Messversuch über der Wies'n: Zeppelin simuliert Galileo

Weltweit erste Messkampagne für die europäische Satellitennavigation Galileo

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unternimmt vom 25. September bis 6. Oktober im Auftrag der European Space Agency (ESA) eine Messkampagne zum Aufbau des neuen Satellitennavigationssystems Galileo, das als europäisches Pendant zur US-amerikanischen GPS-Technik gilt. Im Rahmen des DLR-Messprojekts GalileoNAV wird während des Oktoberfests am Münchener Himmel ein Zeppelin zu sehen sein, mit dem die Forscher einen Galileo-Satelliten simulieren.

Anzeige

Ziel des DLR-Messprojekts ist die Ermittlung von elementaren Rahmendaten für die Realisierung von Galileo und die Optimierung der Empfangsbedingungen für Satellitensignale. In einer von Dr. Ing. Alexander Steingaß vom Institut für Navigation und Kommunikation des DLR geleiteten Messkampagne ermitteln er und sein Team Ergebnisse, die maßgeblich für die Standards der Galileo-Technologie und damit unentbehrlich für die Hersteller von entsprechender Hard- und Software sein sollen.

Bestückt mit aufwendigem High-Tech-Equipment wird der 75 Meter lange Zeppelin NT besonders leistungsstarke Signale zum Boden senden und verschiedene simulierte Empfangsszenarien ermöglichen. Begleitet von einem Messbus am Boden, wird das Luftschiff im Verlauf der einzelnen Messungen sowohl in Bewegung sein als auch nahezu unbeweglich und ruhig am Himmel stehen. Dank einer Sondergenehmigung darf das Luftschiff im Rahmen der Messkampagne auch über Ballungsgebieten wie München auf eine Flughöhe von 300 Metern sinken.

Erster Feldtest für Galileo mit simuliertem Satelliten
Erster Feldtest für Galileo mit simuliertem Satelliten

Bei der Satelliten-gestützten Navigation spielt Zeit die wichtigste Rolle: Jeder Satellit sendet ein Zeitsignal zum Empfänger auf dem Boden. Dieser Empfänger errechnet wiederum aus der Zeitdifferenz der Zeitsignale seine Position auf wenige Meter genau. Die Maßeinheit dieser Methode sind Nano-Sekunden, d.h. 10 -9 oder 0,000000001 Sekunden. Die Bezugsgröße der Satelliten sind Atomuhren mit einer Genauigkeit von 10-12 Sekunden.

Die geringste räumliche und damit auch zeitliche Abweichung der Satellitensignale, zum Beispiel durch Reflexionen an Gebäudefassaden, verfälschen die Navigationsdaten enorm. Bei Galileo sollen daher die Endgeräte im Gegensatz zur bisherigen GPS-Technologie in der Lage sein, direkte Signale von indirekten Signalen zu unterscheiden. Die Ergebnisse der Messkampagne GalileoNAV liefern für diese spezielle Modulation der Signale den Rahmen und die Spezifikationen für künftige Endgeräte.

In fünf relevanten, aus der Alltagspraxis der künftigen Galileo-Nutzung bezogenen Nutzerszenarien werden deshalb im Messprojekt mögliche Fehlerquellen bei der Signalübertragung - auch durch Reflexionen - untersucht werden. Jedes Messszenario wird dabei während einer 15-minütigen Fahrt durchgeführt. Dabei ist entscheidend, in welchem Winkel der Satellit später in seiner 24.000 Kilometer hohen Umlaufbahn über dem Horizont steht. Dieser Winkel wird laut DLR bei den Messungen durch verschiedene Positionen des Zeppelins für alle relevanten Elevationen zwischen 5 und 90 Grad simuliert.

Messversuch über der Wies'n: Zeppelin simuliert Galileo 

Kommentieren




Anzeige
  1. Frontend-Entwickler (m/w)
    Hahn Air Lines GmbH, Dreieich
  2. Software Development Engineer, Testing Specialist (m/w) Enterprise Search
    Microsoft Deutschland GmbH, Munich
  3. SAP-Entwickler/in
    Dataport, Hamburg
  4. Solution Manager/IT-Spezialist DMS und Workflow (m/w)
    Deutsche Leasing AG, Bad Homburg

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       

  1. Antifeatures

    Freie Software gegen Bevormundung

  2. Video

    Yahoo gibt Angebot für Hulu ab

  3. Google X

    Google baut mobiles Internet in Afrika und Südostasien

  4. Xbox One

    Handel muss Gebrauchtspiele de-registrieren

  5. Lenovo

    "Wir können uns jede Übernahme leisten"

  6. Bundesdatenschützer

    Jobcenter sollen nicht bei Facebook recherchieren

  7. Navigation

    Google Maps erhält Routenplanung per Fahrrad

  8. Test Call of Juarez Gunslinger

    Hör-Spiel im Wilden Westen

  9. Fonic All-Net Flat

    Telefon-, SMS- und Datenflatrate für 25 Euro

  10. Drosselung

    Die Mär vom teuren Traffic oder wie viel kostet ein GByte?



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Scanadu Scout: Tricorder für 200 US-Dollar
Scanadu Scout
Tricorder für 200 US-Dollar

Der Scanadu Scout ist ein mobiles Diagnosegerät nach dem Vorbild des Tricorders aus der Star-Trek-Serie. Damit lassen sich Blutdruck, Puls, Körpertemperatur, Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung und ein Elektrokardiogramm anfertigen. Das Handgerät soll 200 US-Dollar kosten.

  1. Quantified Self Alkoholmessgerät für das Smartphone
  2. WLAN-Netzwerk Cubesensors als Heimsensoren für besseres Raumklima

Sony: Die Playstation 4 ist schwarz - und verschwommen
Sony
Die Playstation 4 ist schwarz - und verschwommen

Störfeuer von Sony: Kurz vor der Enthüllung der nächsten Xbox hat Sony ein Video veröffentlicht, das zumindest einen verschwommenen Blick auf das Gehäuse der Playstation 4 gewährt.

  1. Temash, Kabini, Richland AMDs mobile APUs von 4 bis 35 Watt sind da
  2. Electronic Arts Leitender EA-Entwickler bezeichnet Wii U als "Mist"
  3. Lords of the Fallen Witcher-2- und Ankh-Macher arbeiten an Rollenspiel

Steve Wilhite: Ehrung für den Erfinder des "Jif"-Formates
Steve Wilhite
Ehrung für den Erfinder des "Jif"-Formates

Steve Wilhite, früherer Mitarbeiter von Compuserve, hat einen Webby Award für die Entwicklung des Grafikformates Gif erhalten. Aus diesem Anlass hat der Erfinder noch einmal auf der korrekten Aussprache beharrt.

  1. Adobe Photoshop Express jetzt auch für Windows 8
  2. World Press Photo Award Wie viel Photoshop verträgt ein Reportagebild?
  3. Animation Motion-Capture-Verfahren ohne Marker

Zum Artikel