Online-Stellenmärkte fürchten Job-Roboter der Arbeitsämter

Verbesserter Virtueller Arbeitsmarkt (VAM) als Bedrohung für die Wirtschaft?

Nachdem die Bundesanstalt für Arbeit (BA) ihren verbesserten Online-Stellenkatalog automatisch um Stellenangebote erweitern will, die Such-Roboter im Internet aufgespürt haben, gibt es nun auf Grund dieser Vorgehensweise harte Kritik aus dem Lager der kommerziellen Stellenbörsen. Lobte man bisher die neuen Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit den Arbeitsämtern, sehen die kommerziellen Online-Stellenmärkte jobpilot, JobScout24, Monster und StepStone in den Ambitionen der BA jetzt eine Gefährdung des eigenen Geschäfts.

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Die vier Online-Stellenmärkte zeigen sich in einer gemeinsamen Pressemitteilung irritiert über den ihrer Meinung nach "unzulässigen Eingriff in den Markt" durch die Missachtung des Schutzes ihrer Kunden. Gemeint ist die ungefragte Übernahme aller veröffentlichten freien Stellen von Unternehmen, Personaldienstleistern und auch den Online-Stellenmärkten aus dem Internet, mit denen das Arbeitsamt auch die nicht direkt bei ihm gemeldeten Stellen listen kann. Eine in ersten Vorgesprächen mit der Bundesanstalt für Arbeit angedachte teilweise Zusammenarbeit mit dem neu gestalteten Virtuellen Arbeitsmarkt (VAM) der Arbeitsämter sei gefährdet, wenn die BA ihre Neuausrichtung auf Kosten der bestehenden Online-Stellenmärkte erreichen wolle.

Gemeinsam warnen die vier großen Online-Stellenmärkte die Bundesanstalt für Arbeit davor, sich "gegen die Marktentwickler und eingeführten Unternehmen der Branche positionieren zu wollen". Das selbst gesteckte Ziel der BA, im Zuge der anstehenden Reformen zur "Nummer Eins der Internet-Stellenportale" zu werden, schieße erheblich über den gesetzlichen Auftrag hinaus. Böswillig interpretiert: Die Reform der Arbeitsämter soll also dementsprechend nicht zu leistungsfähig, serviceorientiert und kundennah werden, um mit kostenlosen Dienstleistungen nicht im Bereich der kommerziellen Stellenmärkte zu wildern.

"Die BA gefährdet mit einem Alleingang ohne die etablierten Marktteilnehmer das mit Millionenaufwand an Steuermitteln finanzierte Projekt Virtueller Arbeitsmarkt insgesamt", klagen die Geschäftsführer Christopher Funk von jobpilot, Harald Lenz von JobScout24, Kai Deininger von Monster.de und Ralf Baumann von StepStone. Eine Zusammenarbeit könne es nicht geben, wenn die BA den Schutz der Kunden übergeht, indem sie gegen deren Willen die Stellenangebote abgrast. "Dagegen werden sich die führenden Anbieter der Online-Stellenmärkte zu wehren wissen", warnen die vier Dienstleister in Richtung BA.

In einem Brief wurde der Vorstand der BA nun um Aufklärung der "wahren Absichten" aufgefordert. Die bisher bekannt gegebenen Fakten seien den Online-Stellenmarkt-Anbietern bei einem ersten Sondierungsgespräch mit der BA am 30. Juni 2003 verschwiegen worden, so der Vorwurf. "Wenn die 181 Arbeitsämter im Rahmen des Meta-Stellenmarktes der BA jetzt auch Angebote für wechselwillige, in Beschäftigung stehende Fach- und Führungskräfte bereithalten wollen, dann hat das nichts mit dem öffentlichen Auftrag der BA zu tun", so die Geschäftsführer. Man sieht also die Aufgabe der Arbeitsämter eher darin, sich um diejenigen zu kümmern, die bereits arbeitslos sind - und weniger um diejenigen, die sich schon vor der Beendigung um eine neue Stelle bemühen.


Waldemar 16. Jul 2008

Das stimmt wohl, das Spidern von Jobs, die veröffentlicht werden ist nichts illegales...

job-roboter 22. Okt 2003

....dümmer geht's nimmer !!! der job-roboter sucht die stellen aus den hp's der betriebe...

gpf 28. Aug 2003

Moin, das ist nicht korrekt, jeder Arbeitgeber hat das RECHT die Dienstleistungen der BA...

Lachdanan 16. Aug 2003

Mag sein, daß ich nicht so richtig informiert bin, aber ich dachte, daß der JobRoboter...

c.b. 15. Aug 2003

Wenn solche postpubertären Kasperltheater (beiderseits) dazu beitragen, dass es mehr...

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