Interview: Warum und wann werden Computerspiele indiziert?

Anzeige

Golem.de: Welchen Stellenwert hat die USK und welche Konsequenzen haben ihre Empfehlungen?

Feldmann: Die USK ist wichtig. Sie informiert Verbraucher und vor allem Eltern, die in den seltensten Fällen tiefere Kenntnis von Computern und Spielen haben, über die im Handel erhältlichen Spiele und für welche Altersgruppen diese geeignet sind. Inzwischen ist die Datenbank der USK auch im Netz verfügbar. Den Empfehlungen der USK kommt zwar nicht die große juristische Bedeutung zu, die etwa den Altersbeschränkungen der FSK genießen. Natürlich ist die USK auch eine Selbstkontrolleinrichtung der Industrie. Aber im gesellschaftlichen Bereich ist sie die einzige Informationsquelle, die Eltern überhaupt einen Anhaltspunkt bietet, was den Kindern zugemutet werden kann.

Golem.de: Was bedeutet eine Indizierung für die Presse? Darf über ein indiziertes Spiel weiter berichtet werden?

Feldmann: Verboten ist die Werbung für ein indiziertes Spiel, nicht der Bericht über ein solches. Zu Gunsten der Medien streitet die Pressefreiheit. Es wäre schädlich für die öffentliche und private Meinungsbildung, wenn gerade über indizierte Spiele nicht berichtet werden dürfte. Man muss in rechtlicher Hinsicht daher vermuten, dass der Pressebericht von der Indizierung eines Produkts zunächst nicht berührt wird. Soweit, so einfach. Es gibt aber auch Grenzfälle, so dass auch für die Presse Vorsicht geboten ist.

Der erste Grenzfall ist der, dass das Medium die Gewaltdarstellungen aus dem Spiel übernimmt, wenn etwa ein Mediendienst oder eine Zeitschrift Gewalt triefende Screenshots der Software einbaut. Hier kann der Bericht selbst indiziert werden. Außerdem darf der Medienbericht nicht als "Werbung" im juristischen Sinne angesehen werden. Soweit das Medium kritisch und aufrichtig berichtet, wird dies nicht der Fall sein, selbst, wenn das Testergebnis positiv ausfällt. In der heutigen Medienlandschaft sind aber Allianzen zwischen Industrie und Presse offensichtlich, sei es, dass die Industrie Preise für Gewinnspiele sponsert, sei es, dass die Verlage und Mediendienste dem gleichen Konzern angehören wie die Spieleproduzenten. Es liegt in der Natur der Sache, dass derjenige, der sein Produkt für ein Gewinnspiel zur Verfügung stellt, im Gegenzug von dem Medium erwartet, dass positiv über eben jenes Produkt berichtet wird. Genauso wird das Medienunternehmen darauf achten, dass die Produkte der Konzernschwestern sich gut verkaufen. Solche Beispiele zeigen, dass die Grenze zwischen Werbung und redaktionellem Beitrag oftmals sehr verschwommen ist. Ich glaube nicht, dass ein Staatsanwalt alle Ermittlungen fallen lässt, nur weil die Werbung im Gewand eines redaktionellen Beitrags daherkommt. Er wird genauer hinsehen.

  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5

Cesar 17. Aug 2005

Hallo Ihr alle, nach einem Berg gelesener Beiträger bin ich nahezu am kopfschütteln. Es...

Cesar 17. Aug 2005

Hallo Ihr alle, nach einem Berg gelesener Beiträger bin ich nahezu am kopfschütteln. Es...

Desperantus 10. Feb 2003

Eigentlich müsste in Deutschland viel mehr verboten werden als die Computerspiele, v.a...

Thailok 06. Feb 2003

Genau so sieht das hier bisher aus....

Thailok 06. Feb 2003

Das ist das Problem der Profitgier...Man könnte dem theoretisch entgegenwirken, indem man...

Kommentieren




Anzeige
  1. JAVA-Entwickler/in
    über Schlagheck Radtke Oldiges Executive Consultants GmbH, Süddeutschland
  2. Testmanager / Teamleiter für Verbundtests von Werkzeugketten (m/w)
    dSPACE GmbH, Paderborn
  3. Senior Web Developer (m/w)
    Zieltraffic AG, München
  4. Java-Entwickler (m/w) - Bereich ERP
    HALTEC Hallensysteme GmbH, Korntal-Münchingen

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       

Anzeige

Die neuesten Browsergames auf browserhits.de


Meistgelesen
  1. Radeon HD 7770 und 7750 im Test

    Die Grafikkarte mit 1 GHz für 159 Euro

  2. Youporn-Betreiber

    Hacker will 350.000 Datensätze bei Pornoseite erbeutet haben

  3. Smartphone-App

    Remove löscht störende Menschen im Bild

  4. Google

    Wir haben den größten DNS-Dienst

  5. Nortel Networks

    Nortel war fast zehn Jahre lang gehackt


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 270 | letzter Beitrag 13.02. 23:28

  2. Kommentare: 202 | letzter Beitrag 10:20 Uhr

  3. Kommentare: 194 | letzter Beitrag 14.02. 13:50

  4. Kommentare: 117 | letzter Beitrag 14.02. 12:39

  5. Kommentare: 106 | letzter Beitrag 10:30 Uhr

Mehr


  1. Sicherheitslücke

    Groupware Horde enthält Backdoor

  2. Zynga

    2,9 Millionen zahlende Kunden bei Castleville & Co.

  3. Cloud-Smartphone

    Acer bestätigt Cloud Mobile mit Android 4

  4. Ron was wrong, Whit is right

    RSA-Schlüssel unsicherer als gedacht

  5. Bioware

    Kurz die Welt retten in der Demo zu Mass Effect 3

  6. Adobe

    Photoshop CS6 mit Content-Aware Move

  7. Google

    Wir haben den größten DNS-Dienst

  8. Lensbaby

    Teleobjektiv mit absichtlicher Unschärfe

  9. Smartphone-App

    Remove löscht störende Menschen im Bild

  10. Radeon HD 7770 und 7750 im Test

    Die Grafikkarte mit 1 GHz für 159 Euro



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Spielebranche: Diskussion über "stinkende Gamer"
Spielebranche
Diskussion über "stinkende Gamer"

Nach der Gamescom 2011 löste ein TV-Bericht von RTL über angeblich schlecht riechende Gamer Empörung aus. Jetzt folgt die Aufarbeitung der Szene beim Games Culture Circle in Berlin.

  1. Umfrage Zuschauer wollen mehr HD-Programme
  2. Golem.de guckt Wärmegedämmte Verschwörungstheorien
  3. Golem.de guckt George Orwell und der nigerianische Wahlkampf

Pegatron: Übt Apple Druck auf OEM-Hersteller von Ultrabooks aus?
Pegatron
Übt Apple Druck auf OEM-Hersteller von Ultrabooks aus?

Chinesischen Berichten zufolge gibt die frühere Asus-Tochter Pegatron die Fertigung der Zenbooks ab. Grund soll Druck von Apple sein, das Pegatron mit einem Entzug von iPad-Aufträgen gedroht haben soll.

  1. Wegen Ivy Bridge Die Preise für Ultrabooks fallen
  2. Ultrabook Erste Benchmarks von Intels Ivy Bridge ULV
  3. Trinity AMDs Ultrabook-Erwiderung vielleicht erst im Juni 2012

Desktop-Roadmap: Mozilla hat mit Firefox 2012 viel vor
Desktop-Roadmap
Mozilla hat mit Firefox 2012 viel vor

Mozilla hat seine Roadmap für die Desktopversion von Firefox aktualisiert und plant demnach für 2012 zahlreiche Neuerungen. Firefox bekommt ein Login, soll als Metro-Version für Windows 8 umgesetzt werden, Nutzer besser vor Tracking schützen und schneller werden.

  1. Browser Firefox 10.0.1 bringt Fehlerkorrekturen
  2. Firefox Neue Seite für neue Tabs
  3. Firefox Updates in aller Stille

Zum Artikel