Studie: E-Government-Insellösungen blockieren großen Wurf

Fehlende Koordination bei elektronischer Verwaltung

Das E-Government bietet vielfältige Chancen, die Prozesse in der öffentlichen Verwaltung im "digitalen Zeitalter" zu vereinheitlichen und effizienter zu machen. Zudem kann E-Government die Teilhabe- und Entscheidungsmöglichkeiten von Bürgerinnen und Bürgern durch mehr Transparenz und Kommunikation deutlich verbessern. Allerdings gehen die E-Government-Konzepte auf Bundesebene und in den Bundesländern von unterschiedlichen Leitbildern aus und sind kaum koordiniert oder gar aufeinander abgestimmt. Dies sind die Ergebnisse einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Management- und IT-Beratung Cap Gemini Ernst & Young.

Anzeige

Bislang fehlt nach der Studie eine Koordination und Kooperation zwischen Bund, Ländern und Kommunen und erst recht auf europäischer Ebene. Das führe zu kostspieligen Insellösungen, bei denen jeder seine eigenen technischen und prozessualen Wege verfolge.

Bei der Vorstellung der Studie hob der Bundestagsabgeordnete Michael Bürsch hervor, wie wichtig diese bürgerschaftliche Beteiligung sei. "Bisher sind die Verwaltungen den Weg des geringsten Aufwands gegangen. Sie haben hauptsächlich Informationen online gestellt, ohne dass sie systematisch in den Dialog mit den Kunden eingetreten sind, welche Transaktionen sie mit der Verwaltung online durchführen wollen", erklärte Willi Kaczorowski, Leiter des Autorenteams und des Bereichs Public Services von Cap Gemini Ernst & Young in Berlin. "Auf diese Weise entstehen dann wirtschaftlich nutzlose Angebote wie das 'Wunschkennzeichen'. Die eigentliche Chance, die E-Government bietet, liegt aber in der systematischen Aufgabenkritik und in der Reorganisation der Prozesse, die online so einfach wie möglich abgewickelt werden müssen".

Entwicklungskosten werden nach Ansicht der Studienautoren nicht geteilt, Erfahrungen äußerst unzureichend ausgetauscht. Die unterschiedliche informationstechnische Infrastruktur erschwert die Zusammenarbeit der drei Verwaltungsebenen Bund-Land-Kommunen und behindert die bundesweite Vernetzung mit Bürgern, Wirtschaft, Wissenschaft und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Gemeinsame strategische Konzeptionen und einheitliche IT-Standards dagegen fördern die entscheidende Kooperation zwischen Bundesländern und Kommunen und erhöhen die Effizienz und die Umsetzungsgeschwindigkeit der notwendigen Reformen.

Eine vor wenigen Wochen vorgelegte Bewertung der deutschen E-Government-Politik im europäischen Kontext hatte der Bundesrepublik unter 18 bewerteten Staaten nur einen 16. Platz eingebracht, weit hinter dem Spitzenreiter Schweden. Die neue Untersuchung schließt die Lücke zwischen den IT-Aktivitäten auf Bundes- und auf Kommunalebene und skizziert ein Modell für die Einführung von E-Government-Initiativen: Politische Leitziele, klare Erfassung der gesellschaftlichen, rechtlichen, organisatorischen, finanziellen und technischen Rahmenbedingungen und die Einbindung wichtiger Mitstreiter - vor allem der Kommunen - sowie der Wünsche und Merkmale der Nutzer sind fundamentale Säulen einer solchen Strategie.


Soldat 09. Apr 2003

Insellösungen haben auch ihr Gutes...

Kommentieren




Anzeige
  1. Software Developer (m/w) – LINUX EXPERT
    OMICRON electronics GmbH, Klaus (Austria)
  2. Referent (m/w) - Technischer Marktzugang
    Siemens AG, München
  3. Java Web Developer Backend (SQLServer) im M-Commerce (m/w)
    über HRM CONSULTING GmbH, Berlin
  4. Oracle Datenbankentwickler (m/w)
    ckc ag, Region Braunschweig

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       

Meistgelesen
  1. Youporn-Betreiber

    Hacker will 350.000 Datensätze bei Pornoseite erbeutet haben

  2. Nortel Networks

    Nortel war fast zehn Jahre lang gehackt

  3. Radeon HD 7770 und 7750 im Test

    Die Grafikkarte mit 1 GHz für 159 Euro

  4. Unity Technologies

    Bessere Grafik und KI mit Unity 3.5 verfügbar

  5. Abmahnabzocke

    Maximal 100 Euro Abmahngebühr für Urheberrechtsverstöße


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 270 | letzter Beitrag 13.02. 23:28

  2. Kommentare: 200 | letzter Beitrag 14.02. 22:07

  3. Kommentare: 194 | letzter Beitrag 14.02. 13:50

  4. Kommentare: 117 | letzter Beitrag 14.02. 12:39

  5. Kommentare: 101 | letzter Beitrag 02:39 Uhr

Mehr


  1. Radeon HD 7770 und 7750 im Test

    Die Grafikkarte mit 1 GHz für 159 Euro

  2. Youporn-Betreiber

    Hacker will 350.000 Datensätze bei Pornoseite erbeutet haben

  3. TZ77XE4

    Biostar zeigt Mainboard für Ivy Bridge und Sandy Bridge

  4. Unity Technologies

    Bessere Grafik und KI mit Unity 3.5 verfügbar

  5. Fifa Street

    Last Man Standing auf dem Bolzplatz

  6. Isis Web Browser

    Neuer Browser für HPs WebOS

  7. Nortel Networks

    Nortel war fast zehn Jahre lang gehackt

  8. Thermosensor

    Schmetterlingsflügel macht Wärme sichtbar

  9. Deutsche Gamestage

    Call for Papers der Quo Vadis verlängert

  10. Vodafone

    LTE auf dem Smartphone kostet monatlich 10 Euro mehr



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Paypal: Nutzern von Kino.to drohen Strafverfahren
Paypal
Nutzern von Kino.to drohen Strafverfahren

Zahlenden Nutzern der im Juni 2011 geschlossenen Filmplattform Kino.to drohen dem Nachrichtenmagazin Focus zufolge Strafverfahren. Rechtsanwalt Udo Vetter befürchtet sogar Hausdurchsuchungen, "wenn die Strafverfolger sich auf glattes Parkett begeben". Noch im Februar 2012 will die GVU zudem gegen den Kino.to-Nachfolger Kinox.to Strafanzeige erstatten.

  1. Kino.to-Prozess Kein Unterschied zwischen Streaming und Herunterladen
  2. Kino.to Drei Jahre Haft wegen Links auf illegale Filmkopien
  3. Kino.to Haftstrafe wegen gewerbsmäßiger Urheberrechtsverletzung

Club-Mate: Hack fürs Hirn
Club-Mate
Hack fürs Hirn

Es sprudelt, schäumt und schmeckt - nicht jedem. Macht nichts: Club-Mate ist Kult und aus der Hackerkultur nicht mehr wegzudenken. Wie es dazu kommen konnte, erzählt das Buch Hackerbrause.

  1. Retro-Gnome Cinnamon 1.2 stabilisiert API und Desktop
  2. Linux Mint Cinnamon wird wohl Standarddesktop
  3. 28C3 Hacker hinter feindlichen Linien

Desktop-Roadmap: Mozilla hat mit Firefox 2012 viel vor
Desktop-Roadmap
Mozilla hat mit Firefox 2012 viel vor

Mozilla hat seine Roadmap für die Desktopversion von Firefox aktualisiert und plant demnach für 2012 zahlreiche Neuerungen. Firefox bekommt ein Login, soll als Metro-Version für Windows 8 umgesetzt werden, Nutzer besser vor Tracking schützen und schneller werden.

  1. Browser Firefox 10.0.1 bringt Fehlerkorrekturen
  2. Firefox Neue Seite für neue Tabs
  3. Firefox Updates in aller Stille

Zum Artikel