Kritische JavaScript-Sicherheitslecks in Opera 7 (Update)

Opera reagiert einen Tag später; Deaktivieren von JavaScript umgeht Schäden

Die israelische Sicherheitsfirma GreyMagic berichtet über mehrere JavaScript-Sicherheitslecks in dem Windows-Browser Opera 7, die Opera einen Tag später mit einer neuen Version bereinigt hat. Einige der Sicherheitslöcher wurden bereits in den Beta-Versionen entdeckt und an Opera Software weitergeleitet.

Anzeige

Für gewöhnlich verwenden aktuelle Browser ein Cross-Domain-Security-Modell, um bei JavaScript-Aufrufen einen unberechtigten Zugriff auf andere Dokumente über Domain-Grenzen hinweg zu verhindern. In Opera 7 wird stattdessen ein Modell auf Basis des Aufrufenden einer Webseite verwendet. Nach Erkenntnissen von Greymagic weist dieses Modell drei empfindliche Sicherheitslecks auf, worüber ein Angreifer Zugriff auf Dateien auf dem betreffenden System erlangt. So ist es denkbar, dass ein Angreifer Dateien und Verzeichnisse einsehen, aber auch Cookies oder E-Mails in Operas Mail-Programm lesen kann. Als Abhilfe empfiehlt GreyMagic das Deaktivieren von JavaScript in Opera 7, bis ein entsprechender Patch bereitgestellt wird. Bereits Mitte November 2002 wurden diese Probleme an den Hersteller gemeldet.

Ein weiteres Sicherheitsloch steckt in der JavaScript-Konsole von Opera 7, das man manuell umgehen kann. Da Opera URL-ähnliche Strings in entsprechende Links wandelt, kann ein Angreifer diesen Mechanismus dazu nutzen, auf Dateien des lokalen Systems zuzugreifen, um Dateien und Verzeichnisse, aber auch E-Mails einzusehen. GreyMagic bietet sogleich einen Weg, dieses Sicherheitsrisiko abzustellen, indem man die HTML-Datei console.html im Opera-Verzeichnis verändert. Dazu muss die Zeile 52

"m.replace( /\\/g, "\\\\" ) +" durch "m.replace( /\\/g, "\\\\" ).replace(/"/g,""") +"

ersetzt werden. Im Unterschied zum oben genannten Problem wurde dieser Fehler und alle nachfolgenden Probleme erst Ende Januar 2003 an Opera gemeldet.

Als ebenfalls kritisch stuft GreyMagic die folgende Sicherheitslücke in JavaScript ein: Beim Laden von Bildern oder anderen Multimedia-Daten über lokale URLs können Angreifer über JavaScript ebenfalls auf lokale Dateien, Verzeichnisse und E-Mails aus dem Opera-Mail-Client zugreifen. Bis der Hersteller einen Patch bereitstellt, empfiehlt GreyMagic aus Sicherheitsgründen das Abschalten von JavaScript.

GreyMagic berichtet noch über zwei weitere Sicherheitslöcher in der JavaScript-Implementierung in Opera 7, die aber nicht als kritisch eingestuft wurden. So kann ein Angreifer die History-Funktion in Opera 7 dazu verwenden, die besuchten Webseiten eines anderen Anwenders abzufragen. Eine ähnliche Funktion ist über das Fehlerprotokoll der JavaScript-Funktionen möglich, denn die Daten wurden von Opera nicht ausreichend gegen Blicke von außen geschützt. So kann ein Angreifer von einer normalen Webseite die besuchten Seiten eines Nutzers einsehen. Auch hier kann man sich durch das Deaktivieren von JavaScript vor entsprechenden Angriffen schützen.

Nachtrag vom 5. Februar 2003, 11:00 Uhr:
Mittlerweile veröffentlichte Opera den Web-Browser Opera 7.01, der die berichteten Sicherheitslecks beseitigen soll.


nixblick 05. Feb 2003

also SimCity4 is ja wohl das letzte ;D

unfug 05. Feb 2003

ich krieg mich gleich nicht mehr ein vor lachen... diese ganzen idiotischen troll...

ip (Golem.de) 05. Feb 2003

Liebe Leserinnen und Leser, einen Tag nach Bekanntwerden der Sicherheitslecks steht eine...

SiT 05. Feb 2003

... Opera 7 ist Beta-Status, bedeutet nichts anderes als - die Jungs arbeiten daran .)

CK 05. Feb 2003

Da fehlen die Ironie-Tags... Wo wir schon mal dabei sind: 1. NCSA Mosaic ist aelter als...

Kommentieren




Anzeige

  1. Softwareentwickler ASP.NET (m/w)
    MWG-Biotech AG, Ebersberg (Großraum München)
  2. Akademischer Mitarbeiter (m/w)
    Hochschule Furtwangen, Furtwangen
  3. IT-Trainee (m/w)
    Allianz Deutschland AG, Stuttgart
  4. Software Entwickler (TTS) (m/w)
    Continental AG, Villingen-Schwenningen

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Programmiersprache

    Go 1.3 kommt für Solaris, Plan 9 und NaCL

  2. Arin

    IPv4-Adressen in Nordamerika nähern sich dem Ende

  3. Flappy 48

    Zahlen statt Vögel

  4. Port 32764

    Netgear will angebliche Router-Lücke schließen

  5. Darknet

    Grams - eine Suchmaschine für Drogen

  6. Kitkat-Smartphone

    Samsungs Galaxy Ace Style kommt früher

  7. Netmundial-Konferenz

    Netzaktivisten frustriert über "Farce" der Internetkontrolle

  8. Zalando

    Onlinekleiderhändler schließt einen Standort

  9. Apple vs. Samsung

    Google versprach Samsung Hilfe im Patentstreit mit Apple

  10. Deadcore

    Indiegames-Turmbesteigung für PC, Mac und Linux



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
First-Person-Walker: Wie viel Gameplay braucht ein Spiel?
First-Person-Walker
Wie viel Gameplay braucht ein Spiel?

Walking-Simulator-Spiele nennen sie die einen, experimentelle Spiele die anderen. Rainer Sigl hat einen neuen Begriff für das junge Genre der atmosphärisch dichten Indie-Games erfunden: First-Person-Walker - Spiele aus der Ich-Perspektive mit wenig Gameplay.

  1. A Maze 2014 Tanzen mit der Perfect Woman
  2. Festival A Maze Ist das noch Indie?
  3. Test Cut The Rope 2 für Android Grün, knuddlig und hungrig nach Geld

Ubuntu 14.04 LTS im Test: Canonical in der Konvergenz-Falle
Ubuntu 14.04 LTS im Test
Canonical in der Konvergenz-Falle

Ubuntu soll künftig auch auf Tablets und PCs laufen, weshalb die Entwicklung des Unity-Desktops derzeit offenbar feststeckt. Die wenigen neuen Funktionen könnten gut für die lange Support-Dauer sein, zeigen aber auch einige interne Probleme auf.

  1. Canonical Ubuntu One wird beendet
  2. Canonical Mir in Ubuntu abermals verschoben
  3. Trusty Tahr Erste Beta der Ubuntu-Derivate verfügbar

Samsung Galaxy Note Pro 12.2 im Test: Groß, schwer, aber praktisch
Samsung Galaxy Note Pro 12.2 im Test
Groß, schwer, aber praktisch

Mit Stiftbedienung, viel Leistung und großem Display ist das Samsung Galaxy Note Pro 12.2 vor allem für den Business-Alltag entwickelt worden. Doch auch für Schüler und Studenten kann das Tablet interessant sein.

  1. Apple vs. Samsung 102 US-Dollar für die Autokorrektur
  2. Smartphones Die seltsame Demo des 30-Sekunden-Ladegeräts
  3. Apple vs. Samsung Apples Furcht vor großen Bildschirmen

    •  / 
    Zum Artikel