Spieletest: Silent Storm - Taktik mit Rollenspielelementen

Screenshot #7
Die Grafik ist als ausgesprochen gelungen zu bezeichnen. Das gesamte Gelände besteht aus gerenderten Objekten, die obendrein komplett zerstört werden können. So brennt ein Haus nach entsprechender Einwirkung bis auf die Grundmauern nieder. Zäune werden durchlöchert und Türen bersten auf Grund der Druckwelle einer Granate in tausend Stücke. Auch die sonstige Spielphysik macht einen guten Eindruck, auch wenn die Entwickler die Effekte ein bisschen übertrieben haben. Pflanzen bewegen sich, wenn eine Spielfigur die Flora durchstreift und die Gegner werden filmreif zu Boden geschleudert. Besonders schön sind auch die geschmeidigen Animationen der Charaktere - etwa beim Klettern durch Fenster - anzusehen. Schade, dass die Charaktere nicht wie bei Kommandos durch Türen oder Fenster spähen können, ohne sie zu öffnen. Das Spielgeschehen ist mit der frei dreh-, kipp- und zoombaren Kamera detailgetreu zu verfolgen und die Darstellung von Blut lässt sich deaktivieren.
Einziges Manko sind die zuweilen langen Rundenzeiten der Gegner und die Sprachausgabe in den Kämpfen. Zwar sind die Kommentare der Charaktere in den ersten Missionen noch recht unterhaltsam, auf Dauer werden sie jedoch eintönig. Besser wäre es gewesen, wenn die Spielfiguren beispielsweise Informationen über ihre Verletzung kundtäten, statt immer wieder von "kleinen Kratzern" zu sprechen. Zum Glück kann man die Sprachausgabe deaktivieren.

Screenshot #8
Silent Storm läuft auf Windows 98/ME/2000/XP und erfordert DirectX 9.0. Als optimales System geben die Entwickler einen Pentium IV mit 2,2 GHz und 512 MByte RAM sowie eine Grafikkarte mit 128 MByte Speicher an. Auf dem Testrechner mit einem AMD Athlon (1,3 GHz) und Radeon 9500 Pro läuft das Spiel auch in höchster Detailstufe ausgesprochen flüssig. Das Spiel hat eine USK-16-Empfehlung und ist seit dem 24. Oktober 2003 für circa 50,- Euro erhältlich.
Fazit:
Silent Storm ist eine Bereicherung der WKII-Spiele und eine willkommene Abwechslung zu den hektischen Shootern und Echtzeitspielen, die sich nicht vor den Genre-Kollegen wie Jagged Alliance oder dem ebenfalls aktuellen Ufo Aftermath zu verstecken braucht. Die Story und die Rollenspielelemente sorgen für eine ausreichende Langzeitmotivation. Nur die unfreiwilligen Pausen durch lange Computerrunden und die Sprachausgabe können manchmal stören. Für Freunde des Genres ist Silent Storm absolut empfehlenswert. Neueinsteigern kann die Demo Aufschluss geben, ob ihnen dieses Genre liegt. [Von Alexander Vock]
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