Studie: Nutzungshäufigkeit der Online-Zeitungen sinkt

Obwohl Onlinezeiten steigen, sinkt die Nutzungszeit von Onlinezeitungen

Die Dynamik des Internet verändert auch die Bedingungen für Online-Aktivitäten von Tageszeitungen. Die Soziodemographie der Internet-Nutzer nähert sich immer mehr der Soziodemographie der Gesamtbevölkerung, so das Ergebnis des Workshops "Zukunft der Zeitung", der von der Forschungsstelle für neue Kommunikationsmedien an der Universität Bamberg zu den Ergebnissen einer Longitudinalstudie über die Nutzung von Online-Zeitungen veranstaltet wurde.

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Weitergehende Informationen über die Nutzerschaft, insbesondere von Online-Tageszeitungen, sind spärlich. Die Verlage nutzen die Möglichkeiten des Internet, mit ihren Lesern in Kontakt zu treten, bisher nur unzureichend, so eines der Ergebnisse.

Eine zweiphasige Nutzerbefragung an der Forschungsstelle "Neue Kommunikationsmedien", die in Kooperation mit drei bayerischen Online-Zeitungen durchgeführt wurde, lieferte empirische Belege für folgende Thesen:

Die Online-Zeitung wird unwichtiger, obwohl die Nutzer mehr Zeit im Internet verbringen. Die Befragten nutzen das Internet signifikant länger (die durchschnittliche monatliche Nutzungszeit stieg zwischen 1999 und 2000 von 29,52 Stunden auf 40,28 Stunden). Die Nutzungshäufigkeit der Online-Zeitung ist im gleichen Zeitraum jedoch signifikant gesunken und die Befragten bewerten die Online-Zeitung als signifikant weniger wichtig im Vergleich zu ihren sonstigen Online-Aktivitäten.

Die Rangfolge der genutzten Bereiche ist unverändert geblieben. Aktuelle Schlagzeilen und Kurznachrichten, die lokale Berichterstattung sowie Nachrichten aus aller Welt werden von über 70 Prozent der Befragten manchmal oder häufig aufgerufen. Interaktive Elemente wie Online-Leserbriefe (22,3 Prozent) oder Chats (10,0 Prozent) werden nur von wenigen Befragten genutzt.

Die Nutzungsorientierungen haben sich leicht verändert; die Informationsorientierung überwiegt jedoch weiterhin. Wie schon 1999 bestimmt auch 2000 die Informationsorientierung die Nutzung des überwiegenden Teils der Befragten: Bei etwa zwei Drittel der Befragten ist sie stark ausgeprägt. Demgegenüber ist die Kommunikationsorientierung nur bei einem geringen Prozentteil der Befragten grundlegendes Motiv der Nutzung. Etwa ein Drittel der Befragten in 2000 nutzt die Online-Zeitung aus einer expressiven Orientierung heraus, so das Ergebnis der Studie.

Die Vorlieben der Internet-Nutzerschaft, beispielsweise die der jungen "Surfer", die als potenzielle Leser für die Online-Zeitungen gewonnen werden könnten, müssen bei der Konzeption von Online-Angeboten bedacht werden. Weitere Nutzerstudien können Zusammensetzung und Nutzungsmotive der Online-Leser erhellen und damit den Verlagen wichtige Entscheidungsgrundlagen liefern, so der Ausblick der Studienautoren.


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