Während Outsourcing weltweit an Popularität zunimmt, zeigt nun eine neue Studie, dass Outsourcing die Leistung eines Unternehmen nur in wenigen Fällen steigern kann. In der Studie wurden 176 weltweit operierende Halbleiterunternehmen befragt. Als Ergebnis konnten die Forscher Charakteristika identifizieren, mit denen sich voraussagen lassen soll, ob Unternehmen ihre Performance durch das Outsourcing der Herstellung von Computer-Chips verbessern können.
"In der Wirtschaftpresse liest man oft Aussagen von Personen, die einen 'One Size fits All'-Ansatz für Outsourcing proklamieren. Viele Artikel beschreiben Outsourcing als Allheilmittel für die hohen Fixkosten und Komplexität in der heutigen Geschäftswelt. Wie auch immer, dieser Ansatz ist irreführend", so Michael Leiblein, Assistant Professor für Management und Human Resources am Fisher College of Business der Ohio State University, der die
Studie zusammen mit Jeffrey Reuer, Associate Professor an der Ohio State und Frederic Dalsace von der französischen Business School INSEAD durchführte.
Die Studie soll in einer der nächsten Ausgaben des "Strategic Management Journal" vorgestellt werden.
Als wichtige Faktoren für eine Entscheidung zum Thema Outsourcing sieht Leiblein genaue Kenntnis des Endproduktes und des Produktionsprozesses, die Verlässlichkeit des Lieferanten und wie die
Engineering- und Produktions-Systeme der Unternehmen zusammenpassen. Vor allem bei unsicheren Absatzprognosen sollten Unternehmen vorsichtig in Bezug auf Outsourcing sein, da in der Regel umfangreiche spezifische Investitionen seitens des outsourcenden Unternehmens nötig seien.
Der Studie zufolge leidet die Performance der Chips von Halbleiterherstellern, die ihre Chipproduktion fremdvergeben - unabhängig von geographischen Regionen.
Auch wenn sich die Studie auf die
Halbleiterindustrie konzentriert, lassen sich die allgemeinen Ergebnisse auch auf andere technologienahe Industrie übertragen, so Leiblein.
(ji)