C-One - C64-Nachfolger mit rekonfigurierbaren Chips

C-One-Prototyp-Board (Revision 0)
Die Leistung von PCs wird man mit dem C1 laut der offiziellen Homepage allerdings nie erreichen, so dass es eher eine Plattform für Programmierfans und weniger für Leistungsfans werden dürfte. Dennoch könnte den C1-Entwicklern zufolge der neue Rechner auf Grund seiner Rekonfigurierbarkeit einer der ersten kommerziellen Vertreter einer neuen Rechnerklasse sein, deren Chips keine vorbestimmten Aufgaben mehr erfüllen, sondern jeweils auf die zu erledigenden Aufgaben angepasst werden. Es gibt weitere Projekte dieser Art, allerdings soll der C1 der bisher flexibelste Vertreter sein. Beim "reconfigurable computer" verschmelzen also die Grenzen der strengen Trennung zwischen Grafikkarte, Soundkarte und Prozessor. Der neue Computer soll so flexibel sein, dass er sich den Programmen anpassen kann, die auf ihm laufen sollen.
Die derzeit 28-jährige Jeri Ellsworth war bis zum Jahr 2000 Besitzerin der Ladenkette "Computers made easy" an der Westküste Amerikas. Sie verkaufte die Läden, um sich einem neuen Geschäftsfeld zu widmen: der Entwicklung eines eigenen Computers. Auch der Diebstahl eines frühen Prototypen hielt sie nicht davon ab, ihr Ziel weiter zu verfolgen. Nun wird der C1 gefertigt - in Deutschland. Seit April 2002 beteiligt sich die Aachener Firma individual Computers am Projekt; am 5. Mai 2003 sollen in Deutschland die ersten Boards im ATX-Formfaktor für 249,- Euro ausgeliefert werden. Zeitgleich sollen die C1-Boards auch an die Niederlande geliefert werden. Die restlichen europäischen Länder und Nordamerika werden voraussichtlich ab 9. Mai 2003 beliefert. Die ersten 300 Boards werden Entwickler-Boards sein, so dass man noch mit zahlreichen Software-Fehlern rechnen muss und z.B. noch nicht von CD booten kann.
Gemeinsam mit der Szene-Programmier-Crew Radwar Enterprises wird für Presse und Fachpublikum am 4. Mai 2003 eine Release-Party für den C1 in Heinsberg veranstaltet. Jens Schönfeld, seit neun Jahren Inhaber von individual Computers, sieht den C1 gleichzeitig als Schritt in die Zukunft und in die Vergangenheit. "Mit der neuen Technik können wir Computer bauen, deren Rechenwerk bei Bedarf vergrößert werden kann, zum Beispiel auf Kosten der Grafik- oder Musikfähigkeiten."
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