Studie: Deutsche Telekom AG gewinnt Marktanteile zurück
Aufgeteilt nach den Zugangsmöglichkeiten der Kunden zu den Wettbewerbernetzen ergibt sich ein Rückgang von Call-by-Call, der aber durch eine starke Zunahme (+37,7 Prozent im Zeitraum Juni 2000 bis Juni 2001) der über Preselection hergestellten Verbindungen mehr als ausgeglichen wird. Über Komplettanschlüsse wurden nach 22,5 Millionen Minuten im Juni 2000 im selben Monat des laufenden Jahres 35,2 Millionen Verbindungsminuten abgewickelt, was einen Anteil von 17,3 Prozent (Vorjahr: 13,8 Prozent) und eine Zunahme von monatlich 3,8 Prozent (bezogen auf den Zeitraum Juni 2000 bis Juni 2001 = 56,4 Prozent) ausmacht.
Insgesamt wurden im Juni 2001 Call-by-Call, Preselection und Komplettanschlüsse durch neue Carrier von 14,1 Millionen Kunden in Anspruch genommen. 7,2 Millionen Kunden (51 Prozent) nutzen Call-by-Call, 6,2 Millionen (44,0 Prozent) haben sich für Preselection entschieden und 0,7 Millionen (5 Prozent) für einen Komplettanschluss. Hier tragen 5 Prozent der Kunden, die die Dienste der neuen Carrier in Anspruch nehmen, 17,3 Prozent der über sie abgewickelten Verbindungsminuten bei.
Während die Gesamtzahl der Kunden, die die Dienste der Wettbewerber nutzen, auf Grund des verringerten Anteils von Call-by-Call gegenüber dem Vorjahr (15,0 Millionen) um 0,9 Millionen auf 14,1 Millionen zurückgegangen sind, hat sich die Zahl der dauerhaften Kunden neuer Carrier auf 6,9 Millionen nahezu verdoppelt und wird bis Jahresende noch ansteigen. Dabei stieg die Zahl der Preselection-Kunden (89,9 Prozent) innerhalb Jahresfrist um +93,7 Prozent. Die Zahl der Komplettanschlüsse (10,1 Prozent) konnte sogar mehr als verdoppelt werden. Zu beachten ist dabei allerdings das nach wie vor sehr niedrige Ausgangsniveau und vor allem, dass der Prozentanteil nur in Bezug auf die festen Kunden der Wettbewerber und nicht den Gesamtmarkt ausgewiesen ist. Der Anteil der Teilnehmeranschlüsse der Wettbewerber im Vergleich zur DTAG dürfte bis zum Ende des Jahres voraussichtlich noch unter 3 Prozent liegen.
Auf Grund der ungünstigen Rahmenbedingungen und der Verunsicherung der Investoren sind die Unternehmen deutlich vorsichtiger geworden, was den Personalausbau angeht. Haben die Wettbewerbsunternehmen binnen Jahresfrist noch knapp 10.000 Beschäftigte eingestellt (Juni 2000: 53.800, Juni 2001: 62.500 Mitarbeiter) so wird diese Entwicklung der Mitarbeiterzahlen bis Ende 2001 zum Erliegen kommen.
Dr. Joachim Dreyer wies in einer Beurteilung der Ergebnisse darauf hin, dass die Situation insgesamt nach vier Jahren Liberalisierung alles andere als zufrieden stellend ist. Dies liege an der immer aggressiver werdenden Preisstrategie der Telekom und an der Vielfalt der Bündelprodukte, mit denen sie versucht, Wettbewerb zu verhindern. "Um die Erfolge des Wettbewerbs langfristig zu sichern, sind die Wettbewerber mehr denn je auf den Regulierer angewiesen, der gegenüber der DTAG durchgreift. Auch die Politik muss klare Zeichen pro Wettbewerb setzen und dem Regulierer den Rücken stärken. Die jüngsten Entscheidungen der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post lassen den Versuch erkennen, in letzter Minute das Ruder herum zu reißen", so Dr. Dreyer weiter. "Für viele Unternehmen ist es aber schon zu spät."
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