Open-Source-Entwickler für Software-Patente?

Bruce Perens widerspricht dem Open Forum Europe

Graham Taylor, Direktor des Open Forum Europe, spricht sich in einem gemeinsamen Statement mit anderen Industrievertretern für die Einführung von Software-Patenten in Europa aus. Die Tatsache, dass Taylor damit den Anschein erweckt, Entwickler von Open-Source- und freier Software würden die Einführung von Software-Patenten befürworten, rief allerdings unter anderem Bruce Perens zu einer Klarstellung auf.

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Zwar setzt sich das Open Forum Europe für die Verbreitung von Open-Source-Software ein, habe aber kein Recht, für die Entwickler von freier oder Open-Source-Software zu sprechen. Zudem sei das Open Forum Europe eine Abteilung der IT Forum Foundation und des InterForum, zu deren Mitgliedern zahlreiche große Unternehmen gehören, die sich für Software-Patente in Europa einsetzen.

Taylor sei nicht in die wichtigen Organisationen rund um Open Source und freie Software eingebunden, zu denen Perens die Free Software Foundation, die Open Source Initiative und "Software in the Public Interest" zählt. Diese sprechen sich vehement gegen die Einführung von Software-Patenten aus.

"Software-Patente könnten für Open-Source-Software in den USA und Europa fatal sein", so Perens. Da deren Entwickler keine Lizenzgebühren einnehmen würden, hätten sie auch keine Mittel, Gebühren an Patentinhaber abzuführen. Patentinhaber können Entwickler von Open-Source- und freier Software daher zwingen, die Verbreitung ihrer Programme einzustellen und diese so aus dem Verkehr zu ziehen.

Zwar sei es mitunter möglich, um patentierte Algorithmen herum zu programmieren, was aber nicht bedeutet, dass Entwickler dadurch vor unberechtigten juristischen Angriffen geschützt seien. Allein die Kosten, die eine Verteidigung in einer Patentrechtsklage verursache, würden einzelne Entwickler in der Regel in die Knie zwingen. Hinzu kommt das Problem, dass einige Standards explizit auf Patenten basieren und somit nicht als freie Software implementiert werden könnten. Als Beispiel führt Perens hier IEEE 1394 FireWire an.

Auch sei die Tatsache, dass man noch keine großen Schäden durch Software-Patente vorzuweisen habe, ein Problem in der Diskussion. Perens geht aber davon aus, dass viele Unternehmen explizit auf die Einführung von Software-Patenten in Europa warten, um im Vorfeld keine Anhaltspunkte gegen deren Einführung zu liefern. So könnten Software-Patente, wenn sie denn in den USA und Europa gesetzt würden, zu einem ernsthaften, wenn nicht fatalen Problem für Open Source werden.

Perens selbst ist Gründer von "Software in the Public Interest", gehört zu den Initiatoren der Open Source Initiative und ist seit langen Jahren Entwickler von Linux und andere freier Software.


anwalt 03. Jun 2003

für einen patentanwalt wäre es sicherlich eine interessante sache, ein ungültiges patent...

Geoff Richards 09. Mai 2003

Rio 08. Mai 2003

Man läßt nicht ein bestimmtes Stück vom Programm patentieren sondern den Algorithmus, das...

Hilfreich 07. Mai 2003

Vielleicht bin ich ja ein wenig blöd, aber kann mir mal jemand erklären, wie ein Patent...

Rio 07. Mai 2003

Mich graust es schon vor der Perspektive, dass jede Zeile Programmcode, die ich schreibe...

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