top-Smartphone
  1. Konkurrenz zu DJI Xiaomi mit Kampfpreis für Mi-Drohne
  2. YI 4K Xiaomi greift mit 4K-Actionkamera GoPro an

Hyperloop Global Challenge: Jeder will den Rohrpostzug
Hyperloop Global Challenge
Jeder will den Rohrpostzug
  1. Hyperloop HTT will seine Rohrpostzüge aus Marvel-Material bauen
  2. Hyperloop One Der Hyperloop fährt - wenn auch nur kurz
  3. Inductrack Hyperloop schwebt ohne Strom

Doom im Test: Die beste blöde Ballerorgie
Doom im Test
Die beste blöde Ballerorgie
  1. Doom im Technik-Test Im Nightmare-Mode erzittert die Grafikkarte
  2. id Software Doom wird Vulkan unterstützen
  3. Id Software PC-Spieler müssen 45 GByte von Steam laden

  1. Re: Ich finde das ein bisschen unfair Symantec...

    Mingfu | 10:48

  2. Wie lange sich google wohl noch auf der Nase...

    Proctrap | 10:47

  3. Re: der casual VRler

    Kleba | 10:46

  4. Re: Abzocke bleibt Abzocke

    Keridalspidialose | 10:46

  5. Re: "Schlecht"? Wir schneiden GUT ab.

    Lord Gamma | 10:45


  1. 10:31

  2. 10:27

  3. 08:45

  4. 08:15

  5. 07:44

  6. 07:24

  7. 07:10

  8. 12:45


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel